Unternehmer referieren zu Fachkräftemangel

CDU horcht in die Wirtschaft hinein

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Unternehmer geben Auskunft: Jens Schachtschneider (links) und Harald Meyer (rechts) referierten vor den Mitgliedern der Dötlinger CDU.

Dötlingen - Von Holger Rinne. „Fachkräftemangel – was lässt sich auf kommunaler Ebene tun?“ lautete das Thema des ersten Dötlinger Dialogs, zu dem der CDU-Gemeindeverband Christdemokraten und geladene Gäste für Montagabend in das Landhotel Dötlingen gebeten hatte. Das Format erwies sich als durchaus geeignetes Forum, um Problemfelder auf kommunaler Ebene zu beleuchten und Lösungsansätze zu formulieren.

Gemeindeverbandsvorsitzende Beate Wilke präsentierte mit Harald Meyer und Jens Schachtschneider zwei Unternehmer, die aus ihren Betrieben über Erfahrungen mit dem Fachkräftemangel und den Umgang damit berichteten.

Die Meyer-Technik Unternehmensgruppe beschäftigt an mehreren Standorten 201 Mitarbeiter. Meyer setzt auf die Ausbildung der Fachkräfte im eigenen Betrieb. „Wir müssen den Nachwuchs abholen“, beschrieb er sein Konzept. Zwei Angestellte kümmern sich ausschließlich um die 30 Auszubildenden im Unternehmen.

Schachtschneider erweiterte die Problemlage: „Es gibt nicht nur einen Fachkräftemangel, sondern einen Arbeitskräftemangel.“ Er beschäftigt in seinem Staudenbetrieb 70 Mitarbeiter, von denen die Hälfte aus der Gemeinde Dötlingen kommt. Für ihn ist das Image eines Unternehmens mitentscheidend. Vor drei Jahren habe er den Personalbereich an seinen Sohn Torben abgegeben und damit eine positive Wirkung erzielt. „Junge Chefs wirken besser auf junge Bewerber“, ist sich Schachtschneider sicher. Mit flexiblen Arbeitszeiten sowie einer aufwendigen und innovativen Ausbildung mache er seinen Betrieb für junge Menschen interessant.

Die Ausbilder von Meyer-Technik gehen hingegen schon sehr früh in die Schulen, um Betriebspraktika anzubieten. „Die Schüler können zwei, besser noch vier Wochen unseren Betrieb und den Beruf kennenlernen. Nur so kann man von beiden Seiten feststellen, ob es in dem zukünftigen Beruf passen könnte“, erläuterte Meyer. Spätere Zusatzqualifikationen würden gefördert. „Wir finanzieren ein duales Studium oder die Meisterschule“, ergänzte der Unternehmer.

Eines wurde den 16 Teilnehmern immer deutlicher: Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren von einem Arbeitgebermarkt zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt. Die CDU möchte sich dieser Entwicklung unter anderem mit einer eigenen Ausbildungsmesse für den Landkreis Oldenburg in Wildeshausen stellen.

Beate Wilke stellte dem Forum zudem das Buch „Durchstarter“ der Initiative „Junge Unternehmer“ vor, in dem sich Betriebe mit ihrem Ausbildungsangebot präsentieren können. Zudem wies sie auf www.startedurch.de hin, eine neue Plattform im Internet für Unternehmen, Schüler und Kommunen.

Letztlich nahm man am Montagabend aber auch die Gemeinde in die Pflicht. Die Verwaltung soll eine Schnittstelle zur Wirtschaft schaffen, um die Attraktivität Dötlingens als Wirtschaftsstandort und der hiesigen Unternehmen als Arbeitgeber zu bewerben. Die Politik müsse ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, die Kommune auch zukünftig wirtschaftlich interessant zu machen. Gute Infrastruktur, moderates Wachstum und flächendeckendes schnelles Internet müssten dabei im Fokus stehen, forderte Beate Wilke. Das Format „Dötlinger Dialog“ soll im Herbst fortgesetzt werden.

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