Zu Dötlingen

Honighof kämpft ums Fortbestehen

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Die Besucher des Honighofes zu Dötlingen sind enttäuscht: Betreiber Fred Klockgether (Vierter v.r.) musste Tische und Stühle vom Picknickplatz räumen.

Der Honighof zu Dötlingen ist ein idyllisches Plätzchen – mit Naturteich, Kräutergarten und vielen Tieren. Durch seine Lage an der Hunte ist er ein beliebter Anlaufpunkt für Radfahrer und Wanderer. Und dennoch gibt es Ärger im „Paradies“.

Dötlingen – „Wir sind enttäuscht und traurig“, machen Hildegund Neitzel und Jürgen Busch aus Ganderkesee ihrem Unmut Luft. Zusammen mit den Bookholzbergern Margrit und Hermann Fischer steuerten sie am Dienstagnachmittag im Rahmen einer Radtour den Honighof zu Dötlingen an, um zu rasten. „Doch es gibt keine Stühle mehr draußen“, beklagen sie.

In der Tat haben Fred und Liudmilla Klockgether, die den Honighof vor den Toren Dötlingens vor einem guten Jahr eröffnet haben, sämtliche Sitzgelegenheiten auf dem Picknickplatz, dem sogenannten Thinghügel, wegräumt. „Auf Anordnung des Bauordnungsamtes des Landkreises Oldenburg vom 21. Juni“, berichtet Fred Klockgether. Die schriftliche Mitteilung der Behörde habe ihn nach einer entsprechenden Ortsbesichtigung am 18. Juni erreicht. Auch ein Holzgestell müsse er abbauen. Zudem seien aufgestellte Schilder genehmigungspflichtig.

Klockgether kann die Entscheidung nicht nachvollziehen – und Besucher des Honighofes wohl auch nicht. „Die Gäste am Wochenende waren fassungslos und teilweise sogar schockiert, weil ihnen ihr geliebter Picknickplatz ganz plötzlich genommen wurde“, so Klockgether. Seine Frau und er hätten von morgens bis abends erklären und besänftigen müssen. „Warum dürfen wir den Gästen keine Ruhepause mit Sitzgelegenheit anbieten, sollen sie ihre Getränke und Speisen auf dem Rasen sitzend zu sich nehmen?“, fragt Klockgether, der eine Unterschriftenaktion gestartet hat. Seinen Angaben nach haben bereits 500 Besucher unterzeichnet. Die Liste liegt zu den Öffnungszeiten des Honighofes aus und soll demnächst auch auf der Homepage (www.honighof.com) zu finden sein. „Gebt uns eine Stimme, damit der Honighof weiterleben kann“, lautet der Aufruf.

Am Dienstag erhielt Klockgether weiteren Zuspruch von Besuchern. „Das hier ist doch eine Bereicherung für Dötlingen“, so Einwohnerin Britta Altmann. Frank und Anke Peters aus Hude sprechen von „einem wirklichen Kleinod“ und „Natur pur“. Klockgethers Wunsch: „Es wäre schön, wenn die Stimmung der Besucher aufgefangen werden könnte, um dieses Fleckchen juristisch so zu gestalten, dass der Honighof fortbestehen kann.“ Er sei diskussionsbereit und hoffe, zusammen mit den Behörden, dem Kreistag und Gemeinderat eine Lösung zu finden. Die Ratsfraktionen habe er bereits angeschrieben und eingeladen.

Da die Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, ist der Landkreis zuständig. Baudezernentin Eva-Maria Langfermann äußerte sich auf Nachfrage nicht zu dem Fall. Sie verwies darauf, dass es sich um ein laufendes, nicht öffentliches Verfahren handele, machte aber auf die baurechtliche Situation – sprich die Lage im Außenbereich und Landschaftsschutzgebiet – aufmerksam.

Im Außenbereich ist eine Berufsimkerei privilegiert. Der Landkreis hatte 2015 auch eine Vollerwerbsimkerei mit Verkaufsfläche genehmigt. Entwickeln und vermarkten dürfen Klockgethers demnach Honigprodukte. Da es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, ist Gastronomie ausgeschlossen. In der Vergangenheit hatte es deshalb bereits Beschwerden gegeben (wir berichteten). Auf die Vorgaben, die die Baugenehmigung mit sich brachte, will Klockgether diesmal nicht eingehen: „Ich bin gerade nicht bei den Bedingungen“, sagt er. Ihm gehe es um die Verbindung von Umwelt, Biodiversität und sanftem Tourismus. „Und das kann im Landschaftsschutzgebiet sehr wohl funktionieren.“

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