Gartenkultouristen strömen nach Ostrittrum

Hoffest entpuppt sich als Magnet

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Beim Markttag auf dem Hof Schweers gab es jede Menge Kunst, Handwerk, Pflanzen und leckere Köstlichkeiten.

Ostrittrum - Von Tanja Schneider. Das kleine Örtchen Ostrittrum mutierte am Tag der Deutschen Einheit zum Hotspot der Dötlinger Gartenkultour. Grund war das zentrale Fest auf dem Hof Schweers, wo neben vielen auswärtigen Ausstellern auch Gartenkultour-Mitglieder ihre künstlerischen und handwerklichen Arbeiten präsentierten.

In Kombination mit Musik, leckeren Köstlichkeiten und stilvoller Dekoration war dies ein gelungenes Gesamtpaket. Und da sich dieser Markttag unter dem Titel „Kultour hält Hof“ zum großen Teil in der Diele sowie der Scheune abspielte, störten auch die gelegentlichen Regenschauer kaum. Nur eine Handvoll Aussteller, die ihren Platz unter Pavillons rund um die alte Linde gefunden hatte, räumte regelmäßig Ware von draußen ins Trockene und bei Sonnenschein wieder hinaus.

Die Besucher aus Dötlingen, den Nachbargemeinden sowie angrenzenden Landkreisen standen um Punkt 11 Uhr „auf der Matte“. „Es ging direkt gut los“, freute sich Brigitte Becker, die ihre gewebten Kreationen während der „Gartenkultour“-Aktionstage normalerweise in Geveshausen zeigt. Wie Gerd Battermann (Fotografie), Gitta Martens (Leuchtobjekte) und noch weitere Künstler zog es sie diesmal in die Ostrittrumer Scheune. Die Stimmung sei super, und einige Aussteller hätten auch schon gut verkauft, verriet Becker. „Die Besucher sind zudem sehr interessiert“, sagte sie. Dies bestätigte auch Giesela Clausen von der Stuhlflechterei in Harpstedt. Immer wieder demonstrierte sie Neugierigen ihr Handwerk – mal auf Hoch-, mal auf Plattdeutsch – und beantwortete Fragen. Zum Beispiel, ob man von diesem Beruf noch leben kann. „Ja“, versicherte sie. „Viele Kunden bringen Möbel zur Reparatur.“

Ein paar Meter weiter probierte vor allem die Damenwelt Jacken, Schals sowie Westen an und rüstete sich für die kalte Jahreszeit. Auch Handtaschen, „Haarbändiger“ und Ohrringe sowie Vasen, Schalen und Tassen aus Keramik fanden die Gartenkultouristen in der Scheune. Nach Lavendel und Orange duftete es am Stand von Astrid Grabe-Meyer aus Otersen. Sie hatte selbst gefertigte Naturseife mitgebracht, die scheinbar den Geschmack der Besucher traf. Viele blieben stehen, schnupperten, griffen zum kleinen Einkaufskörbchen und füllten es mit den unterschiedlichsten Sorten. „Die Lindenblüten- sowie Meersalz-Algen-Seife sind am gefragtesten“, wusste Grabe-Meyer.

Neben jeder Menge Nützlichem gab es Schönes und Dekoratives, zum Beispiel die Skulpturen von Metallbildhauerin Elisabeth Schuller-Köster. Ihre Kreationen tragen Titel wie „Bewegendes Gespräch“ und „Bergidyll“. Wer nach so viel kreativem Input eine Stärkung benötigte, wechselte von der Scheune in die Diele oder ins Kaffeehaus, wo es Heißgetränke, Kuchen und Kürbissuppe gab. Zudem musizierte das Duo Markus Häger und Thomas Schlegel in der Diele.

Von dem Hoffest profitierte auch das Atelier Hollmann, das sich in fußläufiger Nähe befindet. Neben Betonplastiken von Anne Hollmann konnten Kunstliebhaber Fotografien und Malerei von Arno und Gertje Kollmann entdecken. Ob Ansichten von der Hunte, dem verfremdeten Hatter Wald oder abstrakte Formen – die Ausstellung lieferte Gesprächsstoff.

Dieser ging auch Irmgard Voss-von Stebut nicht aus. Die Hockensbergerin gehörte zu den Privatgärtnern, die zum Aktionstag die Öffentlichkeit einlud und durch ihre Oasen führte. Zudem beteiligten sich die Privatgärtner am „Einheitsbuddeln“, zu dem Schleswig-Holstein anlässlich des Tages der Deutschen Einheit aufgerufen hatte. „Wir haben mit der Tilia kiusiana eine Linde gepflanzt“, erzählte Voss-von Stebut, die aufgrund des Besucherstroms in Richtung Ostrittrum weniger Gäste begrüßte als sonst. „Das macht aber nichts. Dafür habe ich nun Zeit für interessante Gespräche.“

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