Hingucker aus Löffel und Gabeln

Ute Folkerts verarbeitet Silberbesteck zu modischen Accessoires

Ute Folkerts macht aus alten Schubladenbesetzern modische Hingucker.
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Stellt aus Silberbesteck Unikate her: Ute Folkerts macht aus alten Schubladenbesetzern modische Hingucker.

Silbergabeln werden zu Armreifen und Löffel zu Ringen. Diese besondere Schmuckkunst betreibt Ute Folkerts, die ihr Silber dieses Wochenende am Kläner Hof in Dötlingen ausstellt. Das Besondere: „Die Menschen können mit ihrem alten Silberbesteck zu mir kommen und ich arbeite das dann um“, so die 59-jährige Künstlerin.

Dötlingen – Ein großer Vorteil der Verarbeitung: Nach den aufwendigen Arbeitsschritten ist der Besteck-Schmuck nickelfrei. „Das ist wichtig für Allergiker“, verrät Folkerts. Außerdem laufe das Silber nicht mehr an, „Man kennt das vielleicht aus Omas Schublade.“ 27 Arbeitsschritte seien dafür nötig, und das beträfe nur die Oberfläche des Silbers. „Ich glühe und Kratze die Besteckstücke. So wird das Kupfer aus dem Silber herausgeholt, was normalerweise für den Anlauf sorgt. Denn das oxidiert mit dem Schwefel in der Luft“, erklärt Folkerts.

Nachdem das Besteck abgegeben wurde, dauere es in der Regel drei Wochen, bis der Schmuck fertig ist. Die Arbeit erledigt die Künstlerin dabei seit etwa zwei Jahren in ihrer Werkstatt in Sandkrug. Besonders beliebte Mitbringsel seien Kuchengabeln und kleine Löffel, aus denen die 59-Jährige Ringe fertigt. Die anfallenden Kosten erfahren ihre Kunden, bevor sie sich von ihrem Silber trennen. Entscheidend sei aber auch der Zustand des mitgebrachten Bestecks und was sich der Kunde wünsche.

Aber auch bereits vollendete Stücke habe sie in ihrer Sammlung. Das Material für diese besorge sich die Künstlerin aus dem skandinavischen Raum. „Die haben da die schönsten Sachen“, schwärmt Folkerts. Das liege an einer speziellen Besteckkultur. „Es ist einfach anders verarbeitet und aufwendiger gestaltet. Je weiter nördlich man sucht, desto eher findet sich das wirklich gute Silberbesteck.“ Dieses kaufe sie dann auf Auktionen. Zudem habe sie Helfer, die nach besonderen Stücken für sie Ausschau halten. „Wie zum Beispiel schön verzierte Gemüsevorlagelöffel“, schwärmt sie.

Diese vielfältige Formen entstehen nach der Bearbeitung.

Durch eine Kundin auf die Idee gekommen

Angefangen habe die gebürtige Emdenerin im Jahr 1982. „Da habe ich in Rheine bei Münster meine Lehre als Goldschmiedin begonnen. Ich musste so weit weg lernen, weil es wirklich wenig Ausbildungsplätze gab. Bei der Berufsorientierung wurde mir gesagt, ich habe bessere Chancen, wenn ich Medizin studiere“, erzählt Folkerts.

Auf die Idee, aus Silberbesteck Schmuck zu machen, sei die Emdenerin vor 28 Jahren durch eine Kundin gekommen. „Eine Frau ist in meine Werkstatt gekommen und wollte, dass ich ihr vier wunderschöne Silbergabeln aus dem Jugendstil einschmelze. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich probiere, etwas aus diesem Besteck zu machen. Wenn es ihr nicht gefällt, dann könnte ich es ja noch immer einschmelzen. Aber es gefiel ihr“, resümierte Folkerts ihre Anfänge. Diese erste Arbeit sei ein Armreif geworden. Dann habe sich herumgesprochen, dass sie Silberbesteck verarbeite. „Es sind einfach immer mehr gekommen, die etwas Ähnliches wollten“.

Die Ausstellung am Kläner Hof sei erst die dritte in diesem Jahr. „Alles andere ist coronabedingt ausgefallen. Auch im vergangenen Jahr konnten wir keine Messe oder Ähnliches besuchen. Deswegen müssen wir jetzt mitnehmen, was gerade geht.“ Zu sehen ist die Besteckkunst am Kläner Hof bis einschließlich Sonntag. Zudem wird die 59-Jährige in der kommenden Woche auf der Messe „Landtage Nord“ zu finden sein.

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