Tim Gersner aus Neerstedt startete eine Spendenaktion für die „Ukunda Lions“ in Kenia

Hilfe für Fußballkids in Afrika

Kleine Geste, große Freude: Die Kinder haben endlich einen richtigen Fußball.
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Kleine Geste, große Freude: Die Kinder haben endlich einen richtigen Fußball.

Neerstedt – E-Mails bekommt der Vereinsvorsitzende des TV Neerstedt, Tim Gersner, eine ganze Menge und zwar aus der ganzen Welt: Russland, Slowenien, Afrika. In einigen bieten sich Personen als Spieler an, in anderen wird Geld gefordert. Anfang August war es jedoch anders: Ein Mann aus Ukunda in Kenia bat ihn um Unterstützung für die fußballspielenden Kinder in seinem Dorf, die er als Trainer betreut.

Viele wären vielleicht nicht weiter auf eine solche Nachricht eingegangen. Nicht so der 36-jährige Gersner. Er las sich das Anliegen kritisch durch und wog das Für und Wider der höflichen Bitte ab. Letztlich gab er dem Projekt eine Chance. „Es erfordert Mut, Menschen in einem fremden Land um Hilfe zu bitten“, findet Gersner.

Gersner schickt Warensendungen, kein Geld

In der Korrespondenz entwickelte sich seit dem eine freundschaftliche Verbundenheit. Gersner baute eine Vertrauensbasis auf. Er überprüfte Ortsangaben und Fotos und tauscht sich seit dem regelmäßig mit dem Trainer in Ukunda aus. Dann beschloss er, ein Paket mit zwei Fußballtoren sowie einer Torwand in das ferne Land zu schicken. Geld zu senden, kommt für ihn nicht in Frage, auch um der Versuchung vorzubeugen, dass es vor Ort zweckentfremdet wird. Das Durchschnittseinkommen in Kenia liege bei 20 bis 30 Euro im Monat, erzählt Gersner.

Momentan stellt er eine neue Sendung mit Sachspenden zusammen. Turnschuhe, Trikots, alles was zum Kicken benötigt wird. Die Sachen kommen bisher aus seinem Umfeld. Vieles hat er als Privatperson aus seiner eigenen Tasche bezahlt. Außerdem erstellte er eine Spendenseite im Internet, um das Hilfsprojekt konkret zu fördern. Von den rund 1 000 Euro Warenwert sowie Versandkosten, die bisher in die Aktion flossen, kamen knapp ein Drittel über Zuwendungen dazu.

„Kenia ist ein geteiltes Land in Afrika. Der Flughafen der Hauptstadt Nairobi könnte auch in Paris oder Amsterdam stehen, so wie er aussieht. Auf dem Land herrscht hingegen bittere Armut“, so Gersner. In Deutschland lebe man in einer materiell sehr reichen Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Anderswo auf der Welt sehe das ganz anders aus.

Zunächst begann er, bei sich zu Hause zu schauen. „Ich hatte vier, fünf Fußballschuhe bei mir rumliegen, die brauche ich doch gar nicht alle“, berichtet er über die Anfänge. Gersner: „Ich weiß, dass ich die großen Probleme dort nicht ändern kann, aber ich kann 20 Kindern eine kurze Freude machen, das geht.“ Erst am Mittwoch ist erneut eine Sendung mit drei Paar Fußballschuhen, Fußbällen sowie Hütchen zum Abstecken eines Spielfeldes in Kenia angekommen. Gersner freut sich, das Ergebnis auf Fotos und Videos zu sehen.

Die Sendungen kommen an

„Alles, was wir losgeschickt haben, ist auch zugestellt worden“, betont er. Der kenianische Zoll sei streng, was Wertgrenzen für private Warensendungen betrifft. Deshalb achtet er sehr genau auf die korrekten Angaben. Spannend war für ihn die allererste Sendung. Kommt das Paket an? Per DHL-Sendungsverfolgung konnte Gersner mitfiebern, wie die Bestellung aus Italien zunächst über Leipzig, London, Nairobi und anschließend mit einem lokalen Transporteur bis nach Ukunda transportiert wurde. Nichts ging kaputt. Als nächstes sollen Trikots zum Weltkindertag am 20. September die „Ukunda Lions“ erreichen, wie er „seine Mannschaft“ dort nennt.

Zum Spendenaufruf

www.bit.ly/Spende-Ukunda

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