Hier gehen bald die Lichter aus

Die Dauerbeleuchtungen der Windkraftanlagen in Dötlingen sollen abgeschaltet werden

Auch die Windkraftanlagen in Iserloy werden nachts nur noch bei Flugverkehr leuchten.
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Auch die Windkraftanlagen in Iserloy werden nachts nur noch bei Flugverkehr leuchten.

Haidhäuser/Uhlhorn/Iserloy – Noch sind die Windkraftanlagen in der Gemeinde Dötlingen nachts durch eine blinkende Beleuchtung zu erkennen. Bald soll diese aber nur noch angeschaltet werden, wenn sich Flugzeuge in der Nähe befinden. Der Aufbau des Passivradarsystems für die Windkraftanlagen im Oldenburger Land ist abgeschlossen.

„Die Technik ist bereit und funktioniert. Der Ball liegt bei der Deutschen Flugsicherung, die die Anlagen noch abnehmen muss“, erklärt der Projektleiter der Umbauarbeiten der Firma Parasol, Marvin Friedrichsen. „In ein bis zwei Monaten gehen nun wirklich die Lichter aus.“ Das Projekt sollte eigentlich schon Anfang des Jahres abgeschlossen werden. Die erste Verschiebung der Abschaltung sei aufgrund der Pandemie-Situation entstanden (wir berichteten). Nun habe die Deutsche Flugsicherung einfach viel zu tun. „Deutschlandweit müssen sich alle Windkraftanlagen dem Umbau stellen und ihre nächtliche Dauerbeleuchtung umrüsten lassen“, erklärt Friedrichsen. Ein festes Datum für die Abschaltung der nächtlichen Dauerbeleuchtung gibt es demnach noch immer nicht. „Dadurch, dass alle umrüsten müssen, sind wir nur eine Prüfung unter vielen.“

„In ein bis zwei Monaten gehen nun wirklich die Lichter aus“

Der Grund dafür sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Windkraftbetreiber zu diesem Schritt verpflichtet. Bei Zuwiderhandlung dürfe der erzeugte Strom nicht verkauft werden, die Betreiber verlieren ihre Einspeisevergütung. „Dementsprechend greifen auch immer mehr von ihnen auf unsere Technologie zurück“, freut sich der Projektleiter.

Und so funktioniert’s: Jedes System besteht aus mehreren Sensoren und jeweils zwei Antennen. Eine empfängt ein Rundfunksignal, die andere das Signal des Flugobjekts. Mithilfe dieser Daten und der Radartechnik kann dessen Standort dann berechnet und anschließend entschieden werden, ob eine Beleuchtung der Windräder nötig ist oder nicht. Die Informationen und der Standort des Flugzeuges werden dann an andere Systeme in der Nähe weitergegeben.

Obwohl es mehrere Technologien auf dem Markt gibt, die sich mit der Problematik der Dauerbefeuerung beschäftigen, sei das Konzept im Dötlinger Raum etwas Besonderes: „Wir haben das Glück, sagen zu können, dass es für alle teilnehmenden Windkraftbetreiber günstiger wird, je mehr Anlagen mitmachen“, erzählt Friedrichsen. Der Preis sei demnach festgelegt, die Projektkosten werden unter den Mitmachenden aufgeteilt. Die drei Standorte in der Gemeinde Dötlingen – Haidhäuser, Uhlhorn und Iserloy – gehörten laut Friedrichsen zum ersten Cluster, in denen das System im Oldenburger Land installiert wurde. Aus den 63 Anlagen, die noch zu Beginn des Jahres bei dem Projekt dabei waren, sind mittlerweile 100 geworden. „Weitere 196 befinden sich gerade in der Endabstimmung“, so der Projektleiter.

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