Heupreise sinken wieder leicht

Teures Futter? In diesem Jahr können Pferdehalter etwas aufatmen.
+
Teures Futter? In diesem Jahr können Pferdehalter etwas aufatmen.

Nach zwei Dürresommern haben Pferdebesitzer in den vergangenen Jahren teils horrende Preise für Heu zahlen müssen. Auch 2020 war ein trockenes Erntejahr – doch eine leichte Entspannung sei spürbar, berichten verschiedene Zucht- und Ausbildungsställe aus der Gemeinde Dötlingen.

Dötlingen – Egal, wie das Klima ist: Pferde brauchen Heu. Das hat Hof- und Stallbesitzer in den vergangenen beiden Jahren einiges gekostet. Denn die extrem trockenen Sommer hatten eine wenig ertragreiche Heuernte zur Folge. Das ist anhand der Zahlen des Statistischen Landesamts deutlich zu erkennen: Der Ertrag von Wiesen, Grasanbau und Mähweiden lag 2018 und 2019 bis zu einem Drittel unter dem von 2017. Die endgültigen Ergebnisse für das laufende Jahr seien noch nicht da, berichtet Georg Keckl vom Statistischen Landesamt. Doch eine Tendenz ist ihm zufolge bereits erkennbar: „Es ist besser als letztes Jahr. Wir nähern uns jetzt einem Durchschnittsertrag an.“ Schwierig sei es aber weiterhin in trockenen Gegenden wie etwa der hiesigen Geestlandschaft oder dort, wo die Mäuse besonders verbreitet sind.

Schädlinge machen die Pflanzen kaputt

Das hat auch Petra Höpe, die in Neerstedt eine Haflingerzucht und Hengsthaltung betreibt, erlebt. „Es war ein ganz extremes Jahr mit Schädlingen“, sagt sie. Mäuse, aber auch Tipula-Larven, hätten ihre Grünlandflächen befallen und die Wurzeln beschädigt. Das Resultat: Die Ernte fiel um ein Drittel geringer aus als sonst. Deshalb musste Höpe in diesem Jahr erstmals Heu zukaufen. 2019 und 2018 sei sie mit dem Eigenanbau noch knapp hingekommen.

Die Neerstedterin wurde bei Ebay fündig, wo ein Harpstedter Landwirt Ballen verkaufte. „Jetzt zum Herbst hin waren das fast normale Preise“, berichtet sie. Das sei am Jahresanfang noch anders gewesen. „Viele haben da schon Panik gehabt. Aber man muss ja schon gucken: Überteuert will man auch nicht kaufen.“

Auf dem Hof Aschenbeck sieht die Lage ebenfalls besser aus als 2019. Aktuell sei mehr Heu verfügbar, und das zu einem günstigeren Preis, erklärt Gerd Aschenbeck. Er sei nahezu komplett darauf angewiesen, das Futter zuzukaufen. Während der Aschenstedter zu Hochzeiten zwischen 80 und 100 Euro pro Ballen habe zahlen müssen, seien es nun 25 bis 30 Euro. Auf Lieferantensuche habe er sich nicht begeben müssen, erzählt Aschenbeck: Er bezieht sein Heu seit Langem aus dem friesischen Dangast. Dort seien seine Jungpferde im Sommer untergebracht, daraus sei eine Kooperation entstanden.

Vollständig auf den Zukauf angewiesen ist der Dötlinger Ausbildungsstall von Hermann Gerdes. Die Lage sei zwar besser, „aber noch nicht entspannt“, findet der Betreiber. Er zahle in diesem Jahr etwa zehn Euro weniger pro Ballen als 2019, berichtet er. „Das muss noch ein bisschen günstiger werden.“ Auch Gerdes arbeitet fest mit einem Händler zusammen, der ihm Heu aus der Region besorgt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Mit «Weltklasse-Torhüter»: Bayern macht Achtelfinale klar

Meistgelesene Artikel

Kommentare