Dötlinger nehmen mit 10.000 Euro dotierten Preis in Berlin entgegen

„Wi helpt di“ gewinnt Bundeswettbewerb

Die „Dötlinger Bank“ als Mitfahrer-Angebot stand neben der Nachbarschaftshilfe sowie dem Mehrgenerationenplatz im Mittelpunkt der Bewerbung für den Wettbewerb „Gesund älter werden in der Kommune – bewegt und mobil“. - Archivfoto: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Großer Jubel in der Gemeinde Dötlingen: Das Projekt „Wi helpt di“ hat beim Bundeswettbewerb „Gesund älter werden in der Kommune – bewegt und mobil“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) den ersten Preis in der Kategorie „Kreisangehörige Kommunen“ gewonnen.

Sozial- und Ordnungsamtsleiterin Elke Brunotte, Birgit Schachtschneider vom Verein „Wi helpt di“ sowie Anne-Marie Glowienka, Ratsfrau und Vertreterin der „Wi helpt di“-Genossenschaft, nahmen die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am Montagabend in Berlin entgegen.

Insgesamt hatten sich 94 Landkreise, kreisfreie Städte und Gemeinden beworben. Die Jury ermittelte neun Gewinner in drei Kategorien und lud sie in die Hauptstadt ein. Welchen Platz sie bei dem Wettbewerb jeweils belegt haben, erfuhren die Preisträger aber erst während der Verleihung im Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Dementsprechend gespannt war man am Vormittag noch im Neerstedter Rathaus. Unabhängig von der Platzierung war sich Bürgermeister Ralf Spille sicher: „Dass ,Wi helpt di‘ zu den Gewinnern gehört, ist ein tolles Signal für alle, die sich in der Gruppe engagieren.“

Auch die Jury hob das bürgerschaftliche Engagement, das die Gemeinde mit dem Projekt ausgelöst habe, besonders hervor. Zudem lobte sie laut einer Pressemitteilung „den proaktiven Umgang mit dem demografischen Wandel, und dass in vorbildlicher Weise Gesundheit, Mobilität und das soziale Miteinander gefördert werden“. Die Gemeinde Dötlingen hatte in ihrer Bewerbung die im Sommer angelaufene Nachbarschaftshilfe, die Unterstützung im Alltag bietet, das Mitfahrer-Angebot „Dötlinger Bank“ und den Neerstedter Mehrgenerationenplatz als Bewegungstreffpunkt in den Fokus gerückt.

Beeindruckt zeigte sich die Jury auch von der Entstehungsgeschichte. Schließlich ist die Projektgruppe „Wi helpt di“ das Ergebnis eines nicht gewollten, großen Pflegekomplexes im Dötlinger Ortskern. Bekanntlich fand der Widerstand der Einwohner damals Gehör. Die Gemeinde initiierte 2012 gemeinsam mit dem Institut für Partizipatives Gestalten die Planungswerkstätten „Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde Dötlingen“ und rief Bürger, Politiker, Vereine sowie Einrichtungen dazu auf, ihre Ideen und Bedürfnisse einzubringen. Aus dem daraus entstandenen Arbeitskreis wurde die Projektgruppe „Wi helpt di“, aus der Ende 2014 dann auch der Verein und die Genossenschaft hervorgingen.

„Wir helfen dir“ – das sei nicht nur ein Name, sondern ein Versprechen an die Senioren in Dötlingen, heißt es in der Pressemitteilung zur Preisverleihung, bei der gestern auch zahlreiche Ehrengäste eine Laudatio hielten. Den Auftakt machte Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, die den Wettbewerb ins Leben gerufen hatte, um bewegungsfördernde Strategien und Maßnahmen bekannter zu machen. Sie könnten als Beispiel für andere dienen. Die Kommunen spielten eine besonders wichtige Rolle, weil die Lebensverhältnisse vor Ort die Gesundheit maßgeblich beeinflussen würden. Gefördert wurde der Wettbewerb vom Verband der Privaten Krankenversicherung, deren Leiter Stefan Reker den Preis in der Kategorie „Kreisfreie Städte“ verlieh. Die Dötlinger Vertreter erhielten ihre Auszeichnung und lobende Worte von Professor Dr. Dr. Ursula Lehr von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen. Grußworte sprachen zudem die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesgesundheitsministeriums, Ingrid Fischbach, und Uwe Lübking als Vertreter des deutschen Städte- und Gemeindebundes.

Neben „Wi helpt di“ wurden unter anderem Sportgruppen, Initiativen für mehr Barrierefreiheit sowie Spazier- und Lauftreffs für Senioren geehrt. Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von 60 000 Euro verteilt. Die Dötlinger können ihren 10 000- Euro-Gewinn nun in die Fortführung der Initiative und neue Projekte fließen lassen.

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