Wohnbauprojekt ist nicht mehr realisierbar 

„Wi helpt di“-Genossenschaft beschließt Auflösung

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Ziemlich genau vor drei Jahren präsentierten die Verantwortlichen der „Wi helpt di“-Genossenschaft, die seit einem Jahr eingetragen ist, die Entwürfe für das Wohnbauprojekt. Nun ziehen sie einen Schlussstrich unter das Vorhaben.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Die Grundidee war gut, die Pläne waren ambitioniert, die Hürden einfach zu groß – die Genossenschaft „wi helpt di – wohnen“ ist mit ihrem Wohnbauvorhaben gescheitert und zieht nun einen Schlussstrich.

Nur ein gutes Jahr nach der Eintragung in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Oldenburg hat sie während einer Versammlung ihre eigene Auflösung beschlossen. Da das Vermögen aufgezehrt ist, sind zudem die Anteile der Mitglieder verloren. Die Vorsitzende des Aufsichtsrates, Renate Hocke, sprach von einer deprimierenden Aufgabe. „Nachdem in den vergangenen Monaten immer klarer wurde, dass die Genossenschaft mit ihren Plänen an bürokratischen Hürden und finanziellen Hindernissen scheitern würde, haben die Anwesenden alle möglichen weiteren Optionen diskutiert“, teilte Hocke mit. Schließlich stimmte die Versammlung bei einer Enthaltung für die Auflösung der Genossenschaft.

Wie berichtet, wollte „wi helpt di – wohnen“ auf dem Precht-Areal am Walschenkampsweg/Ecke Goldbergsweg in Dötlingen das Mehrgenerationenwohnen unter dem Namen „Goldbergshöfe“ realisieren. Für den Erwerb des Grundstückes hatte die Genossenschaft aber deutlich zu wenig Geld eingesammelt, sprich zu wenig Interessierte hatten Anteile gezeichnet. Die Kauffrist lief im März dieses Jahres ab. Die Enttäuschung bei den Ehrenamtlichen war groß. Da die Gemeinde die Fläche erwarb, blieb aber zumindest noch etwas Hoffnung auf eine eventuelle Projektumsetzung bestehen.

Es drohen noch finanzielle Belastungen

In einer Mitteilung bemängelt „wi helpt di – wohnen“ jetzt allerdings Intransparenz der handelnden Gremien: „Der Rat schien uneins über die künftigen Pläne der Bebauung. Damit sieht die Genossenschaft keine Möglichkeit mehr, ihre definierten Ziele und fertigen Pläne hinreichend einzubringen.“ Dabei hätten zwei Unternehmen, die im Sommer ihre Baukonzepte der Gemeinde vorgestellt haben, die Möglichkeit signalisiert, dass „wi helpt di – wohnen“ in die Realisierung einbezogen werden sollte.

Bürgermeister Ralf Spille bestätigte am Montag auf Nachfrage, dass es Gespräche mit potenziellen Investoren gab, auch im Beisein von „Wi helpt di“-Vertretern. Schließlich habe die Verwaltung vom Gemeinderat den Auftrag erhalten, Vorschläge zusammenzutragen und zu eruieren, was auf dem Grundstück überhaupt realisierbar ist. Für dieses hatte die Politik nämlich den Bebauungsplan „Goldbergshöfe“ aufgestellt. „Wir sammeln immer noch Ideen, Konkretes gibt es derzeit nicht“, so Spille.

Eine bittere Erfahrung

Aus finanzieller Sicht ist das Scheitern der Genossenschaft nicht nur für die Mitglieder, die ihre Anteile verloren haben, eine bittere Erfahrung. „Zusätzlich drohen Vorstand und Aufsichtsrat weitere Belastungen, denn noch gibt es Diskussionen um Architektenleistungen, von denen man gehofft hatte, dass sie im Laufe des realisierten Projektes beglichen werden könnten“, teilt Hocke mit. Ob und welche Ansprüche berechtigt bestehen, müsse geklärt werden. Die Situation sei für die Betroffenen sehr belastend. Bürgerschaftliches Engagement hätten sie sich nicht so vorgestellt, dass sie vielleicht persönlich für unvorhersehbare negative Entwicklungen haften sollen.

Bekanntlich ist die Genossenschaft aus dem Projekt „Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde“ hervorgegangen. Auslöser war der Protest gegen ein Seniorenzentrum auf dem Precht-Grundstück. In gemeinsamen Workshops entwickelten Fachleute und Einwohner Lösungen und ein Konzept, aus dem „Wi helpt di“ mit den drei Säulen „Pflege organisieren“, „Nachbarschaft leben“ und „Wohnen gestalten“ entstand. Letztere wollte die Genossenschaft mit Leben füllen. Das millionenschwere Projekt sah um Höfe gruppierte Wohneinheiten für Jung und Alt vor.

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