Brettorfer und Hockensberger sorgen für eine saubere Landschaft / Dötlinger sammeln am 16. April Müll

Haufenweise Flaschen, Reifen und Stühle

Auch die Hockensberger sowie Iserloyer waren unterwegs und befreiten die Landschaft von achtlos weggeworfenem Müll. - Foto: Beumelburg

Brettorf/Hockensberg - „Entlang der Hauptstraßen liegt immer am meisten Müll.“ Gerrit Meyer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Brettorfer Vereine, spricht aus langjähriger Erfahrung. Die AG beteiligt sich stets im Frühjahr mit 20 bis 30 Einwohnern an der vom Landkreis ausgeschriebenen Aktion „Saubere Landschaft“. So auch am Sonnabend. Neben den Brettorfern waren auch die Mitglieder des Heimatvereines Hockensberg unterwegs. Zu ihren größten Funden gehörten Autoreifen, Gartenstühle, Holzbretter und Altmetall.

In Brettorf freute sich Meyer darüber, dass so viele Kinder und Jugendliche dabei waren. Aufgeteilt in Gruppen zogen sie vom Haus der Vereine aus mit Müllzangen und Säcken durchs Dorf und sammelten vor allem an den Zufahrtsstraßen. Dabei mussten die Beteiligten durchaus gut zu Fuß sein: Rund drei Kilometer ging es teils an den Hauptstraßen entlang, um den Müll aufzugreifen, den Autofahrer oft einfach aus den Fenstern geworfen hatten. „An diesen Strecken findet man immer viele Fast-Food-Verpackungen, Zigarettenschachteln und einige Flaschen“, berichtete Meyer, der auch anmerkte, dass es in Brettorf keinen Kohlgänger-Anlaufpunkt gebe. „Die hinterlassen sonst nämlich oft ihre Spuren.“ Generell sei der Müll in den vergangenen Jahren weniger geworden. „Das zeigt doch, dass viele Menschen schon bewusster mit der Umwelt umgehen“, meinte Meyer.

Dennoch war der Container am Haus der Vereine am Ende der Aktion halbvoll. Einen Teil hatten zuvor schon die Klattenhofer beigetragen. Denn auch die dortige Dorfgemeinschaft war am Wochenende unterwegs und befreite die Landschaft in ihrem Beritt von dem Müll, den Menschen dort fahrlässig oder vorsätzlich zurückgelassen haben.

Als Mitarbeiterin bei der Gemeinde Dötlingen sowie als engagierte Brettorferin hat auch Marion Einemann bereits seit Jahren mit den Müllsammelaktionen zu tun. Die Kommune sorgt beispielsweise im Auftrag des Landkreises für das Aufstellen der Container, damit die Aktiven in ihren Bereichen den Unrat wieder los werden.

In Hockensberg zeigte sich der Vorsitzende des Heimatvereins, Marcus Martens, mit der Resonanz zufrieden: „Die Teilnehmer, ob jung oder alt, waren hochmotiviert und haben sich die Aufgaben prima verteilt.“ 17 Erwachsene und sieben Kinder waren vier Stunden lang unterwegs, um ihren Teil zu der Aktion „Saubere Landschaft“ beizutragen. Dabei konzentrierte sich der Sammelschwerpunkt entlang der Hauptwege: Iserloyer Straße, Am Wienbarg, Stedinger Weg, Brakland, Stadtweg, Diekmeyersweg und Rahmanns Weg. Zusätzlich wurde noch am alten Grenzweg Abfall aufgeladen.

Einen besonderen Müllschwerpunkt stellte der Diekmeyersweg dar. Hier hatte bereits im Vorfeld ein Dorfbewohner 65 Flaschen aufgesammelt und zum Wertstoffhof gebracht. „Wie in jedem Jahr war auch an der B 213 viel Unrat, sodass hier ein ganzer Autoanhänger voll zusammenkam“, informierte Martens.

Zu den jüngsten Helfern gehörte der fünfjährige Tim Brandes: „Es macht mir viel Spaß, dabei zu sein“, verkündete er. „Meine Mutter hat zwar gesagt, dass ich mitkommen soll, es war aber ganz anders als sonst die Spaziergänge.“ Die Heimat sauber zu halten, war auch das Teilnahme-Motiv der neunjährigen Luisa Garms. Für sie war es aber nichts Neues. „Denn ich war schon öfter dabei“, erzählte sie. Zum Abschluss traf sie sich mit den anderen Teilnehmern zu einem geselligen Beisammensein im Golf- und Gartencafé in Iserloy, wo es eine Stärkung gab.

In Neerstedt wurde schon vor einer Woche gesammelt. Es folgen noch die Dötlinger sowie die Kinder der Grundschule Neerstedt mit einer Extra-Aktion. Im Herbst wartet als kleiner Lohn dann die Prämie vom Landkreis auf die fleißigen Helfer.

Dafür muss die Sammlung allerdings auch dokumentiert werden. Wie viele waren beteiligt? Was und wie viel wurde gefunden? Einemann hatte in Brettorf das Endergebnis sowie die Kuriositäten im Blick. „Im halb gefüllten Container finden sich unter anderem Autoscheiben, Batterien, Folien, Radkappen und Werbeschilder“, berichtete sie. Auch ein halbes Kinderfahrrad sowie ein kaputter Stuhl waren dabei.

Weiterhin sei das Gewässer entlang der Straßen „Kiewitt“ und „Dehnkamp“ abgesucht worden. „Da haben wir etwa zehn Quadratmeter von der dicken Kunststoff-Einfassung gefunden, die durch das Ausheben und Reinigen des Gewässers mit herausgerissen wurde und liegen geblieben ist“, so Einemann. „Hierfür hoffen wir nun auf eine kleine Spende seitens der Hunte-Wasseracht, die die Gräben jährlich reinigt.“ - an/jb

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Klingende Sehenswürdigkeiten: Gescher Glocken im Münsterland

Klingende Sehenswürdigkeiten: Gescher Glocken im Münsterland

Flughäfen zwischen Abflug- und Ausflugsziel

Flughäfen zwischen Abflug- und Ausflugsziel

Das ist der Gipfel: E-Mountainbiking am Dachstein

Das ist der Gipfel: E-Mountainbiking am Dachstein

Neue Smartphones von Nokia und Motorola im Test

Neue Smartphones von Nokia und Motorola im Test

Meistgelesene Artikel

Landwirtschaftliche Zugmaschinen stoßen in Bühren zusammen

Landwirtschaftliche Zugmaschinen stoßen in Bühren zusammen

ALS-Patient auf Abschiedstour: Wenn eine Diagnose alles verändert

ALS-Patient auf Abschiedstour: Wenn eine Diagnose alles verändert

„Becker“-Filiale bei Stratmeyer

„Becker“-Filiale bei Stratmeyer

Unfall bei Unwetter: Auto überschlägt sich mehrfach

Unfall bei Unwetter: Auto überschlägt sich mehrfach

Kommentare