Hans-Werner Sinn referiert auf „Gut Altona“ über „Die reale Seite der Krise“ / Auch aktuelle Flüchtlingssituation Thema

Droht den europäischen Staaten eine Transferunion?

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Die Vorstände der Volks- und Raiffeisenbanken waren sehr gespannt auf den Vortrag von Hans-Werner Sinn (Mitte).

Altona - Wer am Donnerstagabend noch einen Parkplatz beim „Hotel Gut Altona“ ergattern wollte, musste früh da sein. Denn rund 400 Gäste wollten sich den Vortag von Professor Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts an der Universität München und eine Koryphäe im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, nicht entgehen lassen. Er sprach über „Die reale Seite der Krise“ im Rahmen der „Zeitgespräche mit Prominenten“. Die Veranstaltungsreihe wird von den Genossenschaftsbanken Oldenburg-Land und Delmenhorst angeboten.

„Wer Sinn kennt, der weiß, dass er vor allem wegen zwei Merkmalen bekannt ist: messerscharfe Analysen und schonungslose Offenheit“, erklärte Frank Ostertag, Vorstand der Volksbank Wildeshauser Geest, im Vorfeld. Er und seine Kollegen seien sehr gespannt auf den Vortrag.

Ursachen für die andauernde Staatsschulden- und Finanzkrise sieht Sinn in der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit der südeuropäischen Länder. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe dadurch, dass sie keine Geld- sondern eine Rettungspolitik für die verarmten Länder geführt habe, nur dafür gesorgt, diesen Status beizubehalten.

Diese Kritik ist auch Thema von „Der Euro: Von der Friedensidee zum Zankapfel“, dem neuesten Buch des Wirtschaftsexperten.

Einen Austritt aus der Eurozone sieht Sinn problematisch. Dennoch: Falls die südeuropäischen Länder nicht ihre Wettbewerbefähigkeit zurückgewinnen, dann droht der EU eine Transferunion – ein Länderausgleich auf europäischer Ebene. Die finanziell besser dastehenden Staaten mussten die schwächeren unterstützen. Sinn rechnet in diesem und im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von jeweils 1,8 Prozent in Deutschland.

Aber nicht nur die Finanzkrise sprach Sinn an, sondern auch die Flüchtlingssituation. Die Aufnahme von Flüchtlingen sei eine humanitäre Aufgabe, bringe aber keine wirtschaftlichen Vorteile. Der Grund sei die schlechte Ausbildung der Asylbewerber, sodass sie nur in niedrigbezahlten Jobs eingesetzt werden.

Im Anschluss signierte der Professor noch Exemplare seiner Bücher für die Gäste.

fio

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