Hunderte Gäste beim Tag des offenen Hofes auf dem Betrieb von Schweinebauer Uwe Abel in Grad

Händeschütteln im Akkord

Bauer Uwe Abel (rechts) informierte die Besucher über die Initiative „Tierwohl“, für die er einen Stallbereich umgestaltet hatte.

Grad - Von Ove Bornholt. Die ersten Hinweisschilder standen schon beim Kreisverkehr in Neerstedt, die Wegeseitenränder an der Straße Auf der Grad waren mit Flatterband abgesperrt, Hofauffahrten mit Holz blockiert, ein halbes Dutzend Ordner wies die ankommenden Autos auf einem abgeernteten Feld in die Parkbereiche ein – das kleine Dorf Grad hatte sich für die erwarteten 5.000 Besucher zum Tag des offenen Hofes am Sonntag auf dem Betrieb von Uwe Abel vorbereitet. Und viele kamen, um einen Blick auf den aus dem Fernsehen bekannten Schweinebauer zu werfen.

Abel schien der Trubel nichts auszumachen. Ungerührt führte er eine Gruppe über das Gelände, stellte sich hier und da mal zu einem Foto für die Gäste auf und kümmerte sich darum, dass alles lief. Er kurbelte den Verkauf von Losen fürs „Schweinelotto“ an, unterhielt sich mit Bürgermeistern aus der Gegend über die Initiative „Tierwohl“ und schüttelte vermutlich mehr Hände, als Schweine auf dem Hof leben. Das sind 1 400.

Die Gäste, von denen viele von außerhalb des Landkreises Oldenburg kamen, bummelten entspannt über das Gelände, klönten mit Bekannten und schauten sich überall um. Dort präsentierten sich die Landfrauen, hier die Jägerschaft, gegenüber die Imker und dazwischen galt es, bei der Landjugend Paletten mit einem Gabelstapler so schnell wie möglich aufzuschichten. „Das will ich auch noch versuchen“, meinte Bauer Uwe.

Gondel ermöglicht Vogelperspektive

Andere Besucher stiegen derweil in eine Gondel, die von einem großen Baukran in die Höhe gezogen wurde, und genossen die Vogelperspektive auf das Gelände. Es war ein stetiges Kommen und Gehen. Einige Angebote richteten sich mit Saatgut gezielt an Bauern, an anderen Ständen ging es um Leckereien vom Hof. Vereine wie die Trecker-Veteranen aus Lüerte zeigten ihre Fahrzeuge. Kandidaten aus der Fernsehserie „Bauer sucht Frau“, wie Uwe und seine Iris es gewesen waren, waren ebenfalls präsent und verkauften zum Beispiel Eierlikör.

Auch die Schweine und damit die Landwirtschaft, um die es beim Tag des offenen Hofes ja in erster Linie geht, waren präsent. Nicht nur durch ihren Geruch, der aus dem offenen „Tierwohl“-Stall zog, sondern auch hinter dem Sichtfenster in die konventionelle Haltung auf Spaltenböden und – zur Freude der kleinen Besucher – in einem offenen Stall, in dem sich auch ein paar Tiere aufhielten, die man streicheln durfte.

Die Veranstaltung richte sich nicht nur an die Bauern aus der Gegend, sondern auch an Leute, die sonst nichts mit der Landwirtschaft zu tun hätten, sagte Bauer Uwe. Und er wolle auch ein bisschen Werbung für sein Hofcafé machen, räumte der groß gewachsene Mann freimütig ein.

„Nicht nur ein Sonntagsausflug“

Unter den Besuchern war das Landwirtspaar Haye aus Holle bei Wüsting in der Gemeinde Hatten. „Es wäre schön, wenn die Leute etwas mitnehmen würden und es nicht nur ein Sonntagsausflug war“, meinte Yvonne Haye (39). Ihr Mann Frank (41) ist Öko-Bauer im Nebenerwerb. Von seinem Betrieb alleine könne er nicht leben, sagte er.

Ein paar Meter daneben lenkte Josephine (2) ihren Tret-Trecker durch einen schmalen Durchgang, der aus Strohballen bestand. Für die Kinder gab es diverse Angebote. Vom Malen an der Stallwand mit Kreide vom Regionalen Umweltzentrum in Hollen über Sandhaufen zum Burgen bauen bis hin zu den großen Traktoren, die das kleine Mädchen und viele andere durch einen Parcours lenkten.

Vom Parkplatz kamen derweil immer mehr Besucher auf das Gelände. Zur Mittagszeit und vor allem am Nachmittag war der Andrang deutlich höher als am Vormittag. Und Bauer Uwe schüttelte weiter Hände.

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