Dötlinger Komponist feiert erneut Triumph

Günter Berger gewinnt mit „Klangfarbenteppich“ den „Kompolize“-Wettbewerb 

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In seiner 68-jährigen Karriere hat Günter Berger mehr als 20 Preisverleihungen für sich entscheiden können. Der Sieg des renommierten „Kompolize“-Wettbewerbs ergänzt seine Sammlung perfekt.

Dötlingen - Von Lea Oetjen. Günter Berger hat es geschafft: Mit seinem Stück „Sinfonischer Klangfarbenteppich“ hat er die 14. Ausgabe des internationalen Kompositionswettbewerbs „Kompolize“ gewonnen – ein weiterer Triumph seiner 68-jährigen Karriere.

„Ich war komplett überrascht, als ich die Nachricht vor einigen Tagen erhalten habe“, erklärt Berger. Mit dem Sieg hat er sich erfolgreich gegen 16 Konkurrenten aus Europa durchgesetzt, Die Uraufführung seines prämierten Werks geht am 19. Februar kommenden Jahres in Berlin über die Bühne.

Der internationale Wettbewerb „Kompolize“ gibt zeitgenössischen Komponisten die Gelegenheit, ihre Werke einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und Erfahrungen mit einem großen symphonischen Klangkörper zu sammeln. „Mich hat die Teilnahme gereizt“, offenbart Berger. 

Nachdem er 2016 gleich zwei Kompositionspreise der Rachmaninov-Gesellschaft im russischen Generalkonsulat Bonn überreicht bekam, wollte der 88-Jährige es noch einmal wissen. „Ich wollte wieder Fuß fassen. Trotzdem habe ich überhaupt nicht mit einem Sieg gerechnet“, so der Dötlinger, der das Tiefstapeln absolut nicht nötig hat. Seit 1991 hat Berger mehr als 20 Preisverleihungen für sich entschieden, die jeweils mit Ur- und Erstaufführungen verbunden waren.

Der 88-Jährige gewann mit einem eher langen Stück 

Auf die Premiere von „Sinfonischer Klangfarbenteppich“ freut sich der 88-Jährige besonders. „Die Komposition stellt die Vielseitigkeit der musikalischen Höhen und Tiefen wunderbar dar“, schwärmt er. Für den Wettbewerb hat er sich für eines seiner Werke entscheiden müssen, das zwischen fünf und 15 Minuten lang ist. 

„Die Auswahl fiel mir nicht schwer“, erinnert sich Berger, dessen Stück übrigens genau 14 Minuten und 55 Sekunden lang ist. Ähnlich leicht wie die Wahl der Komposition sei dem Dötlinger auch die Namensgebung des Werkes gefallen. „Ein Komponist ist ein Künstler – man läuft manchmal vor Ideen fast über“, weiß er.

Berger fordert den Glauben der Menschen heraus

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht jedoch immer die Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Glauben und der Lebenswirklichkeit. So wird in verschiedenen Werken das christliche Gottesverständnis herausgefordert. „Mir lag und liegt vor allem daran, gegengöttliche Momente zu überwinden – durch Gerechtigkeit, Stille, Licht, Frieden und wahrhaftiges Leben“, erzählt Berger. 

Daher befasse er sich zur Inspiration intensiv mit dem Schicksal real existierender Menschen. Auch in Urlauben schöpft der 88-Jährige neue Kraft und Kreativität – wie kürzlich in der Türkei mit seiner Frau, der Dötlinger Künstlerin Elke Tholen. „Die türkische Musik ist äußert prägnant. Da guckt man sich schon etwas ab“, gesteht er.

Gut erholt kann Berger nun in die kommenden Monate starten – die Tage bis zur Uraufführung sind nun schließlich gezählt.

Info: Der „Kompolize-Wettbewerb“

Der internationale Kompositionswettbewerb „Kompolize“ soll unter anderem die kulturelle Qualität Berlins aufbessern. Er wird ausgerichtet von der Kulturagentur „psophos“ und dem Berliner Lietzeorchester, das aus mehr als 90 verschiedenen Musikern besteht. Teilnahmeberechtigt sind alle lebenden Komponisten. 

Die eingereichten Partituren werden von „psophos“ anonymisiert und einer Jury vorgelegt, die sich aus aktiven Mitgliedern des Lietzeorchesters zusammensetzt. Die eingereichten Partituren müssen verschiedenste Kriterien, zum Beispiel eine bestimmte Dauer, erfüllen. Zudem darf die Komposition noch nicht uraufgeführt worden sein. 

Seit der ersten Ausschreibung im Frühjahr 2012 findet der Wettbewerb zweimal jährlich statt. Die Teilnehmer kommen unter anderem aus Japan, Griechenland, der Ukraine, den USA, Frankreich und Südkorea.

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