CDU bleibt stärkste Kraft im Dötlinger Gemeinderat 

Grüne verlieren Ratssitz an die FDP

Viel Geduld benötigten die Gemeinderatskandidaten sowie die Besucher der Wahlparty hinter dem Neerstedter Rathaus. Denn die Ergebnisse trudelten erst äußerst spät und sehr „kleckerweise“ ein. Kaum waren sie da, stürmten alle zu den Listen. - Foto: Schneider

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Drei Parteien lassen Federn für die vierte – dieses Szenario aus 2011 hat sich auch bei der jetzigen Kommunalwahl wiederholt. Diesmal profitierten allerdings nicht die Grünen – im Gegenteil. Sie verloren laut dem vorläufigen Wahlergebnis einen Ratssitz an die FDP, die sich angesichts eines Zugewinns um 5,11 auf 21,4 Prozent als Wahlsieger fühlen konnte – auch wenn die CDU stärkste Kraft im Gemeinderat bleibt. Sie kam auf 36,54 Prozent (- 2,57%). Die SPD holte 29 Prozent (-0,3%) der Wählerstimmen, und die Grünen kamen auf 13,04 Prozent (- 2,24%). Die Wahlbeteiligung lag bei 60,92 Prozent.

Fast sämtliche Kandidaten aller vier Parteien hatten sich am Abend bei der zentralen Wahlparty hinter dem Neerstedter Rathaus eingefunden, um gemeinsam den Ausgang der Wahl zu verfolgen. Auf Ergebnisse mussten sie allerdings eine ganze Weile warten. Erst wurden die Kreistags-, dann die Gemeinderatsstimmen ausgezählt. In den kleinen Wahllokalen ging dies natürlich etwas schneller. Dennoch hatten gegen 21 Uhr nur zwei Bezirke gemeldet. Während die ersten Zahlen für betrübte Gesichter – vor allem bei der CDU – sorgten, blickten die Liberalen ganz zufrieden drein.

Punkten konnten sie vor allem in den Bezirken „Brettorf“, „Geveshausen, Ostrittrum“ und – wie nicht anders zu erwarten – in „Hockensberg“. Dort waren die Liberalen schon immer stark. Vermutlich wegen ihres Votums gegen ein Gewerbegebiet im Brakland legten sie aber noch einmal kräftig zu und gewannen den Bezirk mit 36,89 Prozent der dortigen Stimmen für sich. Daneben befand sich die FDP bei den Briefwählern auf Augenhöhe mit den Sozialdemokraten.

Diese kamen auf ein ähnliches Ergebnis wie 2011 und behalten fünf Sitze im Gemeinderat. Zwar hatten sie auf ein paar mehr Stimmen gehofft, konnten sich aber mit einem Verlust von nur 0,3 Prozent noch einigermaßen anfreunden. Besonders stark waren die Sozialdemokraten in Aschenstedt. 41,75 Prozent der dortigen Wahlberechtigten gaben der Partei und ihren Bewerbern ihre Stimme. Der Bezirk „Hockensberg“ strafte die SPD mit nur 13,97 Prozent ab.

Auch die CDU erzielte im Bezirk „Hockensberg“ ihr schwächstes Ergebnis, konnte aber in „Barel, Klattenhof, Nuttel“ sowie im Bezirk „Neerstedt“ mehr als 40 Prozent der Stimmen sammeln. Die Neerstedter Zahlen, die ziemlich am Schluss eintrudelten, sorgten dann auch für ein etwas besseres Gesamtergebnis. Denn zwischenzeitlich hatte bei den Christdemokraten ein Minus von mehr als sechs Prozent gestanden.

So manches Mitglied hatte sich da gefragt, ob die Bürger sich einen komplett neuen Rat wünschen. Am Ende belief sich der Verlust auf 2,57 Prozent. Dennoch konnte die Partei sieben Ratssitze „verteidigen“.

Rätselraten war auch bei den Grünen angesagt. 2011 hatten sie nach langer Pause den Sprung in den Rat geschafft und direkt drei Sitze geholt. Einen haben sie nun verloren. Ihr schwächstes Ergebnis erzielten sie mit nur 6,65 Prozent in „Barel, Klattenhof, Nuttel“, das beste in Hockensberg, wo die Grünen 18,21 Prozent der Wählerstimmen erhielten.

Von den 18 Kandidaten, die es nun in den Gemeinderat geschafft haben, wurden die meisten direkt gewählt. Ute Ziemann (SPD), Willi Niehoff (CDU), Constanze Wegjahn (FDP) und Gabriele Roggenthien (Grüne) rutschten über die Parteiliste in das Gremium. Alle drei saßen auch in den vergangenen fünf Jahren im Rat. Bei der konstituierenden Sitzung in rund anderthalb Monaten werden acht oder neun neue Gesichter vereidigt, gleich drei gehören der SPD an. Dort konnte der erst 20-jährige Thore Güldner richtig punkten, der 561 Stimmen erhielt. Mehr sammelten nur sein Parteikollege Rudi Zingler (572) sowie Anke Spille von der CDU, die mit 984 Stimmen erneut absolute Spitzenreiterin war.

Als weitere Neulinge haben von der CDU Dietz Wiechers und Ditte Höfel den Sprung in den Rat geschafft. Bei den Grünen gelang Dirk Orth die Direktwahl, und bei der FDP könnte Wieland Garms erstmals in das Dötlinger Gremium einziehen. Allerdings hat er genauso viele Stimmen wie Ratsherr Eckehard Hautau gesammelt. Das Los muss entscheiden.

Während die FDP auf ihr gutes Ergebnis anstieß, machten sich die anderen Parteien bereits auf Ursachensuche. Erfreut zeigten sich alle über die stärkere Wahlbeteiligung (+ 3,86 Prozent).

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