Kreistagsfraktion stellt Antrag auch für die Friedenseiche 

Grüne: Buchenallee als Naturdenkmal ausweisen

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Hockensberger und Grüne kämpfen um den Erhalt der Buchenallee an der Iserloyer Straße, unter anderem mit einem Antrag zur Aufnahme der Bäume in die Liste der Naturdenkmale. 

Hockensberg - Nach dem Heimatverein Hockensberg hat nun auch die Kreistagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen die Aufnahme der Buchenallee an der Iserloyer Straße sowie der Friedenseiche in Hockensberg in die Liste der Naturdenkmale beim Landkreis Oldenburg beantragt. Hintergrund für das Anliegen ist das vorgesehene Gewerbe- und Industriegebiet am Brakland, für dessen Realisierung nach derzeitigen Planungen Teile der Allee weichen müssten. Auf diesen Punkt gehen die Grünen in ihren Ausführungen allerdings nicht ein, stattdessen begründen sie den Antrag mit dem hohen Natur- und Kulturwert.

„Die Aufnahme der Buchenreihe und der Friedenseiche in die Verordnung zur Unterschutzstellung von Naturdenkmalen ist – neben den Aspekten des Arten- und Klimaschutzes – ein wichtiges Element für die Erhaltung unserer Kulturlandschaft.

Sie entspricht auch den Anforderungen der qualitativen Entwicklung des Naturparks Wildeshauser Geest, wie im Konzept des Geschäftsführers gefordert“, heißt es in einer Pressemitteilung des Fraktionsvorsitzenden Eduard Hüsers. Tourismus sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, und hier gelte es, die prägenden Elemente der Kulturlandschaft zu schützen. Grundlage für den Antrag sind laut Hüsers Gespräche und Abstimmungen mit dem Heimatverein Hockensberg und den Grünen in Dötlingen.

Als Naturdenkmale können Landschaftselemente ausgewiesen werden, die wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit besonders schützenswert sind. In der Gemeinde gibt es etwa 40 – von diversen Schlatts über einzelne Eichen bis hin zum Gierenberg. Die 1872 gepflanzte Friedenseiche sei inzwischen zu einem beachtlichen Baum herangewachsen, der nicht Radfahrern einen schattigen Ratsplatz biete, sondern gleichermaßen ein hochwertiges Einzelbiotop für die Natur in Hockensberg darstelle, heißt es in der Begründung. Gleiches gelte für die Baumreihe an der Iserloyer Straße. Die Kreistagsfraktion verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutsamkeit von Alleen. In Norddeutschland seien sie noch heute ein wichtiges Element der regionalen Identität. „Nicht der Einzelbaum an sich, sondern das Ensemble beeindruckt dabei besonders“, so die Grünen. Aufgrund des Ausbaus von Straßen seien Alleen allerdings in ihrem Bestand gefährdet.

Abgerundet wird die Begründung der Grünen durch Hinweise auf den Klimaschutz-Aspekt – eine 100 Jahre alte Buche speichere rund 3,5 Tonnen CO2 –, die Bedeutung im Biotopverbund sowie den volkswirtschaftlichen Nutzen von Bäumen. Die Fraktion bezieht sich auf einen Bericht, wonach „unsere Volkswirtschaft pro Jahr einen durchschnittlichen Betrag von 660 Euro aufbringen müsste, um die Leistung eines einzigen Baumes zu erbringen“. Das wichtigste Produkt sei Sauerstoff. 4 600 Kilogramm produziere eine 100-jährige Buche innerhalb eines Jahres. 

ts

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