Grüne sammeln mit Anliegern und Naturschützern Ideen 

Vom Gründach bis zur Regenwassernutzung

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Die Gemeinderats- sowie Kreistagsfraktion der Grünen hatte Anlieger, Experten sowie Vertreter des Heimatvereins und der Nabu-Ortsgruppe zu einer Besichtigung des Areals am Brakland und einer anschließenden Ideensammlung eingeladen.

Hockensberg - Von Tanja Schneider. Bei der Entwicklung des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes in Hockensberg möchte Bündnis90/Die Grünen neben ökonomischen auch soziale und ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt sehen.

„Damit am Ende alle einigermaßen mit einer Bebauung leben können“, sagte Ratsfrau Gabriele Roggenthien während eines Ortstermines der Gemeinderats- und Kreistagsfraktion mit Anwohnern sowie Mitgliedern des Heimatvereines sowie der Nabu-Ortsgruppe. Nach einer Besichtigung folgte am Montagabend ein Treffen im „Dötlinger Hof“, bei dem Möglichkeiten zur nachhaltigen Gestaltung des Areals im Mittelpunkt standen.

Eingeladen hatten die Grünen auch Vertreter von „Zero-Emisson“ – jenem Fachbüro, das nach Meinung der Partei bestens geeignet ist, um den Nachhaltigkeitsaspekt in das Projekt einzubringen, gegen dessen Beauftragung sich aber der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss nach einer Vorstellung des Büros bei der Gemeinde ausgesprochen hatte. „Wir bedauern es sehr, dass wir diese Planer nicht offiziell einbeziehen können. Freuen uns aber darauf, nun gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und uns beraten zu lassen“, sagte Roggenthien.

Von „Zero Emission“ stellte Veronika Wolf Konzepte von nachhaltigen, klimaneutralen und im Bürgerbeteiligungsverfahren entwickelten Gewerbegebieten vor und zeigte auf, was überhaupt alles möglich ist. Die Anregungen reichten von Gründächern, Ausgleichsmaßnahmen innerhalb des Gebietes und unversiegelten Parkplätzen über die Nutzung erneuerbarer Energien und von Regenwasser, beispielsweise für die Toilettenspülung, bis hin zu einer bedarfsgerechten Beleuchtung. Basierend darauf ist ein Anforderungskatalog geplant, der laut Roggenthien rechtssicher sein soll. „Vielleicht lassen sich einige Punkte über den B-Plan oder einen städtebaulichen Vertrag regeln“, sagte die Ratsfrau. Sie betonte, dass es nicht darum gehe, zahlreiche Auflagen festzusetzen und so eventuell Betriebe abzuschrecken. „Im Gegenteil: Wir möchten ihnen klima- und umweltfreundliche Maßnahmen schmackhaft machen. Sie können auch zu einer Imageverbesserung beitragen“, sagte Roggenthien.

Wie berichtet, hatte der Heimatverein Hockensberg im Namen der Bürger bereits eine Reihe von Anregungen geliefert, die teilweise in dem ersten Entwurf für einen Bebauungsplan berücksichtig worden sind, beispielsweise die Sperrung der Straße „Brakland“. Der Entwurf war vergangene Woche vom Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss empfohlen worden und soll demnächst in die frühzeitige Bürger- und Trägerbeteiligung gehen. Einige Punkte sorgen für großen Unmut. „Zum einen ist es die Höhe der Bebauung, die uns zu schaffen macht“, sagte der Vorsitzende des Heimatvereins, Marcus Martens, der von bis zu 30 Metern sprach. „Zero Emission“ zeigte deshalb auf, wie durch die Stellung von Gebäuden oder auch Eingrünungen eine Entschärfung möglich ist.

Zum anderen sorgen sich die Hockensberger, dass sich Schlachtbetriebe oder müllverarbeitende Firmen ansiedeln könnten. Auch wenn die Kommune versichere, an solche Unternehmen keine Grundstücke zu veräußern, bedeute dies nicht, dass sie eventuell irgendwann an diese weiter verkauft werden, erläuterte Martens die Bedenken. Seitens der Kreistagsfraktion der Grünen kam ebenfalls die Frage auf, warum nicht im Zuge der Bauleitplanung ein Ausschluss bestimmter Branchen angestrebt werde. „Für den ehemaligen Fliegerhorst in Ahlhorn hat Großenkneten dies damals geregelt“, hieß es.

Grundsätzlich seien die Grünen für die Entwicklung von interkommunalen Gewerbegebieten, „uns ist aber die Berücksichtigung des Klima- und Naturschutzes wichtig“, so der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Eduard Hüsers. In diesem Zusammenhang kam nicht nur die von den Anliegern gewünschte Pufferzone zum Altonaer Mühlbach zur Sprache, sondern auch die Buchenallee an der K 237. Denn bei einem Ausbau der Kreisstraße soll eine Baumreihe fallen. Dies stößt natürlich auch beim Nabu auf Missfallen. „Wir begleiten das Vorhaben kritisch und wollen gerne eingebunden werden“, machte die Ortsgruppen-Sprecherin Marianne Steinkamp deutlich. Der Straßenausbau liegt in der Zuständigkeit des Landkreises Oldenburg. Ansonsten ist dieser bei der Entwicklung des Gebietes über die Wirtschaftsförderung (WLO) eingebunden. Zudem kam die Frage auf, wie der Landkreis mit seinem Klimaschutzkonzept die beteiligten Kommunen unterstützen kann. „Vielleicht können ja Anreize für Firma geschaffen werden, die klimafreundlich agieren“, so Roggenthien.

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