GPS-Schatzsuche wird auch in der Gemeinde immer beliebter

Geocacher „durchstöbern“ Dötlingen

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Beim zweiten Cache der Reihe „Dötlingen durchstöbern“ müssen die Suchenden den Entenkönig finden.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Der Wild- und Freizeitpark Ostrittrum für Familien, der Huntepadd für Wanderfreunde und die Galerie im Heuerhaus für Kunstliebhaber – dies sind die üblichen Tipps für alle Besucher der Gemeinde. Dötlingen lässt sich aber durchaus auch auf andere Weise – abseits der typischen Sehenswürdigkeiten – erkunden. Geocacher haben dies längst erkannt.

Mittlerweile wimmelt es in der Gemeinde nur so von Verstecken, die für die GPS-Schatzsuche „gelegt“ wurden. Von einfachen Traditions-Caches bis hin zum kniffligen Rätsel reichen die Angebote, durch die die Suchenden automatisch zu schönen Ecken gelangen, die sie sonst nicht entdeckt hätten. Auch Dötlinger selbst können ihren Ort so mal von einer anderen Seite erleben.

Bestes Beispiel ist die Reihe „Dötlingen durchstöbern“, die 13 Caches und einen Bonus umfasst. Sie ist im Juni erstellt worden und schickt die Geocacher auf eine abwechslungsreiche Tour durch das Golddorf und seine Umgebung. Unsere Redaktion hat mal mitgesucht und so Dötlingen „durchstöbert“. Vor der „Reise“ steht die kostenlose Registrierung beim Portal geocaching.com, wo die Cacher mit dem Usernamen „Mausi_Hasi“ die Reihe auf den Weg gebracht haben. Wer noch nicht mit dem Freizeitspaß vertraut ist, findet dort auch alle notwendigen Informationen – von Erklärungen zu Abkürzungen über die Regeln des Geocaching bis hin zum Laden der Koordinaten auf ein GPS-Gerät. Mit Letzteren beginnt jede Suche. Sie geben den Hinweis auf den Startpunkt. Bei traditionellen Caches ist man direkt am Ziel, wo ein Behälter mit Logbuch und meist auch einem Tauschobjekt versteckt ist. Bei umfangreicheren Aufgaben findet man einen Hinweis auf den nächsten Anlaufpunkt.

Die Serie „Dötlingen durchstöbern“ besteht aus 13 traditionellen Caches und ist somit auch für Anfänger geeignet. Etwas kniffliger wird es beim Bonus. Um seine Koordinaten zu erhalten, müssen an jedem der 13 Caches oder in bis zu zwei Metern Entfernung ein Buchstabe und eine Zahl gefunden werden. Und dafür ist teilweise sogar eine UV-Lampe notwendig. Was noch benötigt wird, steht in der jeweiligen Cache-Beschreibung. Dort gibt es neben den Koordinaten auch stets einen kleinen Hinweis auf das Ziel. Beim ersten Cache „Romanischer Tempel“ lautet er „Tagsüber kann der Tempel besucht werden, in der Dämmerung ist er wunderschön beleuchtet und bietet eine Leinwand für Schattenspielereien“. Langer Überlegungen bedarf es da nicht. Schnell ist der Suchende an der St.-Firminus-Kirche angelangt. Auch das Versteck selbst ist relativ rasch gefunden. Gut 50 Cacher haben es bereits entdeckt.

Die Dötlinger Kirche ist nun bei weitem kein Geheimtipp. Andere Stationen liegen hingegen abseits der Touristenströme, zum Beispiel Cache Nummer drei „Großes Mammut“. Auch so mancher Einheimischer entdeckte diesen Ort erst durchs Cachen, wie die Logeinträge zeigen. „Es gibt ja tatsächlich noch Ecken, die ich nicht kannte“ und „Wohl tausend Mal auf Inlinern dort unterwegs gewesen und dabei nie gewusst, was für ein wunderschöner alter Baumriese hier steht“ ist zu lesen. Auch die Caches „Ruhepäuschen“ (Nummer vier), „Lonely boy“ (7), „Kletterstop“, „Hunteblick“ (11) und „Kraxelplatzel“ (12) führen zu ruhigen, aber schönen Plätzen. Typische Sehenswürdigkeiten wie den Dorfgarten oder den Püttenteich gibt es noch „obendrauf“ und erfreuen dann auch die Auswärtigen, die die Orte in den Logbücher als „verwunschen“ oder mit „Lost-Place-Feeling“ beschreiben.

Die 13 Caches müssen nicht unbedingt in einem Rutsch gesucht werden. Bequem lassen sich aus der Reihe zwei oder drei Touren machen, was viele Cacher auch nutzen. „Nicht alles geschafft, aber die Ferien sind ja noch lang“, lautete vor wenigen Tagen ein Logeintrag.

Neben „Dötlingen durchstöbert“ gibt es noch viele andere Caches mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden in sämtlichen Ortsteilen der Gemeinde. Wer auf Schnitzeljagd steht, sollte die moderne Variante mal ausprobieren. Bewegung an der frischen Luft und Natur pur gibt es gratis dazu.

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