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Die Suche nach verborgenen Schätzen

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Von: Lara Terrasi

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Arbeitet seit 2019 bei der Firma „Denkmal 3D“: Archäologe Hilko Poppen.
Arbeitet seit 2019 bei der Firma „Denkmal 3D“: Archäologe Hilko Poppen. © Terrasi

Hockensberg – Die vielen Hügel auf dem Gelände des zukünftigen Gewerbeparks Wildeshausen-Nord in Hockensberg sind beim Vorbeifahren kaum zu übersehen. Wie berichtet, waren Mitarbeiter der Vechtaer Firma „Denkmal 3D“ Ende 2020 vor Ort, um eine archäologische Prospektion vorzunehmen. Weil es dabei einige Befunde gab, sind der Archäologe Hilko Poppen und seine Kollegen seit vergangenem Montag für Grabungen auf dem Gelände.

„Wenn bei der Prospektion etwas gefunden wird, dann erfolgt eine Grabung. Das wird vom Landesdenkmalamt festgelegt“, erklärt Poppen, der seit 2019 bei der Firma arbeitet und ergänzt: „Die Prospektion soll erst mal Aufschluss darüber bringen, ob überhaupt etwas da ist oder nicht.“ Diese Untersuchung erfolge nicht so großflächig wie eine Ausgrabung. „Der Prospektionsgraben ist nur zwei Meter, also eine Baggerschaufel, breit.“

Acht Meter breit ist der Abschnitt, in dem sich der Bagger befindet.
Acht Meter breit ist der Abschnitt, in dem sich der Bagger befindet. © Terrasi

Sein Team arbeitet an diesem Donnerstagvormittag auf dem nördlichen Abschnitt des Areals, die weiteren Grabungen finden auf der anderen Seite statt. „Die ersten vier Flächen sind offen, und jetzt müssen wir uns erst mal einen Eindruck davon verschaffen, wie die Fundlage ist, weil die Prospektion immer nur zehn Prozent zeigt. Das ist immer nur ein Ausschnitt, den man da hat. Es ist eine ungefähre Einordnung des Ganzen, aber wie sich das hier auf der Fläche verteilt, das sehen wir jetzt erst“, informiert der Archäologe, der in seiner gelben Warnweste kaum zu übersehen ist.

Sein Kollege fährt den Bagger, nimmt den Boden mit der Schaufel ab und schüttet ihn neben die acht Meter breite ausgenommene Fläche. „Der Oberboden muss vom etwas helleren Mischboden oder Unterboden getrennt werden. Das heißt, der Bagger muss das immer in zwei Schritten machen“, erklärt Poppen. Die Hügel werden getrennt, damit die Fläche am Ende wieder genauso zugeschüttet werden kann.

Viele orangefarbene und pinke Fähnchen stecken in den beiden Flächen in der Erde. Was die zu bedeuten haben? „Das sind in diesem Fall die Befunde“, sagt Poppen, der den Ablauf erklärt: Sein Kollege macht mit dem Bagger die Fläche auf, „ich laufe hinterher, schaue mir das an und markiere es dann“. 46 Fähnchen stecken im ersten Abschnitt des nördlichen Teils des zukünftigen Gewerbeparkgeländes.

Viele bunte Fähnchen stecken in der Erde.
Viele bunte Fähnchen stecken in der Erde. © Terrasi

Was der Fachmann darunter vermutet? „So wie es hier jetzt aussieht, ist es schon etwas Siedlungsnahes. Wir vermuten auch noch, Hausgrundrisse im weiteren Verlauf auf dieser Fläche zu finden.“

Entdecken die Teams einen Fund, wird er unter anderem fotografiert und dokumentiert. „Am Ende, wenn alles abgeschlossen ist, gibt es von uns einen Bericht mit der gesamten Dokumentation. Der geht einmal an das Landesdenkmalamt. Der Auftraggeber und die Untere Denkmalschutzbehörde bekommen auch ein Exemplar.“

Wie er erkennen kann, ob sich unter der Erde ein Gegenstand befindet? „Das sind unsere Erfahrungen.“ Werkzeug benötige er dafür nicht. „Das ist rein visuell“, sagt Poppen. Die Ausgrabung ist Handarbeit. Schaufel und Spaten würden unter anderem dafür benötigt.

Und was passiert mit den Funden? „Die gehen nach Oldenburg zum Landesdenkmalamt. Die werden von uns konserviert“, so Poppen. Weitere Prospektionen sollen auf dem Areal übrigens noch folgen. Wann genau, das könne der Archäologe nicht sagen. „Die Prospektion machen wir im Laufe des Prozesses zwischendurch. Je nachdem, wie es gerade passt.“  

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