Grüne verlangen Auskunft von der Kreisverwaltung

Zwei Buchen in Hockensberg könnten weichen

Dürfen aus Sicht der Grünen nicht weichen: zwei Buchen an der Iserloyer Straße in Hockensberg.
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Dürfen aus Sicht der Grünen nicht weichen: zwei Buchen an der Iserloyer Straße in Hockensberg.

Hockensberg – Die Kreistagsgrünen sind empört, denn zwei Rotbuchen an der Iserloyer Straße in Hockensberg müssen eventuell entfernt werden. Sie hätten die Information erhalten, dass im Zuge der Verlegung der Kreisstraße 237 für das interkommunale Gewerbegebiet Wildeshausen Nord/Hockensberg zwei Bäume im Bereich der Iserloyer Straße/Brakland/Rahmanns Weg entnommen würden, so die Grünen.

„Und das muss verhindert werden“, fordert die Kreistagsfraktion in einer Anfrage an Landrat Carsten Harings. Laut Pressemitteilung begründet der grüne Kreistagsabgeordnete Reinhold Schütte die Beschwerde mit einem eindeutigen Beschluss des Kreisausschusses von März 2019. Danach seien alle älteren Rotbuchen entlang der Iserloyer Straße zu erhalten. Um das zu erreichen, sei beschlossen worden, die Kreisstraße auf die südliche Seite in das neue Gewerbegebiet zu verschwenken. Die Grünen werfen der Gemeinde Dötlingen vor, davon abzuweichen.

Eine Buche ist im „mittelschlechten Zustand“

Bauamtsleiter Uwe Kläner teilt auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass am 2. September eine fachliche Begutachtung der Sichtachsen stattfand. Die Einschätzungen der Experten stehen in einem dreiseitigen Protokoll des Planungsbüros Ingenieur-Dienst-Nord. Der Landkreis beschäftige sich derzeit in Zusammenarbeit mit den beteiligten Gemeinden mit dessen Inhalt, so Kläner.

Die ersten zwei Buchen befinden sich laut Protokoll südlich der Kreisstraße im Bereich des Knotenpunkts K 237/Rahmanns Weg/Brakland innerhalb des Sichtfeldes (Anfahrsicht) von Rahmanns Weg. „Dieses ist gemäß RAL (Richtlinie für die Anlage von Landstraßen) nicht zulässig. Die beiden Bäume müssten entfernt werden.“ Zur Verdeutlichung der Situation habe die Firma Bunte die geplante Haltelinie und die Fahrbahnkanten sowie das Sichtfeld abgesteckt beziehungsweise markiert.

Nach Begutachtung der Situation wies Sicherheitsauditor Thorsten Neemann darauf hin, dass die Planung den geltenden Richtlinien entspreche und alle erforderlichen Sicherheitsaspekte nur dann eingehalten werden können, wenn die zwei Buchen entfernt werden.

Stefan Piepersjohanns von der Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsbereich Oldenburg) bestätigte, dass die Sichtfelder gemäß RAL richtig konstruiert seien und die Planung aufgrund von Mindestradien und -abständen keinen Spielraum zur Anpassung lässt. Er betonte, dass die Sichtfelder eingehalten werden müssen.

Sichtfelder müssen eingehalten werden

Ann-Christin Gajda und Uwe Dölemeyer (Landkreis Oldenburg) sehen durch die Bäume in den Sichtfeldern ein großes Gefahrenpotenzial für die Verkehrssicherheit. Sie wiesen darauf hin, dass Stand jetzt eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern auf der Kreisstraße gelten wird und aufgrund der geringen Frequentierung von Rahmanns Weg die Sichtfelder lediglich für eine Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern konstruiert seien. Es gebe keine weiteren Anpassungsmöglichkeiten.

Der Baumsachverständige Helmut Titschack verwies auf ein vorheriges Gutachten. Die erste Buche befinde sich in einem mittelschlechten Zustand und sei aufgrund der Verästelungen statisch beeinträchtigt. Er sehe keine Möglichkeiten für einen Erhalt des ersten Baumes. Kläner habe die Bitte ausgesprochen, dass die zweite Buche erhalten bleibt, und bestätigte die Notwendigkeit der Fällung des ersten Baumes. „Nach Eingang der schriftlichen Stellungnahme des Landkreises Oldenburg wird entschieden, ob und welche Bäume gefällt werden“, ist dem Protokoll zu entnehmen.

Nach Auffassung des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Eduard Hüsers könne die Fällung verhindert werden, indem die Verschwenkung der neuen Kreisstraße so vorgenommen wird, dass es nicht zu Sichtbehinderungen der einbiegenden und kreuzenden Verkehrsteilnehmer von den Zuwegungen Brakland und Rahmann Weg kommt.

Die Grünen möchten von der Kreisverwaltung wissen, warum der Beschluss des Kreisausschusses infrage gestellt und nicht in Gänze umgesetzt wird.

Weiter möchten sie wissen, ob es eine Anweisung der Kreisverwaltung an die Gemeinde Dötlingen gibt, alle Bäume zu erhalten, und warum die neue Kreisstraße nicht so verschwenkt wird, dass alle Bäume bestehen bleiben können.

Die Fraktion bittet um einen Sachstandsbericht und Beantwortung der Fragen in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses. Dieser findet am Dienstag, 28. September, ab 17 Uhr im Gymnasium in Wildeshausen statt.  

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