Gutachten für Alternativ-Fläche liegt vor / Fraktionen müssen Entscheidung treffen

Gewerbegebiet Hockensberg kommt wieder auf den Tisch

Ingo Ordel (Dritter v.l.) und Nils Martens (r.) von der Claas Weser Ems GmbH gewährten Einblicke in den Betrieb und verrieten den SPD-Mitgliedern, wie vor rund drei Jahren die Standortsuche für die Filiale ablief. - Foto: Schneider

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Bei der Wahl eines neuen Firmenstandortes sind für Betriebe nicht nur die Lage und der Grundstückspreis entscheidend, sondern vor allem auch, wie schnell ein Neubau erfolgen kann. Dies zeigte sich während eines Besuches der Dötlinger SPD im Gewerbegebiet „Neerstedt-Süd“. Da dort kaum noch Flächen zur Verfügung stehen, hatte die Gemeinde vor rund einem Jahr wieder die Pläne für ein interkommunales Gebiet in Hockensberg aus der Schublade geholt.

„Innerhalb der Fraktion müssen wir uns nun bald entscheiden“, erläuterte der Vorsitzende Rudi Zingler. Dabei gehe es nicht unbedingt um die Frage, ob, sondern an welcher Stelle ein solches Gebiet entwickelt werden soll. Ursprünglich war das Areal zwischen der B 213 und der Straße „Brakland“ vorgesehen, das teilweise in Gemeindebesitz ist und für das es bereits einen entsprechenden Flächennutzungsplan gibt. Schließlich war die Entwicklung dieses Gebietes schon vor Jahren mal angedacht gewesen. Der Rat hatte im vergangenen Jahr zudem den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst. Doch dann war plötzlich eine Alternativfläche „aufgetaucht“, ebenfalls an der B 213 ein Stück weiter in Richtung Ganderkesee. Der Rat entschied, diese erst prüfen zu lassen, ehe weitergeplant wird (wir berichteten).

Wie Bürgermeister Ralf Spille gestern auf Nachfrage bestätigte, liegt das Gutachten inzwischen vor. Kommenden Monat soll das Thema in einer zusätzlichen Bauausschuss-Sitzung wieder auf den Tisch kommen. „Dann muss sich die Politik entscheiden, ob wir die Planungen für die bisher angedachte Fläche fortsetzen oder mit der Planung für die andere Fläche beginnen sollen“, so der Verwaltungschef.

Laut Zingler betrachte die SPD das Für und Wider derzeit sehr genau. Ähnliches habe er von den anderen Parteien gehört. Für das ursprüngliche Areal könnten der bereits gültige F-Plan und der schon erfolgte Grunderwerb sprechen. „Möglicherweise ist es deshalb zügiger zu realisieren“, so Zingler. Anfragen von Interessenten habe es im Rathaus wohl bereits gegeben. Und die Erfahrung zeige, dass die meisten Betriebe schnell bauen möchten. „Deshalb müssen wir etwas entwickeln und Flächen vorhalten“, sagte der SPD-Fraktionschef.

Mit seinen Parteikollegen besuchte er im Neerstedter Gewerbegebiet die Kenkel Kunststofftechnik GmbH sowie die Claas Weser Ems GmbH. Letztere hatte ihre Filiale 2014 eröffnet. Wie Geschäftsführer Ingo Ordel verriet, hatte der Landtechnikhändler ursprünglich Hockensberg als Standort im Auge. Da dort aber keine rasche Realisierung möglich gewesen wäre, fiel die Wahl auf Neerstedt. „Damit sind wir auch sehr zufrieden. Die Lage ist ideal“, so Ordel.

Das Argument des schnellen Bauens sieht der Bürgermeister nicht unbedingt als ausschlaggebend bei der Hockensberger Entscheidung. Zwar müsste für das Alternativ-Areal noch eine F-Plan-Änderung erfolgen. Dies könnte aber parallel zum Bebauungsplan-Verfahren, das für die andere Fläche ebenfalls noch aussteht, geschehen. „Ein bisschen länger wird es dauern, aber nicht gravierend“, sagte Spille.

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