Schenkung an die Dötlingen Stiftung

Rat gewährt Fläche für Kulturpavillon

Statt des Ausweichparkplatzes (Foto) präferieren die Ratsmitglieder nun den Dorfgarten (hinten) als Standort für einen Kulturpavillon.

Dötlingen - Von Tanja Schneider. Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat am Donnerstagabend beschlossen, der Dötlingen Stiftung für ihr Kulturpavillon-Projekt ein Grundstück per Schenkung zur Verfügung zu stellen. Kosten, beispielsweise für Planung oder den Betrieb, soll die Kommune nicht übernehmen.

Während die Fraktionen das Vorhaben insgesamt positiv sehen, regt sich in Teilen der Bevölkerung Widerstand. Während der Einwohnerfragestunde meldete sich eine Gruppe zu Wort, die sich spontan nach der öffentlichen Vorstellung des Projektes durch die Stiftung vor einem knappen Monat zusammengefunden und vor der Sitzung auch Bürgermeister sowie Ratsmitglieder angeschrieben hatte.

Im Namen der „spontanen Bewegung“ mit einem guten Dutzend Bürgern erklärte Harri Brendler: „Wir wollen beim Projekt mitreden und mitentscheiden.“ Dierk Garms kritisierte, dass das Thema „monatelang unterm Deckel gehalten wurde“. Da müsse nun kein Schnellschuss her. Zudem stellte er die Absichten von Detlef Knechtel infrage, der für einen Kulturpavillon 1,5 Millionen Euro spenden möchte. Dass sich der seit Jahrzehnten in Dötlingen lebende Knechtel ein – wie Garms es ausdrückte – Denkmal setzen will, bezeichnete Harald Meyer von der Stiftung jedoch als lächerlich. „Dies soll kein Prestigeobjekt werden. Er möchte dem Ort, in dem er gerne lebt, etwas zurückgeben“, sagte er.

Für Diskussionen sorgte der Standort, über den lange nicht öffentlich beraten worden war. Im Gespräch war ein Areal auf dem Ausweichparkplatz. Wie Bürgermeister Ralf Spille informierte, gab es Ortstermine – auch mit dem Landkreis, der signalisiert habe, dass der Dorfgarten ebenfalls als Standort denkbar sei, wenn die dortige Kompensationsmaßnahme der Exxon an anderer Stelle ausgeglichen wird. Während dieser Vorschlag bei anwesenden Nabu-Vertretern gar nicht gut ankam, sprachen sich CDU und SPD für ein Areal im Dorfgarten aus. „Dies ist zwar nicht unkritisch zu sehen“, sagte Willi Niehoff (CDU). Die Fläche sei aber sinnvoller, als eine Realisierung auf dem Parkplatz, der bei Großveranstaltungen benötigt werde. Dem stimmte Sozialdemokratin Insa Huck zu. Sie bezeichnete das Projekt als „tolle Chance für die Gemeinde“ und sprach von offenen Begegnungen sowie kulturellem Austausch. Allerdings bemängelte auch sie die späte Einbindung der Bürger. Spille verwies darauf, dass die Öffentlichkeit im Zuge der Bauleitplanung, die notwendig ist, noch einbezogen werde.

Die beiden Ratsmitglieder der Grünen hätten einen Beschluss am liebsten vertagt, scheiterten aber mit ihrem Antrag. Diesen hatte Gabriele Roggenthien damit begründet, dass „derzeit so viel in Bewegung ist“. Statt Einzelprojekte zu beschließen, sollte eine Gesamtbetrachtung erfolgen, meinte sie mit Blick auf das Tourismuskonzept, das noch beraten werden muss. Für Irritationen sorgte zudem, dass aus den Reihen der Einwohner von einem baldigen Verkauf des Tabkenhofes berichtet wurde. Dies sei „zugetragen worden“. Und das ortsbildprägende Gebäude eigne sich jawohl besser. Wie seitens der Dötlingen Stiftung bestätigt wurde, besteht der Spender aber auf einen Neubau. In ein bestehendes Gebäude wolle er nicht investieren.

Kurz diskutierte der Rat noch darüber, ob eine Erbpacht sinnvoller sei als eine Schenkung. Letztere wurde aber als Beitrag der Gemeinde zur Förderung der Kultur gesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Einweihungsfeier der neuen Dorfstraße in Neddenaverbergen

Einweihungsfeier der neuen Dorfstraße in Neddenaverbergen

Stock-Car-Rennen in Martfeld

Stock-Car-Rennen in Martfeld

Einsatz in Marseille: Auto rast in Bushaltestellen

Einsatz in Marseille: Auto rast in Bushaltestellen

Barnstorfer Ballonfahrer-Festival mit Happy End

Barnstorfer Ballonfahrer-Festival mit Happy End

Meistgelesene Artikel

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Politesse: „Die Beleidigungen gehen oftmals unter die Gürtellinie“

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrer stirbt

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrer stirbt

„Oberstes Gebot ist stets das Treffen auf Augenhöhe“

„Oberstes Gebot ist stets das Treffen auf Augenhöhe“

Fieberhafte Suche nach Sexualstraftäter in Oldenburg

Fieberhafte Suche nach Sexualstraftäter in Oldenburg

Kommentare