Gespräch der FDP-Ratsmitglieder mit Anwohnern / Widerspruch zum Bebauungsplan Nr. 74 bereits der Verwaltung vorgelegt

Bewohner befürchten Stilbruch bei „Ramshorn I“

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In gemütlicher Runde brachten die Anwohner im Neerstedter „Ramshorn“ den FDP-Ratsmitgliedern Claus Plate (l.), Dierk Garms und Eckehard Hautau ihre Bedenken zum geplanten Neubaugebiet vor.

Neerstedt - Die Bewohner des Wohngebietes „Ramshorn“ in Neerstedt sind besorgt. Der Grund: Der Bebauungsplan Nr. 74 bezüglich des geplanten Neubaugebietes „Ramshorn I“. Wie berichtet, hat dessen Ausweisung der Gemeinderat Ende Juni einstimmig beschlossen. Auch die FDP-Fraktion hatte damals dafür gestimmt. Am Donnerstagabend hatten diese Politiker zu einem Bürgergespräch mit den Anwohnern in „Ramshorn“ geladen, um sich ihre Sorgen anzuhören.

Viele Dinge brannten den Ramshornern unter den Nägeln, die sie den anwesenden Ratsmitgliedern Claus Plate, Dierk Garms und Eckehard Hautau vortrugen. Besonders die Lockerung der Bauvorschriften für „Ramshorn I“ ist ihnen ein Dorn im Auge. Denn dort könnten auch Häuser mit Flachdach errichtet werden. Auch Putzfassaden oder Holzhäuser sollen möglich sein.

Das würde aber nicht in das bestehende Gesamtbild passen, so die Anwohner. „Das wäre ein Stilbruch“, sagte Karsten Kehl. „Außerdem ist das in ‚Ramshorn‘ nicht erlaubt.“ Die Bewohner mussten sich beim Hausbau strikt an die Satzung halten und finden die neue Regelung ungerecht.

Plate gab aber zu bedenken, dass die Vorgaben von der Verwaltung im Laufe der Jahre immer wieder geändert wurden. Die FDP werde sich aber dafür einsetzen, dass sich die Satzung für das neue Gebiet an der für „Ramshorn“ orientiert. „Nuancen sollten aber schon erlaubt sein“, äußerte sich Uwe Spille.

Auch die geplante Zuführung zum neuen Baugebiet bereitet den Ramshornern Bauchschmerzen. Die Einfahrt sei nur mangelhaft einsehbar und stelle so eine Gefahr vor allem für die spielenden Kindern dar. Außerdem würde es an diesem Nadelöhr zu einem erhöhten Verkehrsfrequentierung kommen, so Anwohnerin Christel Taggesell. Ihr Grundstück befindet sich genau an der Ecke, an der die neue Straße das Gebiet an „Ramshorn“ anbindet. Die Anwohner würden Alternativen bevorzugen.

Diese Vorschläge und ihre Kritikpunkte hatten sie bereits am 21. Juni als Widerspruch an Bürgermeister Ralf Spille weitergeleitet. Sie sprechen sich unter anderem für eine Anbindung über den Braklander Weg oder einen Direktanschluss an die Hauptstraße aus. „Zwei Zugänge zu ‚Ramshorn I‘ wären doch auch möglich“, schlug Spille vor. „Wir werden uns für eine schnellere und einfachere Anbindung einsetzen“, versprach Garms.

Hart ins Gericht gingen Taggesell und Kehl mit der damaligen Verwaltung. Diese hätte ihnen zugesagt, dass kaum noch Häuser hinzukommen würden, so Kehl. „Auch von einer weiteren Straße war nie die Rede“, sagte Taggesell. Die FDP versicherte, mit der Verwaltung zu sprechen, dass solche Zusagen in Zukunft bei Anfragen nicht mehr gemacht würden.

Trotz dieser Beschwerden sind die Anwohner von Ramshorn gegenüber dem Neubaugebiet positiv eingestellt und wissen um dessen Notwendigkeit. „Uns fehlen Grundstücke und Mietwohnungen“, erklärte Plate. Vor allem der Bedarf an Letzteren müsse gedeckt werden, um vor allem junge Leute in der Gemeinde zu halten. Spille: „Das Problem ist aber, dass der Schwerpunkt der Gemeinde nie auf dem Bau von Mietobjekten lag.“ Bauherren zu bewegen, solche zu bauen, sei aber sehr schwer, so Hautau.

Alle Ramshorner sind eigentlich sehr zufrieden mit ihrem Gebiet, mit der Anbindung und ihren Häusern. Es müsse aber noch einiges in der Gemeinde hinsichtlich Wohnungsbau passieren. Die Anliegen der Ramshorner will die Fraktion bei der nächsten Bauausschusssitzung am Donnerstag zur Sprache bringen.

fio

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