Ehemals Wohnsitz in Ohe

Gerhard Pleus startet neue Kunstaktion

Ein Mann sitzt an einem Tisch, darauf steht eine kleine Skulptur
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„Kunst findet Land“, so hat Gerhard Pleus seine Kunstaktion genannt. Die Skulpturen, die er an öffentliche Orte stellt, tragen bewusst keine Titel.

Gerhard Pleus, bekannt als Clown „Riccolino“ und als Kunstschaffender, musste 2019 seinen Wohnsitz in Ohe aufgeben. Der 68-Jährige ist an Leukämie erkrankt und zog wegen der ärztlichen Versorgung nach Oldenburg. Nun will er wieder aktiv werden – und hat Dötlingen eine Skulptur mitgebracht.

Dötlingen – „Ich bin nach wie vor ein Clown, habe ihn aber schlafen gelegt.“ Dieser Satz beschreibt die Situation von Gerhard Pleus ziemlich gut. Der gebürtige Bremer, der 2018 gemeinsam mit Ute Schierz ein kleines Kulturzentrum in Ohe gründete, musste nach rund einem Jahr seine Aktivitäten dort einstellen. Er hatte herausgefunden, dass er an Leukämie erkrankt ist und zog nach Oldenburg, um die Fahrten zu seinen Ärzten zu verkürzen.

Pleus, der seit den 80er-Jahren als Clown „Riccolino“ seinen Lebensunterhalt verdiente, kennt Bühnen ebenso wie Ausstellungsräume. Er hat eine CD veröffentlicht, Texte geschrieben, Bilder gezeichnet und zahlreiche Skulpturen aus Fundstücken gefertigt. „Ich habe viel experimentiert, ich habe alles ausgelebt und einfach gemacht“, erzählt der 68-Jährige.

Skulpturen baut er auch heute noch. Vor einigen Monaten hat Pleus sich dazu neues Projekt einfallen lassen: Figuren, die zur freien Verfügung in der Öffentlichkeit stehen. Sie sind aus Dingen gefertigt, die der Künstler zufällig entdeckt: Holzstücke, Metallreste, Steine oder anderes. Es handelt sich also um Material, das bereits in der Welt war, von ihm neu zusammengesetzt und dann wieder ausgesetzt wird.

Pleus gab sich als Urheber nicht zu erkennen

Gemeinsam mit seinen drei Söhnen sei er im vergangenen August darauf gekommen, erzählt Pleus. Nicht das Ausstellen, sondern das Herausstellen seiner Werke in die Welt sei die Idee. „Kunst findet Stadt“ ist der Titel der ersten Aktion, die er im September 2020 in Oldenburg umgesetzt hat. Acht Skulpturen, etwa 20 bis 30 Zentimeter groß, verteilte der 68-Jährige an verschiedenen Orten in der Stadt. „Das war eine irre Erfahrung: Zu wissen, da steht was, was ich gemacht habe, an der Bushaltestelle, am Hafen.“ Er gab sich nicht als Urheber der Werke zu erkennen, sondern band lediglich einen Zettel mit dem Motto „Kunst findet Stadt“ und einer E-Mail-Adresse daran. „Ich habe das ohne Erwartungen gemacht“, erklärt Pleus. Er habe nicht kontrolliert, was mit den Stücken geschehen sei – rein theoretisch könnte sie auch jemand mit nach Hause genommen haben.

Nun will der Künstler seine Idee auf das Umland ausweiten. Eine Skulptur hat er bereits am Freitag in Dötlingen herausgestellt, weitere sollen bis Ende Januar folgen. Neben seinem ehemaligen Wohn- und Wirkungsort hat Pleus dafür die Gemeinden ausgewählt, die an die Stadt Oldenburg grenzen: Wardenburg, Hatten, Hude, Elsfleth, Rastede, Wiefelstede, Bad Zwischenahn und Edewecht. Dieses Mal trägt die Aktion den Titel „Kunst findet Land“, erneut hat der 68-Jährige nicht seinen Namen, sondern nur seine E-Mail-Adresse worthaus@hotmail.com angegeben.

Auch dieses Mal plant er keine Besuche. „Das ist das Spannende für mich: dass ich nicht weiß, was passiert. Ich möchte die Kontrolle darüber abgeben.“ Pleus freut sich jedes Mal, wenn er eins seiner Werke in die Öffentlichkeit bringt: „Das ist immer ein gutes Gefühl. Jetzt ist es in der Welt.“

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