Georg Bernhard Müller vom Siel wäre am Sonnabend 150 Jahre alt geworden/Pflanzung auf dem Friedhof und Feierstunde in der Kate

Stiftung gedenkt dem Mitbegründer der Dötlinger Künstlerkolonie

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Pflanzten an der Grabstelle von Müller vom Siel eine Eberesche: Heiner Kortejohann, Thea Freiberg, Harald Meyer (v.r.), Walter Ulrich und Gerti Essing von der Dötlingen Stiftung sowie Bürgermeister Ralf Spille (v.l.).

Dötlingen - „Ohne Georg Bernhard Müller vom Siel wäre Dötlingen nicht das, was es heute ist“, betonte Harald Meyer von der Dötlingen Stiftung am Sonnabendvormittag auf dem Friedhof. Am dortigen Grab des Malers, der die Künstlerkolonie Dötlingen mitbegründet und geprägt hat, trafen sich einige Mitglieder der Stiftung sowie Bürgermeister Ralf Spille zu einer kleinen Gedenkstunde und zur Pflanzung einer Eberesche. Immerhin wäre Müller vom Siel am Sonnabend 150 Jahre alt geworden.

Meyer nutzte die Gelegenheit, um auf das Wirken des 1865 geborenen Künstlers einzugehen, den es bereits im Alter von 16 Jahren nach New York verschlagen hatte. Anschließend studierte er in München und Antwerpen, lebte drei Jahre lang in Paris und entdeckte 1889 Dötlingen. „1896 entschloss er sich, hier zu bleiben“, sagte Meyer, der auf die Errichtung der Kate einging, in der Müller vom Siel auch Frauen das Malen lehrte. „Das lief so gut, dass er 1898 eine größere Malschule in der Villa Meineck, dem heutigen Schullandheim, aufmachte.“ Dort lebte der Künstler bis 1909. Damals wurde die Diagnose Schizophrenie gestellt, und er kam in die Nervenheilanstalt Wehnen, wo er 1939 starb. „Als Stiftung sind wir verpflichtet, sein Andenken in Ehren zu halten“, verdeutlichte Meyer.

Und genau dies geschah am späten Nachmittag auch in der Müller-vom-Siel-Kate. Dort präsentierte die Autorin Helga Bürster im Rahmen einer Feierstunde einen Beitrag gegen das Vergessen. Unter der musikalischen Begleitung von Günter Berger skizzierte sie das Leben des Künstlers von der Geburt bis zum Tod. Seinen Gemütszustand beschrieb sie symbolisch mit einer Wolke, die erst in die Welt hinauszieht, sich irgendwann aber in einen löchrigen, verhangenen Himmel, später in eine dicke Regenwolke, die über Dötlingen hängt, und schließlich in einen „zerfetzten Wolkenfetzen“ verwandelt.

Dass Müller vom Siel nicht nur der schöngeistige Ölmaler war, zeigt sich auch in der Kate, wo Werke aus seiner Zeit in Wehnen ausgestellt sind.

ts

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