Gemeinde wird Mitglied im Verein/Säule „Pflege organisieren“ noch Baustelle

Wi helpt di – was läuft und was in der Pipeline steckt

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Für die „Nimm mich mit“-Aktion hatte die „Wi helpt di“-Gruppe im Juni nicht nur eine Bank auf dem Wildeshauser Gildeparkplatz mit einer entsprechenden Plakette gekennzeichnet, sondern auch eine „Dötlingen Bank“ bei der Apotheke in Neerstedt aufgestellt.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. Die Gemeinde Dötlingen soll Mitglied im Verein „Wi helpt di“ werden. Dafür haben sich die Mitglieder des Jugend-, Sport- und Sozialausschusses während ihrer Sitzung einstimmig ausgesprochen. Die Mitgliedschaft ist eine logische und auch notwendige Konsequenz. Denn die Verwaltung hatte sich aufgrund ihrer Vorbildfunktion an einer Zertifizierung der Projektgruppe beteiligt und war daraufhin mit dem „Wi helpt di“-Gütesiegel ausgezeichnet worden. Es wird an Betriebe, Einrichtungen und Praxen verliehen, die sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Unterstützungsbedarf eingestellt haben. Eine Voraussetzung für den Erhalt des Siegels ist die Mitgliedschaft.

Einblicke in die Arbeit von „Wi helpt di“ gewährte Ina Schäfer den Ausschussmitgliedern. Sie koordiniert seitens der Verwaltung die Vorhaben. Bekanntlich war zum 1. März die Halbtagsstelle im Rathaus – zunächst für zwei Jahre – geschaffen worden. Wie Schäfer berichtete, besteht der Arbeitskreis immer noch aus rund 25 Aktiven, sie sich einmal im Monat treffen. Der daraus hervorgegangene Verein, der sich vor knapp einem Jahr gegründet hat und dessen Gemeinnützigkeit im Februar anerkannt wurde, beschäftigt Schäfer derzeit am meisten. „Schließlich geht es um einen kompletten Neuaufbau“, sagte sie. Unter anderem hätten Versicherungsfragen geklärt werden müssen.

Denn im Mittelpunkt des Vereins steht die Nachbarschaftshilfe, die inzwischen gut angelaufen ist (wir berichteten). „Es gibt viele Anfragen von Hilfesuchenden, aber auch von Helfern“, so Schäfer. Zu Letzteren zählen unter anderem die zehn ausgebildeten Seniorenbegleiter in der Gemeinde, von denen neun momentan vermittelt seien. Etwa zehn Einwohner nehmen derzeit Unterstützung in Anspruch. „Dabei geht es in vielen Fällen um Hilfe bei der Gartenarbeit.“ Aber auch die Begleitung zum Einkaufen oder zum Arzt, das Leisten von Gesellschaft oder kleine handwerkliche Aufgaben sind möglich.

Einrichtung einer

Job-Börse

Die Koordination obliegt Schäfer, die „schaut, wer mit wem zusammenpasst.“ Für eine bessere Verwaltung der Hilfsangebote und -nachfragen ist der Aufbau einer Datenbank geplant. „Daneben möchten wir eine Job-Börse einrichten“, informierte Schäfer. An vier Stellen in der Gemeinde könnten die Gesuche und Angebote ausgehängt werden.

Wer Hilfe anbieten oder in Anspruch nehmen möchte, muss Mitglied im Verein sein. Derzeit sind dies 95 Personen. Auch eine passive Mitgliedschaft ist möglich. Der Jahresbeitrag liegt bei 36 Euro; Paare, Einrichtungen oder Betriebe zahlen 50 Euro. Für die Hilfeleistungen wird ein Entgelt in Höhe von zehn Euro pro Stunde bei Alltagsbegleitungen wie dem Einkauf, Tätigkeiten im Haushalt oder Gartenarbeit sowie fünf Euro die Stunde bei reinem Besuchsdienst erhoben.

Neben der Nachbarschaftshilfe möchte der Verein gerne Veranstaltungen wie Vorträge oder Spaziergänge, zum Beispiel zum Mehrgenerationenplatz, auf den Weg bringen. Auch die Zusammenarbeit mit einer Uni ist angedacht.

Ferner verwies Schäfer noch auf die „Nimm mich mit“-Bänke, die am Gildeparkplatz in Wildeshausen sowie an der Apotheke in Neerstedt aufgestellt wurden sowie auf das Gütesiegel. „17 Betriebe sind bereits zertifiziert, weitere stecken derzeit im Verfahren“, sagte Schäfer. Für die Zertifizierung sind sechs branchenspezifische Fragebögen entwickelt worden.

In Sachen „Pflege organisieren“, die eine von den drei „Wi helpt di“-Säulen bildet, sei hingegen noch nicht viel passiert. Der Stammtisch der Dienstleister existiere aber noch. Drei- bis viermal im Jahr treffen sich diejenigen, die Angebote zur Versorgung und Unterstützung älterer Menschen vorhalten, zu einem Austausch im Dötlinger Lopshof.

Über den aktuellen Stand des Mehrgenerationen-Wohnprojektes auf dem Precht-Grundstück am Goldbergsweg in Dötlingen informierte Britta Puttkammer vom Vorstand der „Wi helpt di“-Genossenschaft, die die dritte Säule „Wohnen gestalten“ abdeckt.

Vermarktung der

„Wi helpt di“-Wohnungen

„Es ist ein zähes Geschäft“, gestand sie. Derzeit liefen unter anderem Gespräche mit Banken. Bekanntlich müssen für das Wohnprojekt rund fünf Millionen Euro aufgebracht werden. „Vor 2016 wird es keinen Spatenstich geben“, sagte Puttkammer. „Aber wir wollen möglichst ab Oktober mit der Vermarktung der Wohnungen beginnen. Dann müssten uns die nötigen Zahlen vorliegen.“

Für Fragen rund um „Wi helpt di“ steht Ina Schäfer montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8.30 bis 12 Uhr im Rathaus zur Verfügung. Erreichbar ist sie unter der Telefonnummer 04432/950141 oder per E-Mail an info@wi-helpt-di.de. Weitere Informationen zu der Projektgruppe sowie den drei Säulen gibt es auch auf der Homepage.

www.wi-helpt di.de

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