Seniorentaxi oder doch Car-Sharing?

Zuwendungsbescheid für Dötlinger Elektroauto ist da  

Bürgermeister Ralf Spille

Dötlingen - Der 210.000 Euro „schwere“ Zuwendungsbescheid für das Projekt „Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum – Nutzung von Bürgerautos im Landkreis Oldenburg“ ist da. Bereits vor einem Jahr hatte Dötlingen gemeinsam mit den Gemeinden Dünsen, Kirchseelte und Ganderkesee den Antrag auf Zuwendung aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative gestellt (wir berichteten).

Das Modellprojekt sieht vor, an vier Standorten im Landkreis Dorf- beziehungsweise Bürgerautos als Elektrofahrzeuge zu beschaffen und mit diesen über teils ehrenamtliche Fahrer die Mobilität im ländlichen Raum zu stärken.

Darüber hinaus erfolgt die Beschaffung eines Dienstfahrzeugs für den Hausmeisterdienst der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen. Dieses soll gleichzeitig in der Mechatroniker-Ausbildung als Anschauungsobjekt dienen, um den künftigen Fachkräften einen Einblick in die Elektromobilität zu ermöglichen.

Zurück in die Gemeinde Dötlingen: „Jetzt geht es daran, die Ausschreibungen zu machen. Sowohl für den Wagen als auch für die Errichtung des Carports“, erklärt Bürgermeister Ralf Spille. Denn auch ein Solarcarport sei geplant. Dieses beinhaltet, wie Lars Gremlowski, Klimaschutzmanager in Dötlingen und Ganderkesee, mitteilt, Fotovoltaikzellen auf dem Dach sowie eine Ladesäule für Elektroautos und E-Bikes.

Lars Gremlowski

Auf die Nutzung des umweltfreundlichen Automobils soll sich in Dötlingen laut Gremlowski zunächst der Verein „Wi helpt di“ spezialisieren: Dieser würde das Elektroauto gerne seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern zur Verfügung stellen, um regelmäßige Fahrten für Senioren anzubieten. „Der primäre Ansatz in Dötlingen ist, mobil eingeschränkte Rentner zu Einkaufstouren, zum Wochenmarkt oder anderen Stationen zu fahren“, erklärt Gremlowski. 

Es wäre zwar denkbar, dass man die Nutzungsgruppe noch erweitert, das könne aber erst nach Projektstart definiert werden. „Wir müssen erstmal schauen wie das mit dem Verein ,Wi helpt di‘ läuft. Danach können wir überlegen, ob eine Variante wie Car-Sharing infrage kommt“, so Gremlowski. Die Umsetzung des Projektes verlaufe in den teilnehmenden Ortschaften unterschiedlich. „Es ist nicht in jeder Gemeinde ein Solarcarport eingeplant, und auch die Nutzung wird anders gehandhabt.“

Jugendliche und Geflüchtete sollen auch profitieren

In Dünsen sollen beispielsweise ehrenamtliche Fahrer für kleines Geld, so der Plan, die Menschen, die nicht mobil sind, bedarfsabhängig mit dem Elektrowagen abholen und sie später wieder zurück vor die Haustür bringen. Dabei wird sich jedoch nicht auf Senioren spezialisiert: Auch Jugendliche oder geflüchtete Mitbürger sollen profitieren.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zahlt 80 Prozent der Investitionen in Höhe von insgesamt 263.606 Euro. In den Landkreis Oldenburg fließen demnach wie eingangs erwähnt Bundesmittel in Höhe von 210.885 Euro. Die Restkosten werden auf die teilnehmenden Gemeinden verteilt. „Das variiert je nach Art der Umsetzung. Die Gemeinde Dötlingen muss beispielsweise einen Eigenanteil von 13.100 Euro zahlen“, so Gremlowski. „Der früheste Baustart für das Solarcarport wäre im Frühjahr. Die Anschaffung des Wagens dauert aber vermutlich noch länger. Das kommt ganz auf die Lieferzeit an.“

alp

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