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Gemeinde Dötlinge: Künftig nur noch Vollzeit-Plätze

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Von: Lara Terrasi

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Hortgruppen mit 20 Plätzen gibt es in der Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt. archiv
Hortgruppen mit 20 Plätzen gibt es in der Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ in Neerstedt. © Archivfoto: Prigge

Neerstedt – Um das Thema Kinderbetreuung in der Gemeinde Dötlingen ging es unter anderem während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung und Erziehung der Kommune – um genau zu sein, um die Anpassung des Hortangebots und die entsprechenden Abrechnungsmodalitäten zum 1. August dieses Jahres. Kinder von der Einschulung bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres werden in einer Hortgruppe gefördert.

Im Juli 2021 ist das neue Niedersächsische Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege (NKiTaG) in Kraft getreten. Das bedeutet, dass den Jungen und Mädchen ab dem Kita-Jahr 2022/2023 eine entsprechende Kernzeit von vier Stunden an fünf Tagen in der Woche angeboten werden muss (wir berichteten).

Vier Kinder dürfen sich zwei Stellen teilen

Laut Gesetz beträgt die Anzahl der Plätze in Hortgruppen höchstens 20. Es können aber bis zu zwei Plätze einer Gruppe geteilt werden, sodass je Platz zwei Jungen und Mädchen an unterschiedlichen Tagen anwesend sind. Es dürfen sich also maximal vier Kinder zwei Stellen teilen. Daraus ergibt sich, dass in einer Hortgruppe maximal entweder 20 oder 18 Vollzeitplätze und zwei geteilte Plätze vergeben werden dürfen, ist der Sitzungsvorlage zu entnehmen.

Ausschussvorsitzende Ditte Höfel (CDU) sagte: „Was mir als Vertreter der Politik ganz wichtig ist: Seit Jahren ist das eine freiwillige Aufgabe, die die Gemeinde da übernimmt. Die bindet relativ viel Arbeitskraft in der Verwaltung und auch in den Einrichtungen und ist auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden.“ Trotzdem habe sich die Politik immer für eine Hortbetreuung entschieden, „um Dötlingen attraktiv zu gestalten. Und mit dem heutigen Beschlussvorschlag würden wir das auch weiterhin beschließen, nur wir würden dem Ganzen einen neuen gesetzlichen Rahmen verpassen“.

Markus Knoop sagte: „Wir als CDU sind da wirklich erfreut, dass wir auch in diesem Rahmen zukünftig Plätze für Teilzeitbetreuung anbieten können, weil es nun mal auch der Arbeitsrealität entspricht, dass nicht alle Vollzeit arbeiten.“ Für eine gute pädagogische Arbeit müsse es Grenzen in der Flexibilität geben, findet er.

Aktuell keine zufriedenstellende Situation für das Personal

Wie berichtet, hätten die Kita-Leitungen geschildert, dass die Ausgestaltung und Qualität der Hortarbeit angepasst werden sollte, da es einige Probleme gebe. So melden viele Erziehungsberechtigte ihren Nachwuchs für wenige Stunden am Tag an, daher könnten keine zusammenhängenden Angebote gestaltet werden. In der Sitzungsvorlage heißt es: „Das jetzige Konzept ist lediglich eine nachschulische Hausaufgabenbetreuung. Eine pädagogisch wertvolle Arbeit im Sinne der Weiterentwicklung der Kinder ist weit entfernt davon.“ Zudem ändere sich die Gruppe täglich, sodass Regeln wieder besprochen werden müssten. „Die Kinder finden kein kontinuierliches Umfeld vor. Durch den stetigen Gruppenwechsel entsteht viel Unruhe“, heißt es weiter. Für das vorhandene Personal sei diese Situation nicht zufriedenstellend. Eine Verbesserung könnte eine Betreuung an fünf Tagen pro Woche mit jeweils vier Stunden täglich (Vollzeit) erzielen.

Die Frage von Daniela Wordtmann, hinzugewähltes Mitglied, ob in Zukunft eine kürzere Betreuungszeit bis 15 Uhr möglich sein werde, verneinte Höfel: „Die erstreckt sich auf vier Stunden jeden Tag.“

Kinder, die fünf Tage im Hort wären, könnten dann „ja keine Hobbys mehr ausüben“, so Wordtmann. „Wenn sie im Hort sind, können sie ja nicht mehr zum Fußballtraining gehen.“ Das seien die gesetzlichen Regelungen, meinte Höfel dazu.

Ausschuss nimmt Beschlussvorschlag einstimmig an

Aufgrund der geänderten rechtlichen Vorgaben ist eine Anpassung des Hortangebots unumgänglich, ist der Vorlage zu entnehmen. Die Erfahrungen aus den Einrichtungen zeigten zudem, dass die Hortarbeit angepasst werden muss – sowohl für die Kinder als auch für das Personal.

Die Mitglieder des Ausschusses empfahlen letztendlich einstimmig, dass das Hortangebot in der Gemeinde Dötlingen zum 1. August dieses Jahres angepasst wird. Somit werden grundsätzlich lediglich Vollzeit-Plätze für eine Betreuung von jeweils vier Stunden an fünf Tagen in der Woche vergeben.

Es können bis zu zwei Plätze einer Gruppe geteilt werden. Für die Vollzeit-Hortplätze erfolgt eine Abrechnung der Elternbeiträge für die Mindestbetreuungszeit von 20 Wochenstunden, unabhängig von der Inanspruchnahme.  

Hort-Situation in der Gemeinde Dötlingen:  

Im Kindergartenjahr 2022/2023 stehen nicht ausreichend Hortplätze zur Verfügung. In Neerstedt fehlen maximal 17 Plätze, in Dötlingen 14 (wir berichteten). „Unabhängig von der zukünftigen Ausgestaltung des Hortangebots fehlen im Kindergartenjahr 2022/2023 und in den Folgejahren mindestens 27 Hortplätze in der Gemeinde Dötlingen“, heißt es in der Vorlage. Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Platz besteht aktuell nicht. Die derzeitige Situation zeige deutlich, dass in allen Kita-Bereichen ein deutlicher Personalmangel besteht. „Die Einrichtungen der Kommune haben bereits mit Personalmangel und Personalausfall zu kämpfen.“ Die Nachbargemeinden hätten diese Situation bestätigt.

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