Jugend-, Sport- und Sozialausschuss votiert für Modernisierungszuschuss und Etatansätze

Gelder für Schützen und „mischMIT!“

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Die Brettorfer Schützen wünschen sich einen elektronischen Schießstand, wie ihn der SV Altona (Bild) bereits hat. Dafür gibt es einen Zuschuss von der Gemeinde.

Neerstedt - Der Bereich „Jugend, Sport und Soziales“ gestaltet sich für Kommunen meist sehr kostenintensiv. Schließlich finden sich dort die Haushaltsansätze für die Kinderbetreuung. Auch in der Gemeinde Dötlingen schlägt diese mächtig ins Kontor – nicht nur aufgrund laufender Ausgaben, vor allem fürs Personal, sondern auch wegen zusätzlicher Angebote, die die Kommune in 2020 anlässlich des gestiegenen Bedarfs vorhalten will und muss.

Die Kosten für eine neue Brettorfer Kindergartengruppe in noch anzuschaffenden Containern sowie für die Einrichtung eines Waldkindergartens in Dötlingen und der Großtagespflegestelle in „Aschenbecks Kate“ hielten den Fachausschuss aber nicht davon ab, weitere Mittel zu gewähren.

Neben den Etatansätzen für 2020, die das Gremium während seiner Sitzung mit der Enthaltung von Gabriele Roggenthien (Bündnis 90/Die Grünen) absegnete, stimmte es auch über einen Zuschussantrag des Schützenvereins Brettorf für die Modernisierung der Schießsportanlage ab – und empfahl einmütig eine Summe in Höhe von 5320 Euro. Gemäß der Sport- und Jugendförderungsrichtlinie unterstützt die Gemeinde Bauvorhaben mit 20 Prozent der nachgewiesenen Kosten. Die Maßnahme in Brettorf summiert sich auf 48.090 Euro. Davon entfallen 1600 Euro auf die Eigenleistung, die die Schützen mit 200 Stunden angegeben haben. Daraus würde sich eigentlich ein Zuschuss in Höhe von 9618 Euro ergeben. Da bei Baukosten über 25.000 Euro aber eine Entscheidung im Einzelfall erfolgen kann, hatte die Verwaltung – auch mit Blick auf die Haushaltslage – den niedrigeren Betrag vorgeschlagen. Und der Ausschuss empfand dies als angemessen – zumal die Brettorfer Schützen im Jahr 2016 schon rund 3000 Euro für die Renovierung ihres Aufenthaltsraumes erhalten hatten.

Der Verein muss aufgrund geänderter Auflagen des Landkreises Oldenburg handeln und will dies zum Anlass nehmen, den gut 35 Jahre alten Schießstand zu modernisieren. Angedacht ist eine elektronische Variante, auf die das Gros der Kosten entfällt. Die Schützen möchten damit die Trainingsmöglichkeiten – sowohl im Nachwuchs- als auch im Erwachsenenbereich – optimieren. Denn der Trend gehe immer mehr vom traditionellen zum sportlichen Schießen. Dies zeige die steigende Teilnehmerzahl an Runden- und Ligawettkämpfen sowie Meisterschaften, heißt es im Antrag des Vereins. Gleichzeitig könnte in diesem Rahmen eine energetische Verbesserung erfolgen.

Um die Auflagen des Landkreises zu erfüllen, sind die Erneuerung der Deckenisolierung sowie das Auftragen nicht brennbarer Wandfarbe vorgesehen. Auch andere Schützenvereine in der Gemeinde mussten bereits aktiv werden. Der SV Neerstedt erhielt für seine Maßnahmen 1 464 Euro und der SV Altona 252 Euro von der Kommune. Die Dötlinger hatten wegen des geringen Ausmaßes keinen Antrag gestellt.

Der Zuschuss für die Brettorfer wird nun in den Etatentwurf 2020 mit aufgenommen. Dort finden sich für den Bereich „Jugend, Sport und Soziales“ unter anderem auch 22.000 Euro für die Sportförderung, 11.000 Euro für die evangelische Kirchengemeinde, die die Jugendhäuser betreibt, sowie knapp 12.500 Euro für das künftige Haus der Generationen. Hier wurden die Ansätze für Bewirtschaftung und bauliche Unterhaltung geschätzt und zunächst für ein halbes Jahr angesetzt.

Für die Kooperation mit der Freiwilligenagentur „mischMIT!“ hatte die Verwaltung erst nur 1500 Euro eingeplant, weil sie ursprünglich im Mai ausgelaufen wäre. Nun hat der Landkreis aber eine Ausdehnung der Pilotphase bis Ende des Jahres angekündigt. Laut SPD-Ratsherr Thore Güldner, der auch im Kreistag sitzt, hat der zuständige Ausschuss die Verlängerung und anschließende Verstetigung empfohlen. Der Ansatz im Gemeindeetat wurde deshalb wieder auf 3000 Euro hochgeschraubt. „Ich schlage vor, dass ,mischMIT!‘ uns vor den Haushaltsberatungen 2021 Rede und Antwort steht, was hier schon passiert ist“, sagte Bürgermeister Ralf Spille.

Mit Blick auf das 2,6-Millionen-Euro-Defizit im Ergebnishaushalt mahnte er: „Wir müssen künftig noch penibler darauf achten, dass wir nur Beträge in den Haushalt einstellen, die wirklich notwendig sind.“ Die Gemeinde müsse ihre Kosten senken und Einnahmen erhöhen. Dies erfordere Kreativität und Disziplin. In einer ersten Runde habe die Verwaltung schon einzelne Posten beleuchtet. „Das werden wird 2020 intensiveren und dann auch die Politik einbinden“, so der Verwaltungschef.

Schon fast im Widerspruch dazu stand Gernot Kuhlmanns Anliegen. Der CDU-Ratsherr wünschte sich Investitionen in die Spielplätze und verwies auf die in die Jahre gekommenen Geräte beim Neerstedter Kindergarten. Regelmäßig sei eines gesperrt, weil es repariert werden müsse. Roggenthien regte eine Liste an – mit Notwendigem und Wünschenswertem. Der Bürgermeister schlug vor, dass die Verwaltung den Bedarf ermittelt. „Wenn im Laufe des Jahres ein Vorschlag kommt, bin ich damit einverstanden“, gab sich Kuhlmann zufrieden.

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