Fahrradfest an der Kirche lockt Besucher mit Infos, Probetouren und Aktionen

Von der „Gazelle“ bis zum Lastenrad

Till Wilczkowski von der Firma Tretlaster gab Thomas Bürster vor seiner Probefahrt mit dem Lastenrad eine kurze Einweisung. Fotos: Meyer

Dötlingen - Von Janin Meyer. „Unser Hund fährt nicht gerne Auto“, so Thomas Bürster. „Da wäre ein Lastenrad schon eine tolle Alternative.“ Der Dötlinger nutzte deshalb am Sonnabend das erste Fahrradfest rund um die St.-Firminus-Kirche, um sich gemeinsam mit seiner Frau Helga über das Angebot an Lastenrädern zu informieren. Neben der Firma Tretlaster aus Oldenburg gab es noch neun weitere Stände, die rund um das Thema Fahrradfahren informierten oder Aktionen boten.

Auf die Beine gestellt hatten das Event die Landeskirche Oldenburg und die Kreisverwaltung. Rebecca Remke (Projektmanagerin Klimaschutz) und Praktikantin Meike Staecker vom Landkreis sowie Mela Determann, Klimaschutzmanagerin der Landeskirche, zeichneten vor Ort verantwortlich. „Wir sehen das Fahrradfest als eine Art Vorveranstaltung für das Stadtradeln, das am 11. Mai landkreisweit beginnt“, erklärte Staecker. Es bietet mehrere geführte Radtouren sowie die Möglichkeit, durch gefahrene Radkilometer Preise zu gewinnen. „Im Rahmen des Fahrradfestes können sich alle Beteiligten schon einmal auf die Thematik rund ums Fahrrad einstimmen“, meinte sie.

Alle drei Organisatorinnen zeigten sich trotz des regnerischen Wetters sehr angetan von der Resonanz. So herrschte an den einzelnen Ständen reges Treiben. Rolf Quickert von der Wildeshauser Polizei hatte zum Beispiel alle Hände voll zu tun, die Fahrräder der Besucher zu registrieren. Dabei galt es, alle Merkmale der einzelnen „Drahtesel“ zu erfassen. „Gazelle, silber, 28er Rahmen“, diktierte der Polizeihauptkommissar seinen Helferinnen. Besonders wichtig: die Rahmennummer. „Die ist eingestanzt und ein individuelles Merkmal“, betonte Quickert. Da sie sich allerdings meist nicht im Sichtfeld befindet, bugsierte er die Räder mithilfe einer Konstruktion auf Augenhöhe. Am Ende der Registrierung gab es für jedes Rad einen entsprechenden Aufkleber, der die Zuordnung zum Besitzer ermöglicht. „Im Falle einer Sicherstellung eines gestohlenen Rades lässt sich so schnell der richtige Halter ausfindig machen“, erläuterte Quickert. „Ich halte das für sicherer“, betonte Alma Gerbers, die die „silberne Gazelle“ zur Registrierung gebracht hatte. Das Rad habe sie erst im vergangenen Jahr von ihrer Schwester übernommen. „Da es hochwertiger ist als meine bisherigen, war mir die Registrierung wichtig.“

Bürster war derweil schon zu einer Probefahrt mit dem Lastenrad unterwegs. „Etwas gewöhnungsbedürftig – und bergauf ein bisschen anstrengend“, urteilte er. Till Wilczkowski, zuständig für Vertrieb und Marketing bei Tretlaster, wusste auch da Abhilfe: „Die Lastenräder gibt es in etlichen unterschiedlichen Varianten. Für den kleinen Einkauf bis hin zum gewerblichen Einsatz – und selbstverständlich auch als E-Bike-Variante“, erklärte er. In Oldenburg selbst seien Lastenräder aus dem Stadtbild kaum noch wegzudenken, und die Nachfrage steige weiterhin. „Es ist ein Trend zu spüren, dass viele Menschen das Auto gegen ein Lastenrad tauschen“, so Wilczkowski. Aber auch im restlichen Landkreis seien vereinzelt Menschen mit diesen Rädern unterwegs. „Wir sind damals schon mit unseren Kindern im Fahrradanhänger gefahren“, erzählte Bürster. „Früher waren wir die einzigen, heute sieht man die Anhänger überall. Ähnlich wird es vermutlich auch mit den Lastenrädern sein.“ Für Wilczkowski liegen die Vorteile im Vergleich zum Auto auf der Hand: „Keine Staus, keine Parkplatzsuche, geringere Kosten, kein Spritverbrauch, und selbst das Dieselfahrverbot interessiert die Radfahrer nicht“, erklärte er mit einem Lächeln. Allerdings müsse sich in Deutschland noch etwas an der Infrastruktur für Fahrräder ändern, sollte der Trend weiter anhalten.

Registrierte die Räder der Besucher: Polizeihauptkommissar Rolf Quickert.

Etwas für Radfahrer zu verbessern, darum ging es auch Heinrich Book. Der Vorsitzende des ADFC Oldenburg informierte über die Arbeit des Fahrradclubs. „Sehr gerne würden wir mehr in der Verkehrspolitik gestalten. Zum Beispiel für bessere Beschilderungen der Radwege sorgen“, betonte er. Generell sei es dem ADFC aber wichtig, künftig landkreisweit aktiv zu sein. Zum Beispiel durch geführte Radtouren. „In Oldenburg selbst gelingt uns das schon gut, aber auf Kreisebene möchten wir noch mehr Menschen ansprechen“, so Book.

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