Pflanzenhof und Bioland Gärtnerei

Gartenbuch porträtiert zwei Dötlinger

Ein Kräutergarten
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In „herb‘s Bioland Gärtnerei“ wächst unter anderem die Süßdolde Myrrhis odorata. Sie schmeckt nach Lakritz.

„Gärtner sind glückliche Menschen!“ Mit dieser Überschrift beginnt Anja Birne ihr Buch über die 100 interessantesten Gärtner Deutschlands. Als „richtigen Hotspot“ bezeichnet die Autorin die hiesige Region. Aus der Gemeinde Dötlingen sind gleich zwei Betriebe im Band vertreten.

Aschenstedt/Nuttel – Ein Grund, stolz zu sein: Der Aschenstedter Olaf Schachtschneider vom gleichnamigen Pflanzenhof und Herbert Vinken von „herb’s Bioland Gärtnerei“ aus Nuttel sind in dem jüngst erschienenen Band „Das große Buch der Gärtnerinnen und Gärtner“ vertreten. Autorin Anja Birne und Fotografin Marion Nickig stellen 100 Personen vor.

„Sie schätzen die traditionelle gärtnerische Wirtschaftsweise, bewahren alte Kulturpflanzen und die Neugierde auf interessantes Neues“, heißt es im Vorwort über die Porträtierten. Darunter sind Betreiber einer rund 330 Jahre alte Kakteengärtnerei, Menschen, die sich auf bestimmte Sorten wie Pfingstrosen oder Clematis spezialisiert haben, aber auch Inhaber von Obstbaumschulen oder Wildpflanzengärtnereien zu sehen.

„Das Buch ist wie ein Reiseführer konzipiert“, erklärt Birne. Die langjährige „Landlust“-Redakteurin und Gartenbauerin besucht seit 1994 fremde Gärten und hat bereits mehrere Bücher über grüne Paradiese in England, Frankreich und den Niederlanden geschrieben.

Schön in jeder Jahreszeit: die Eberesche.

Für Deutschland jedoch fehlte ein solches Werk. Diese Lücke wollten Birne und Nickig füllen. Die Idee sei, dass Menschen es nutzen können, um eine Reise in eine Region zu planen und dort verschiedene Gärten zu besuchen, erläutert die Autorin. Das Buch enthält eine Karte und das Inhaltsverzeichnis ist nach Bundesländern sortiert.

Begeistert ist Birne von der hiesigen Region. „Sie haben da ja einen richtigen Hotspot“, sagt sie am Telefon. Zwar sind der Pflanzenhof und die Bioland Gärtnerei die einzigen Betriebe aus dem Landkreis Oldenburg im Buch, aber es gibt noch einige aus dem Umkreis: in Oldenburg „Piccoplant“ von Elke Haase und die „Bioland Kräuterei – Manufaktur für Grünes und Süßes“ von Annika und Charlotte Brunkhorst, im Landkreis Diepholz die Thymian- und Staudengärtnerei Michael Camphausen in Bassum, die Herrenkamper Gärten von Martin und Heidi Dieck in Siedenburg sowie die Bioland Obstbaumschule von Dr. Ute Hoffmann in Asendorf. Auch die Bioland Baumschule von Aloys Pöhler in Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) erhält eine Doppelseite Platz.

„Jede Gärtnerei sollte dieselbe Aufmerksamkeit bekommen. Für uns war es wichtig, dass wir die größte Bandbreite an Gärtnereien abbilden“, erläutert Birne das Konzept. So stehen beim Pflanzenhof Schachtschneider die Bäume im Fokus.

Olaf Schachtschneider betreibt einen Pflanzenhof.

Das sei seine „Liebhaberei, seine Sammelleidenschaft“, erzählt Olaf Schachtschneider. Die Himalaya-Eberesche etwa sei das ganze Jahr ein Hingucker: weiße Blüten, rote Früchte, rote Blätter im Herbst und das nackte Geäst im Winter.

Er freue sich sehr, Teil des Buchs zu sein, sagt der Aschenstedter. Das Ergebnis gefalle ihm: „Selbst ich als Gärtner habe richtig Lust, bei den anderen vorbeizuschauen und einzukaufen.“

In „herb‘s Bioland Gärtnerei“ haben Birne und Nickig Luftzwiebeln, Bulgarischen Chili-Lauch und weitere Besonderheiten entdeckt, und zwar auf einem „wild verwunschenen Gelände“, das einen Lebensraum für Artenvielfalt biete.

Herbert Vinken führt „herb’s Bioland Gärtnerei“.

Er kenne Birne und Nickig schon seit Langem, erzählt Vinken, über Gartenreisen, Publikationen und Seminare. Auch wenn es nicht das erste Mal ist, dass über seinen Betrieb berichtet werde, habe der Fokus des Buchs, der auf den Gärtnern liegt, eine Lücke getroffen. Er schätze viele der Porträtierten für ihre Arbeit und freut sich, dabei zu sein.

Ziel der Veröffentlichung sei es auch, auf die Bedeutung der Branche aufmerksam zu machen, erläutert Birne. „Wir brauchen dringend Grün, wir brauchen neue Pflanzen in Zeiten des Klimawandels.“ Zugleich zeige sich, dass zum Beispiel regionale alte Obstsorten besonders gut an die klimatischen Verhältnisse angepasst und damit zukunftsfähig seien.

Es sei entscheidend, dass sich Menschen damit beschäftigten, findet die Autorin: „Je mehr Kulturlandschaften an heimischen Wildpflanzen und spezialisierten Insekten verarmen, umso stärker geraten diese in den Fokus der Gärtner, die ihnen ein Refugium bieten.“

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„Das große Buch der Gärtnerinnen und Gärtner“, herausgegeben von Anja Birne und Marion Nickig, kostet 39,95 Euro.

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