Buch über Klattenhof kommt gut an  

Ein ganzes Dorf lacht über Neubers Geschichten

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Götz Neuber stellte am Sonnabend sein Buch „Meine lieben Klattenhofer, mine leeven Klattenhöver“ vor. 

Klattenhof - Von Holger Rinne. Es ist ein Ortsteil der Gemeinde Dötlingen mit nur knapp 140 Einwohnern. Kein Wunder, dass in Klattenhof so gut wie jeder beim witzigen Dorfschnack mitreden kann. Diese Geschichten, die stets für allgemeines Schmunzeln sorgen, stellte Götz Neuber am Sonnabend im Klattenhofer Dorphus unter dem Titel „Meine lieben Klattenhofer, mine leeven Klattenhöver“ in einer Lesung vor.

„Ohne dass ich das Buch gelesen habe, weckten beim Durchblättern alleine die Bilder von Werner Abel in mir Erinnerungen. In der Dorfgemeinschaft geht es um Freundschaft, Verhältnis und eine herzliche Willkommenskultur, auch und gerade in der heutigen Zeit“, leitete die Vorsitzende des Vereins „Dorfgemeinschaft Klattenhof“ Anke Holtmann die Lesestunde im Dorphus ein.

Werner Abel

„Die Idee, eine Bestandsaufnahme des dörflichen Lebens, der Menschen und Geschichten zu machen, hatten wir eigentlich bereits nach Fertigstellung des Dorphus 1990“, erzählte Neuber den mehr als 20 Gästen und erklärte, dass es liegen geblieben war. „Wie es eben so läuft, wenn man berufstätig ist. Die einen müssen sich um den Hof kümmern, und ich musste jeden Morgen zur Arbeit nach Bremen.“ Nun ist aus der anfänglichen Idee ein 74-seitiger Band mit Döntjes und Bildern rund um den Stühe geworden. In den 46 Jahren, die der Autor in der etwa vier mal vier Kilometer großen Streusiedlung wohnt, hat er seine Klattenhofer lieb gewonnen, so Neuber. Das zeigt sich auch in der bildhaften, liebevollen Beschreibung der Charaktere in seinen Geschichten, wenn er beispielsweise von der „wundersamen Geldvermehrung“ eines Preisgeldes durch Heini Ehlers erzählt.

3 000 Euro für das Dorf

Bei einem Landeswettbewerb hatten die Klattenhofer für ihr Dorf den zweiten Preis und damit 3 000 Mark gewonnen. Nicht nur, dass Ehlers damals den damaligen Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke bei der Preisverleihung zuflüsterte „Kom uns mol besöken“ – was Funke dann auch tat. Nach der Rückkehr ging Ehlers zur Bank und meinte, sie könne als Hausbank mit der Auszeichnung auch für sich werben. Das war der Bank 500 Mark wert, die er dann bei zwei weiteren Kreditinstituten verdreifachte. Zu guter Letzt holte er sich von dem Unternehmen „BEB – Erdgas und Erdöl“ mit dem Vorwurf, deren gelbe Gashinweisschilder in der Landschaft hätten den Klattenhofern den ersten Preis gekostet, noch einen Scheck ab. Am Ende hatte man das selbe Preisgeld wie der Landeserste zusammen.

Der trockene Humor von Friedel Strudthoff hat es dem Erzähler besonders angetan. Gleich mehrere Geschichten sind dem damaligen Gastwirt gewidmet. Unter anderen eine Begebenheit, bei dem eine freiwillige Schneeräumaktion Anfang der 1970er-Jahre mit einem Unfall endete. Nach erledigter Arbeit mit seinem „Güldner“, dem Ersttrecker des Nebenerwerbslandwirts, und Einkehr bei all seinen Gastwirtskollegen an der geräumten Strecke sorgten naturgemäß nicht nur die widrigen Straßenverhältnisse für das abrupte Ende der Aktion in einem Straßengraben. Strudthoff landete kopfüber in einem Schneeberg. Neuber, der die Aktion durch ein Fernglas beobachtet hatte, startete sofort mit dem „Deutz“, dem Zweittrecker des Verunglückten, zu einer Rettungsaktion, die natürlich mit einem trockenen Spruch des Geretteten glimpflich und amüsant ausging.

Zuhörer blicken durch Fernglas

Die authentische, lebendige Erzählweise gab den Zuhörern die Illusion, sie blickten als Beobachter selber durch das Fernglas. Das Publikum war sichtlich in den Bann des Erzählers gezogen und belohnte jede Anekdote mit Applaus. Untermalt wurde die Lesung durch die Bilder von Abel, die mit einem Beamer an eine Großleinwand geworfen wurden.

Neuber meinte zu Beginn der Lesung, er werde nur etwa zehn Prozent der Geschichten vorlesen. Am Ende waren die Besucher auf die anderen 90 Prozent so gespannt, dass so gut wie jeder ein eigenes Buch mit nach Hause nahm.

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