Galerie im Heuerhaus zeigt die Ausstellung „Figur und Form“/Vernissage am Sonntag

Henkel „zaubert“ mit pflanzlichen Materialen

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Gemeinsam mit den Galeristinnen Anne Hollmann (L.) und Gertje Kollmann platzierte Künstler Werner Henkel gestern seine Arbeiten, die ab Sonntag zu sehen sind.

Dötlingen - „Ja, das Wiesenlieschgras hat mich fast wahnsinnig gemacht“, gesteht Werner Henkel. Auch mit so manchen Blättern hat er zu kämpfen – sei es nun Silberpappel oder Pestwurz. Wer nun glaubt, Henkel sei Hobbygärtner, der irrt. Der Bremer ist Künstler und widmet sich seit mehr als 30 Jahren dem Thema „Natur“, zeigt die Schönheit und Vergänglichkeit sowie die Beziehung zum Menschen. Ob Bilder, Objekte oder Installationen – Henkel verarbeitet alles, was die Natur so zur Verfügung stellt. Die Ergebnisse zeigt er ab Sonntag unter dem Titel „Figur und Form“ in der Dötlinger Galerie im Heuerhaus. Um 11.30 Uhr wird die Ausstellung, die bis zum 25. Oktober läuft, eröffnet.

Ein Blickfang sind seine Objekte. Aus einer Vielzahl an Wiesenlieschgräsern hat er beispielsweise ein Dreieck gefertigt – natürlich kein simples, zweidimensionales. Die Gräser wirken, als würden sie an einem Hang wachsen. „Sie so anzuordnen, hat schon Geduld erfordert“, berichtet Henkel. Dies gilt auch für andere Arbeiten wie die gerollten Silberpappelblätter oder das Quadrat aus vielen einzelnen Orangenstücken. „Derzeit sammele ich Bananenschalen“, fällt dem Künstler da ein. Bei seinen Objekten erzeugt Henkel Volumen durchs Stapeln und Aneinanderreihen.

Einen großen Raum nehmen in Dötlingen die Scherenschnitte ein, für die der Bremer vorzugsweise Blätter sammelt, trocknet und presst. Dann schneidet er geometrische Formen und Figuren heraus. „Ich abstrahiere die pflanzliche Form“, meint er. Für seine Serie „Paare“ hat er hingegen ungepresste Pestwurzblätter verwendet. „Das war ein Spiel mit dem Zufall, einige bekamen eine schöne Bewegung, manche waren nicht zu gebrauchen.“ Dann und wann greift Henkel auch zum Pinsel, bemalt beispielsweise Gräser mit Tusche, ehe sie durch die Radierpresse wandern. Für andere Bilder hat er mit Transparenzpapier gearbeitet. Einige Werke sind zwischen zwei Acrylplatten gerahmt. „Durch die fehlende Rückwand entsteht ein Schattenspiel“, ergänzt Henkel, der schon Ende der 1970er-Jahre herausfand, wie gut sich ökologische und künstlerische Interessen verbinden lassen. „Anstoß war damals eine Ausstellung zur Radioaktivität“, berichtet er.

Die Ausstellung ist donnerstags bis sonnabends von 15 bis 17.30 sowie sonntags von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet.

ts

www.galerie-doetlingen.de

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