Comedian Heinz Gröning sorgt auf der Neerstedter Bühne für eine ungewöhnliche Vorbereitung auf das Fest

Fröhliche Weihnachten im Rammstein-Sound

Comedian Heinz Gröning textete und musizierte zum Thema Weihnachten. Der Baum war immer dabei. - Foto: Rinne

Neerstedt - Von Holger Rinne. Er nennt sich selbst „der unglaubliche Heinz“. So wie er zwei Tage vor Heiligabend auf der Neerstedter Bühne alles rund um das Weihnachtsfest auf´s Korn nahm, könnte man Heinz Gröning aber auch den „ungläubigen Heinz“ nennen.

Gröning bot dem Publikum eine unterhaltsame Mischung aus Erzählungen und Liedern, die sich rund um alljährliche weihnachtliche Bräuche und Spießigkeiten bewegten. Dabei stand am Sonnabend für ihn viel auf dem Spiel. „Das ist mein letzter Auftritt vor Weihnachten. Wenn es heute schlecht läuft, habe ich einen scheiß vierten Advent“, orakelte der Comedian.

Doch diese Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Der Bühnenprofi zog das Publikum von Beginn an in seinen Bann. Er punktete als Ein-Mann-Boygroup genauso wie mit seiner Weihnachtsgeschichte, auf die sich der Titel des Soloprogramms „Verschollen im Weihnachtsstollen“ bezieht. Seine Freundin Maria flieht in die kalte Winternacht, weil ihr der Weihnachtsstollen verbrannt ist. Mit Sinn für schräge Situationen bringt er das Publikum nicht nur zum Lachen. Bilder wie der „Alte fiese Deutsche, kurz AfD“ oder der „türkische Honig für den kurdischen Diabetiker“ regen ebenso zum Denken an, wie der Onkel, der jedes Jahr Knecht Ruprecht in einer anderen Rolle aufleben lässt.

Gröning interpretiert „Süßer die Glocken nie klingen“ im Bob-Dylan-Sound und bringt Rammstein mit „Morgen, Kinder wird’s was geben“ auf die Neerstedter Bühne – natürlich mit eigenem Text.

Er wirkt nicht wie der feinsinnige Kleinkunst-Poet, sondern eher wie ein testosterongesteuerter Macho, wenn er das Holen und Ablegen seiner Gitarre zum „Running Gag“ macht und durch Posen die Frauenwelt in Begeisterung zu bringen versucht. Gröning begibt sich dadurch keineswegs in banale Gefilde. Er kokettiert geschickt mit dem Widerspruch.

Zum Ende der ersten Programmhälfte wurde es noch einmal mit einem Weihnachtslieder-Medley fulminant – natürlich waren „O Du fröhliche“ und Co mit eigenen Texten verfremdet.

„Das Programm war sehr unterhaltsam, und das Publikum wurde gut mitgenommen. Wir hatten viel Spaß und freuen uns jetzt auf den heiligen Abend und Weihnachten“, zeigte sich Besucher Matthias Kluck am Ende begeistert.

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