Forschungsprojekt spricht Dötlinger an

Bessere Versorgung durch Online-Shopping?

Olga Naluz
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Will wissen, ob Online-Shopping Versorgungslücken auf dem Land ausgleichen kann: die Masterstudentin Olga Naluz.

Die Coronakrise hat in so manchem Haushalt eine wahre Paketflut ausgelöst. Durch die zeitweise Schließung der Geschäfte hat das Online-Shopping stark zugenommen. Zwei Studentinnen wollen wissen, ob das Probleme lösen kann und haben eine Umfrage zum Einkaufsverhalten gestartet.

Dötlingen – Die Gemeinde Dötlingen kennen Alisa Kaiser und Olga Naluz nur aus einer Statistik. Sie seien auf der Suche nach den kleinsten Kommunen Deutschlands gewesen, erzählen die beiden Masterstudentinnen. Denn sie wollen für ihre Abschlussarbeit erforschen, wie sich das lokale Versorgungsangebot vor allem in ländlichen Regionen durch digitale Lösungen verbessern lässt.

Eine Option: das Online-Shopping, also der Kauf von Waren im Internet. Mit einer Umfrage wollen Kaiser und Naluz nun herausfinden, wie viele Menschen in kleinen Gemeinden auf dem Land diese Möglichkeit nutzen. Eine der Kommunen auf ihrer Kontaktliste ist Dötlingen.

Der Trend zur Urbanisierung, der die Städte immer voller werden lässt, habe auf dem Land häufig negative Auswirkungen, erläutert die 24-jährige Kaiser den Hintergrund des Forschungsprojekts: „Es gibt ein rückläufiges Versorgungsangebot.“ Das habe mit unter anderem mit den Lieferketten zu tun, die auf dem Land anders organisiert werden müssten als in der Stadt, wo vieles nah beieinander liege.

Paketdienstleister müssen Fahrten aufs Land gut kalkulieren

Online-Shopping könnte eine Lösung für fehlende Angebote vor Ort sein, vermuten die beiden Studentinnen. Allerdings gebe es auch damit Probleme, ergänzt die 28-jährige Naluz. Für Paketdienstleister seien Fahrten aufs Land ebenfalls eine logistische Herausforderung. Viele Kilometer, wenige Stopps – das sehe in der Kalkulation schlecht aus.

Es sei zudem unklar, ob sich die Bedürfnisse der auf dem Land lebenden Kundschaft von denen der Menschen in der Stadt unterschieden: „Vielleicht sieht Online-Handel auf dem Land anders aus“, sagt Naluz. Die Vorstellung, dass dort nur ältere Leute lebten, die das Internet nicht nutzten, sei falsch. Es gebe durchaus die „Silver Surfer“, die in späteren Lebensjahrzehnten online sehr aktiv seien: „Das ist nicht mehr so schwarz-weiß, wie man denkt.“

Die Umfrage, die die beiden auch in der Facebook-Gruppe „Dötlingen, meine Gemeinde“ gepostet haben, soll diese Wissenslücke schließen. Darin finden sich Fragen wie „Wir oft nutzen Sie Online-Shopping?“ oder „Welche Liefermöglichkeit bevorzugen Sie?“. Kaiser und Naluz unterscheiden auch die Zeit vor und nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Ausnahmesituation mit geschlossenen Geschäften und dem Ansteckungsrisiko im öffentlichen Raum habe die Akzeptanz digitaler Hilfsmittel steigen lassen, erklärt die 24-Jährige.

Alisa Kaiser hat bereits im Bachelor „International Business“ studiert.

Sie und ihre Kommilitonin studieren „International Business“ an der „Copenhagen Business School“, die Forschungsarbeit ist der Abschluss. Während Kaiser derzeit noch in Dänemark ist, hat Naluz Ende 2020 entschieden, wegen der Pandemie zurück nach Frankfurt am Main zu gehen. Dort hat sie auch ihren Bachelor in Wirtschaftswissenschaften absolviert.

Die 28-Jährige wird nach dem Masterstudium bei einem E-Commerce-Unternehmen arbeiten. Kaiser lebte zuvor in Maastricht, wo sie ihren Bachelor in „International Business“ gemacht hat. Wie es weitergeht, weiß sie noch nicht genau – aber auch ihr hat es der Bereich Online-Handel angetan.

Um ihre Forschungsarbeit, die Teil eines europaweiten Projekts ist, voranzubringen, werten die beiden Frauen nicht nur die Online-Umfrage aus, sondern führen auch Gespräche mit einzelnen Gemeinden sowie mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Nichtsdestotrotz wünschen sie sich, dass noch mehr Menschen ihren Fragebogen ausfüllen. Es laufe zwar besser als gedacht, aber je mehr Antworten, desto besser, sagt Kaiser.

Link zur Umfrage

https://bit.ly/3uhisaJ

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