SPD fordert Pflege- und Wohnstrategie

Die Dötlinger SPD-Fraktion – hier vor dem bislang unbeplanten Bereich des Prechtgrundstückes in Dötlingen – fordert eine Strategie für die Pflege und das Wohnen im Alter. „Wir müssen handeln“, sagen Thore Güldner, Ute Ziemann, Rudi Zingler, Insa Huck und Ralf Metzing (v.l.). Foto: J. Huck

Wer im Alter nicht mehr in den eigenen vier Wänden leben kann, muss die Gemeinde Dötlingen in der Regel verlassen. Denn die Seniorenheimplätze in der Kommune sind rar. „Für uns ist dieser Zustand nur schwer zu ertragen“, teilt die SPD-Fraktion mit und fordert eine Strategie für die Pflege und das Wohnen im Alter.

Dötlingen – Das Thema „Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde Dötlingen“ beschäftigt Politik, Verwaltung und Einwohner bereits seit Jahren. Während für Bereiche wie Unterstützung im Alltag oder Mobilität schon Lösungen – vorrangig von „Wi helpt di“ – gefunden wurden, klafft bei den Pflegeplätzen immer noch eine riesige Lücke zwischen Bedarf und Angebot. Das Haus Wilhelmina in Dötlingen ist die einzige stationäre Senioreneinrichtung in der Gemeinde. Die Folge: Ältere Einwohner wandern zunehmend in die umliegenden Kommunen und Städte ab.

„Rund 42 Prozent der über 75-Jährigen verlassen die Kommune, weil Angebote fehlen“, hieß es 2013 seitens der Verwaltung. Damals war gerade das mit dem DRK geplante Seniorenzentrum auf dem Prechtgrundstück am Bürgerprotest gescheitert, und es sollten im Rahmen einer Planungswerkstatt neue Ideen entwickelt werden. Das Ergebnis war bekanntlich das genossenschaftliche Wohnprojekt, das ebenfalls nicht zustande kam. „Trotz der weiteren Bemühungen wurde bisher keine adäquate Lösung für die Dötlinger gefunden“, fasst der SPD- Fraktionsvorsitzende Rudi Zingler zusammen.

Die Sozialdemokraten wünschen sich deshalb eine Strategie „Pflege und Wohnen im Alter“ für die Gemeinde. Dies haben sie nun in einem Antrag an Bürgermeister Ralf Spille deutlich gemacht. Dabei fordert die Fraktion Gespräche des Verwaltungschefs und weiterer Vertreter der Gemeinde mit verschiedenen regionalen Trägern von bestehenden Pflege- und Altenheimen – mit dem Ziel, eine Wohneinrichtung für ältere Menschen zur Betreuung und Pflege in der Kommune zu errichten. Der demografische Wandel verschiebe den Altersdurchschnitt kontinuierlich nach oben, deshalb müsse jetzt gehandelt werden, teilt die SPD-Fraktion weiter mit.

„Für uns bedeutet würdevolles Leben im Alter, dass es wohnortnah und bezahlbar stattfinden kann. Bisher müssen Senioren und zu Pflegende in der Regel die Gemeinde verlassen und sich nach Plätzen in den Nachbarkommunen umschauen. Daran wollen wir etwas ändern“, betont Ratsfrau Ute Ziemann.

Die Sozialdemokraten fordern eine Grundsatzentscheidung zur ideellen und materiellen Unterstützung eines Trägers für die Errichtung einer Wohn- und Pflegeeinrichtung für ältere Menschen. Diese solle beispielsweise durch die Bereitstellung eines geeigneten Grundstückes erfolgen. In diesem Zuge weist die Fraktion auf den bisher unbeplanten Teil des Prechtgrundstückes hin. Es sei grundsätzlich geeignet und sollte nicht anderweitig beplant werden, ehe über den SPD-Antrag abgestimmt wurde.

„Uns ist klar, dass wir nicht die einzige Kommune sind, die sich auf einen solchen Weg macht“, so die Sozialdemokraten. Auch andernorts würden dringend Plätze in entsprechenden Einrichtungen gesucht. „Zur Wahrheit gehört deshalb, dass wir eine Wohneinrichtung zur Betreuung und Pflege älterer Menschen mutmaßlich nicht zum Nulltarif erhalten werden“, heißt es weiter. „Die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung muss uns etwas kosten dürfen.“ Hier müsse in jede Richtung gedacht werden.

„Wichtig ist, dass wir in dem Verfahren hin zu einer Strategie die Bürger, Vereine und weitere Institutionen von Anfang an mitnehmen müssen“, sagt Ratsherr Thore Güldner. Wünsche und Sorgen müssten beachtet werden. „Nur wenn wir miteinander sprechen, können gute Lösungen im Sinne aller entstehen“, macht der Aschenstedter deutlich. Zingler erinnert, dass fehlende Transparenz damals – neben der geplanten Bauweise – zu den Gründen für die Ablehnung des Seniorenzentrums gehört habe, das schon konkret geplant war und über eine politische Mehrheit verfügt hatte.  ts

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