Modellflug Club Dötlingen startet mit dem Anfliegen in die neue Saison

Flugshow ohne Schwindelgefühl

Ließen ihre Maschinen abheben in die neue Saison: Andreas Uecker (vorne, sitzend), Hajo Wahlen (stehend, von links), Nils Peters, Ingo Dreyer und Olaf Leutloff, der seine „Stick Trainer“ von Vereinsmitglied Herbert Gebhardt (rechts) bauen ließ. - Foto: Nosthoff

Dötlingen - Loopings, Kopfstand, Sturzflug – jedem anderen Piloten wäre beim Kunstflug der „Extra 330 SC“ längst schwindelig geworden. Doch der Ristedter Sascha Harries steuerte seine Maschine vom Boden aus.

Der Original-Nachbau des versierten Modellfliegers misst drei Meter und zehn Zentimeter in der Spannweite und ist ebenso lang, wird durch einen Vier-Zylinder-Motor angetrieben und wiegt mit Sprit 20 Kilogramm.

Das Modellfliegen ist schon irgendwie eine Sportart der Superlative. „Wer den Sport jahrelang betreibt, dessen Maschinen werden mit den Jahren meist entweder größer oder schneller“, gibt Jens Gutsche, Pressewart des Modellflug Clubs Dötlingen (MCD), lachend zu. Auch die Entwicklung der Technik hat für die Sparte stets Verbesserungen zu bieten.

„Verbrennermotoren werden schon immer seltener“, weiß Gutsche. „Die neueren Modelle haben fast nur noch Elektroantrieb.“ Das Anfliegen des MCD am Ostersonnabend nutzten viele Vereinsmitglieder, um ihre brandneuen Modelle das erste Mal Flugluft schnuppern zu lassen. Natürlich gingen auch ältere Lieblingsmaschinen das erste Mal im Jahr wieder an den Start. Und auch Gastflieger fanden sich auf der Vereinsfläche zwischen Aschenstedt und Neerstedt ein.

Seine Flugpremiere feierte zum Beispiel die „Stick Trainer“ von Olaf Leutloff aus Großenkneten. Der Pilot hatte seine neue Maschine inklusive farbiger Bespannung und Technik vom Hobby-Modellflugzeugbauer Herbert Gebhardt aus Wildeshausen anfertigen lassen. „Die ist noch ganz traditionell aus einem speziellen leichten Holz gebaut“, wusste Gutsche über die Bauweise des Vereinsmitglieds zu berichten.

Bei Bestellungen über das Internet seien heute meist nur noch Modelle aus Schaumstoff oder Styropor üblich. „Die teuersten sind sogar aus Kohlefaser gemacht“, erklärte Gutsche. Man verwende idealerweise ein sehr stabiles aber dennoch möglichst leichtes Material.

Auch Hajo Wahlen ließ seine neueste Errungenschaft „Hot Trigger“ zum ersten Mal in die Luft. Ebenso führten Nils Peters und Ingo Dreyer ihre neuen Maschinen vor: Peters seinen „Laser“-Kunstflieger und Dreyer seinen „Speed“-Segler.

Die imposantesten Maschinen jedoch, allerdings nicht brandneu und beide nicht elektrisch, sondern mit Verbrennermotor angetrieben, gehörten Vereinsmitglied Andreas Uecker und Gastflieger Sascha Harries. Uecker sorgte mit seinem Doppeldecker „Challenger 300“ mit einer Spannweite von 2,20 Metern für etwas Geräuschkulisse zwischen den leisen Elektrofliegern.

Und Harries versetzte die Schaulustigen und Gleichgesinnten eben nicht nur vom Boden aus mit der großen Maschine ins Staunen. Vielleicht wetteiferte er insgeheim mit dem Piloten des Originals um die beste Show und den verrücktesten Kunstflug. Denn sein Modell ist ein Nachbau des amerikanischen Kunstflugpiloten Michael Goulian. „Mein Modell hat 40 Prozent vom Original“, erklärte Harries, in dessen Stimme liebevoller Stolz mitschwingt, wenn er von seinem Modellflugzeug spricht.

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