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Was Kinder von einem Schülerflohmarkt alles lernen können

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Schülerflohmarkt in der Aula der Grundschule Neerstedt.
Schülerflohmarkt in der Aula der Grundschule Neerstedt. © Malik

Neerstedt – Nachhaltigkeit lernen, Müll vermeiden und dabei gleichzeitig soziales Engagement nähergebracht bekommen: Das macht der Schülerflohmarkt der Grundschule Neerstedt seit nunmehr sieben Jahren – zwei Jahre musste er wegen Corona pausieren – möglich. Dabei spenden die Schulkinder aller Klassen ihr altes Spielzeug, das dann in der Aula zu günstigen Preisen von den Mitschülern und den Erst- und Zweitklässslern der Förderschule gekauft werden kann.

So auch am Freitagmorgen: Die achtjährige Marleen zeigt, was sie im Einkaufsbeutel hat: Eine Kaffeemaschine und einen etwa 40 Zentimeter großen Teddy, der nur einen Euro kostet. Sie hat eine Puppe sowie eine pinke Figur von „My Little Pony“ gespendet. Neben ihr ruft Maria stolz dazwischen: „Das habe ich gespendet“ und präsentiert ebenfalls ihre Ausbeute. Sie hat sich einen Plüschhund im Körbchen und eine weiße Blockflöte ausgesucht.

Geld kommt der Organisation „Ketaaketi“ zugute

Andrea Selke, die Rektorin der Grundschule Neerstedt, sagt, dass Kinder durch das Projekt „Umweltschule in Europa“ den Wert von Sachen erkennen statt sie vorschnell wegzuwerfen. Sie sieht aber noch weitere Vorteile der Aktion, die sie vor sieben Jahren angestoßen hat: „Das ist praktischer Schulunterricht, angewandter Mathematik- und Sachunterricht“, so Selke. In den 20 Minuten, die die Kinder coronabedingt nach Schulklassen geordnet einkaufen, bezahlen sie nicht wie in künstlich simulierten Verkaufsständen von Schulaufgaben, sondern mit richtigem Geld. An der Kasse sind auch Erwachsene, eine Praktikantin und zwei von der Schule angefragte Studentinnen im Ehrenamt.

Es ist Recycling, das nicht nur die Neerstedter Kinder glücklich macht. Mit dem Film „Willi wills wissen“ haben die Jungen und Mädchen der Grundschule bereits gelernt, dass Bildung ein Privileg ist, da es auf der Welt auch Kinder gibt, die arbeiten müssen und daher keine Schule besuchen können.

Die Einnahmen aus dem Flohmarkt werden an die vom Schülerrat ausgesuchten und alle Jahre wechselnden Organisationen gespendet. Dieses Jahr ist es „KETAAKETI“. Die Organisation setzt sich für die Bildung von Kindern in ärmsten Ländern wie Nepal, Sierra Leone oder Burundi ein. Nun also auch grenzüberschreitender Einsatz. In den vergangenen Jahren floss der Erlös auch in den unmittelbaren Umkreis, an ein Tierheim oder das Kinderhospiz Löwenherz in Syke.

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