Anschaffung für Waldkindergarten in Dötlingen Thema im Finanzausschuss

Bauwagen ist der FDP und CDU zu teuer

Eine Wallbox am Rathaus soll testweise für sechs Monate für jedermann zugänglich werden.
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Eine Wallbox am Rathaus soll testweise für sechs Monate für jedermann zugänglich werden.

Neerstedt – Neubau einer Kindertagesstätte in Neerstedt, ein Bauwagen für den Waldkindergarten in Dötlingen sowie die Verbesserung der Infrastruktur für Elektro-Ladesäulen in der Gemeinde: Um diese Themen, die bereits in anderen Fachausschüssen auf der Tagesordnung standen, ging es unter anderem während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen im Neerstedter Rathaus.

Lade-Infrastruktur in der Gemeinde

Wie berichtet, soll eine der beiden Wallboxen am Rathaus in Neerstedt testweise für ein halbes Jahr von allen E-Autofahrern genutzt werden können. Diesem Beschlussvorschlag folgten, nachdem sich der Ausschuss für Infrastruktur und Energie einstimmig dafür ausgesprochen hatte, auch alle Mitglieder des Finanzausschusses. Zudem empfahlen sie einstimmig, dass das E-Ladestationsangebot in der Gemeinde im Rahmen eines „Contracting-Modells“ der EWE Go erweitert wird. Als Standorte werden die Feuerwehr, Grundschule, der Kindergarten oder die Sporthalle in einem der Ortsteile Neerstedt, Dötlingen oder Brettorf vorgeschlagen.

Grundlage des Ganzen bildete ein Antrag, den die Dötlinger CDU-Fraktion gestellt hatte. In diesem wünschten sich die Christdemokraten eine Verbesserung der Lade-Infrastruktur in der Kommune. Der Arbeitskreis „Energieeffizientes Dötlingen“ erarbeite daraufhin einige Vorschläge, an welchen Standorten Ladesäulen infrage kämen.

Die Vertragslaufzeit beläuft sich bei dem „Contracting-Modell“ auf acht Jahre, auf die sich Beate Wilke (CDU) bezog: „Acht Jahre sind ja, was Technik angeht, ein langer Zeitraum. Und auch wir wissen nicht, wie sich in den acht Jahren die Nutzung darstellt.“ Sie wollte wissen, ob es möglich sei, vertraglich mit aufzunehmen, „das Ganze abzubrechen“, falls der Bedarf gar nicht gegeben sein sollte.

Man könne versuchen, alles in den Vertrag aufzunehmen, so Bauamtsleiter Uwe Kläner. „Aber man muss auch immer die Gegenseite sehen, und ein Vertrag ist zum Vertragen da. Die EWE macht ja auch nicht umsonst Verträge über sechs oder acht Jahre, weil sie letztendlich auch daran verdienen wollen. Das bekommen die nicht, wenn im Vertrag steht, dass wir kurzfristig kündigen können.“ Er versicherte aber, dass die Verwaltung den Vertrag so gestalten wolle, „dass wir gewisse Optionen haben, dass die Anlage modern gehalten wird und dass der Stand der Technik da ist“. Die EWE sei da immer ganz ansprechbar und bereit, Lösungen zu entwickeln.

Bauwagen für den Waldkindergarten

Der Bauwagen, den sich der Waldkindergarten „Wurzelkinder“ in Dötlingen wünscht, war bereits öfter Thema in vorherigen Ausschüssen. Laut Beschlussvorschlag sollen dafür maximal 25 000 Euro ausgegeben werden. Die Eltern bieten laut Sitzungsvorlage jedoch an, die Hälfte des Kaufpreises als Spende zur Verfügung zu stellen.

„Unsererseits gibt es Änderungswünsche, weil wir das als sehr teuer ansehen“, sagte Anke Spille (CDU). „Man kann einen Bauwagen für 5 000 Euro kaufen, der super aussieht.“ Sie fügte hinzu: „Damals, als der Waldkindergarten eingerichtet wurde, ist darauf verzichtet worden, diesen Bauwagen anzuschaffen, weil wir geeignete Räume hatten.“ Sie habe ein Problem damit, so viel Geld auszugeben, „weil damals gesagt wurde, darauf zu verzichten“. Gabriele Roggenthien (Grüne) meinte: „Mir ging es genauso, als ich die 25 000 Euro gesehen habe. Das hat mich auch echt erschrocken. Die Argumentation aus dem Fachausschuss war für mich dann aber nachvollziehbar. Und dadurch, dass die 12 500 Euro Elternbeiträge dazu kommen, verringern sich unsere Kosten noch mal erheblich.“

Sie tue sich trotz allem mit der Summe schwer, sagte Wilke. „Selbst, wenn 12 500 Euro Spenden dazu kommen sollten, ist es immer noch sehr viel Geld. Und man muss ja nicht, nur weil Geld da ist, eine Luxusvariante dahin stellen, die nicht zwingend notwendig ist.“ Der Aussage schloss sich Ausschussvorsitzender Claus Plate (FDP) an: „Wir finden auch nicht unbedingt, dass man 12 500 Euro für einen Bauwagen einstellen muss. Wir würden das auch deutlich reduzieren wollen, um da auch ein klares Zeichen zu setzen.“ Wilke schlug vor, einen Betrag von 5 000 Euro einzustellen. „Und wenn die Eltern dann immer noch bereits sind, das Geld aufzubringen, dann haben sie insgesamt 17 500 Euro zur Verfügung, um da einen schicken Bauwagen hinzustellen.“ Diesem Vorschlag könne sie nicht folgen, betonte Roggenthien.

Katrin Albertus-Hirschfeld von der Gemeindeverwaltung erinnerte daran, dass im Beschlussvorschlag steht, dass es sich bei den 25 000 Euro lediglich um einen Maximalbetrag handele. Trotz allem wurde der Beschlussvorschlag dahingehend geändert, dass die Verwaltung beauftragt wird, einen Bauwagen mit einer Deckelung von maximal 5 000 Euro Eigenanteil der Gemeinde zu beschaffen. Dem folgten drei von fünf Ausschussmitgliedern (FDP und CDU). SPD und Grüne stimmten dagegen.

Kita-Neubau in Neerstedt

Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, plant die Gemeinde Dötlingen den Neubau einer Kindertagesstätte in Neerstedt. Im Kindergarten- sowie im Krippenbereich ist die Situation für das Kindergartenjahr 2022/2023 zwar etwas entspannter, „aber ja auch nur, weil in den Jahren davor massiv Plätze geschaffen worden sind“, sagte Albertus-Hirschfeld.

Ob es möglich wäre, über dem Kindergarten Wohnungen zu schaffen, wollte Plate wissen. Denn in Neerstedt gebe es einen Bedarf an Wohnungen. „Das allgemeine Wohnen wird dort nicht möglich sein, dann müsste der Bebauungsplan geändert werden“, beantwortete Kläner seine Frage. Alle stimmten dafür, die 3,63 Millionen Euro mit einem Sperrvermerk zu versehen. Zudem soll die Verwaltung die Vor- und Nachteile einer kommunalen und einer externen Trägerschaft sowie Investorenmöglichkeiten ermitteln und Förderanträge stellen.

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