Figurentheater „Ich steh‘ fest“ soll Selbstbewusstsein von Kindern stärken

Von schüchternen Mäusen und Monstern, die ihre Bedürfnisse laut-stark verkünden

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Ute Kok (l.) und Heidrun Harms verhalfen spielerisch zu mehr Selbstbewusstsein.

Neerstedt - Ein Monster, das gerne brüllt und es mit dem guten Benehmen nicht so genau nimmt, sowie eine kleine, unscheinbare Maus erwarteten gestern die Vorschulkinder und Erstklässler der beiden Grundschulen sowie der Sprachheilschule in der Neerstedter Aula. Auf Einladung des Dötlinger Präventionsrates waren die beiden Grundschullehrerinnen Heidrun Harms und Ute Kok vom Verein „Wurzeln und Flügel“ mit dem Figurentheater „Ich steh‘ fest“ zu Gast, das sie in Anlehnung an das Buch „Die Maus, das Monster und ich“ von Pat Palmer entwickelt haben.

Das Stück mit Musik und Mitmachaktionen soll das Selbstbewusstsein des Nachwuchses stärken – vor allem das der „Mäuse“. Gleichzeitig soll der Blick der „Monster“ für andere geschärft werden. Beide Charaktere trafen gestern als Puppen aufeinander. Und da sie so unterschiedlich sind, fungierte Kok in dem Stück als Moderatorin. Sie wies das „Monster“ darauf hin, dass die Kinder es auch hören, wenn es nicht brüllt. Die „Maus“ müsse hingegen lauter sprechen, wenn sie jemand verstehen soll. „Ich weiß aber auch gar nicht, was ich erzählen soll“, flüsterte die „Maus“. Die Kinder machten ihr automatisch Mut und halfen: „Erzähl‘ uns doch, mit was du spielst oder was du gerne frisst.“

Die Mädchen und Jungen berichteten zudem, dass sie selbst auch schon einmal in Situationen waren, in denen sie sich „klein und leise“ gefühlt haben, zum Beispiel, wenn sie Angst hatten oder vor Fremden etwas erzählen sollten. Kok verriet den Kinder, dass sie manches einfacher meistern können, wenn sie fest und aufrecht stehen. Gemeinsam übten sie es in der Aula. „Ich steh‘ fest, die Knie ganz locker, da haut mich nichts vom Hocker“, sagten sie mehrfach auf – ebenso wie „Ich stell‘ mich aufrecht hin, dann weiß ich, wer ich bin.“

Auch die „Maus“ wurde mit so viel Unterstützung mutiger und traute sich sogar, dem „Monster“ Paroli zu bieten sowie ihre Wünsche zu äußern. Das war das „Monster“, das von den Kindern zwischendurch auch mal darauf hingewiesen wurde, dass das Zauberwort „Bitte“ heißt, gar nicht gewohnt.

Als Grundschullehrerinnen kennen Harms und Kok viele „Mäuse“ und „Monster“ – die schüchternen Kinder, die sich nicht trauen, ihre Bedürfnisse zu äußern, sowie diejenigen, die sich in den Mittelpunkt stellen und ohne Rücksicht auf die anderen ihre Wünsche laut-stark formulieren. Um alle Kinder in ihrem Auftreten sowie ihrem Bewusstsein im Umgang mit anderen zu stärken, entwickelten sie das Stück, das abschließend mit dem Maus-Monster-Song noch einen richtigen Ohrwurm lieferte.

ts

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