Eine gerechte Sache 

Feuerwehrausschuss stimmt für Änderungen bei Aufwandsentschädigung

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Die Aufwandsentschädigung für Funktionsträger in den Feuerwehren der Gemeinde Dötlingen wird geändert: Ab 2020 bekommen auch Gruppenführer, die oftmals die Einsatzleitung übernehmen, einen Betrag.

Neerstedt - Ist es gerecht, wenn ein Gemeindeatemschutzwart, der im Laufe eines Jahres eher selten gefordert ist, eine monatliche Aufwandsentschädigung von 50 Euro erhält, aber die Gruppenführer der Ortsfeuerwehren, die oftmals die Einsatzleitung übernehmen und sich um die Ausbildung kümmern, keinen Cent bekommen? „Nein“, findet die Führungsriege aller drei Ortsfeuerwehren in der Gemeinde Dötlingen und hat sich deshalb mit einer gerechteren Verteilung der von der Kommune gezahlten Gelder befasst. Daraus resultierte ein Antrag auf Erhöhung des Haushaltsansatzes um 3 250 auf 18 870 Euro, der am Dienstagabend vom Feuerwehrausschuss beraten wurde. Das Ergebnis: Das Gremium empfahl entgegen des Verwaltungsvorschlages einstimmig, dem Antrag stattzugeben und die Mittel in den Etat 2020 aufzunehmen.

Die Verwaltung hatte eine Erhöhung abgelehnt – und das nicht, weil sie die Argumentation nicht nachvollziehen konnte oder das Engagement der Feuerwehrleute nicht zu schätzen wüsste. „Wir mussten den Antrag aber in Kontext zur Haushaltslage stellen“, erklärte Bürgermeister Ralf Spille. Und die sehe alles andere als rosig aus. Verwaltung und Politik müssten sich intensiv mit der Haushaltskonsolidierung befassen. „Die Ablehnung hat also nichts mit eurer Arbeit zu tun“, versicherte Spille in Richtung der anwesenden Ortsbrandmeister Martin Einemann (Neerstedt), Dirk Wilkens (Brettorf) und Torsten Fischer (Dötlingen) sowie des Gemeindebrandmeisters Heiner Ulrich.

Um Ungerechtigkeiten zu beseitigen, hatten sie sich genau angeschaut, wer Aufgaben übernimmt und wer welchen Betrag erhält. Bislang gar nicht berücksichtigt wurden die Zeugwarte, Schriftführer und Pressewarte der einzelnen Ortsfeuerwehren. Sie sollen ab kommendem Jahr mit einem kleinen Obolus zwischen fünf und zehn Euro monatlich bedacht werden. Für die Gruppenführer sind 30 Euro vorgesehen. „Es ist mit die wichtigste Funktion in unseren Wehren. Die Gruppenführer tragen eine Riesenverantwortung“, begründete Fischer. Da es nicht nur einen, sondern sechs pro Feuerwehr gibt, summiert sich der Betrag auf 6 480 Euro pro Jahr. Um eine Verhältnismäßigkeit herzustellen, wurde bei anderen Posten gekürzt. Der eingangs erwähnte Gemeindeatemschutzwart erhält ab 2020 beispielsweise 15 statt 50 Euro monatlich, dafür bekommen die Atemschutzgerätewarte der Ortswehren nun 2,50 Euro pro Monat mehr. „Denn die haben richtig Arbeit“, so Fischer. Auch die Führungsriege selbst steckt zugunsten anderer Funktionsträger zurück. Die Ortsbrandmeister sowie der stellvertretende Gemeindebrandmeister verzichten auf jeweils 20 Euro pro Monat, der Gemeindebrandmeister auf 15 Euro.

Das stieß bei sämtlichen Ausschussmitgliedern auf Wohlwollen. „Gerechtigkeit in der Truppe ist ein guter Ansatz“, lobte der Ausschussvorsitzende Thore Güldner (SPD). Dirk Orth (Bündnis 90/Die Grünen) betonte: „Wer sich engagiert, sollte auch eine Entschädigung erhalten.“ Diese bekommen Gruppenführer, Pressewarte und Schriftführer in anderen Feuerwehren im Landkreis Oldenburg auf Ortsebene bislang nicht. Die Gemeinde Dötlingen ist somit die erste Kommune im Landkreis, die für die Funktionen eine Aufwandsentschädigung zahlt. „Wir haben für diesen Vorschlag aber schon positives Feedback von einigen Führungskräften anderer Feuerwehren erhalten“, berichtete Fischer.

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