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Feuerwehr Dötlingen hofft auf mehr Wertschätzung

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Von: Ove Bornholt

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Ehrlicher Austausch: Bürgermeisterin Antje Oltmanns mit Ortsbrandmeister Torsten Fischer (stehend) und Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich (Zweiter von rechts).
Ehrlicher Austausch: Bürgermeisterin Antje Oltmanns mit Ortsbrandmeister Torsten Fischer (stehend) und Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich (Zweiter von rechts). © Feuerwehr Dötlingen

So richtig zufrieden ist die Feuerwehr Dötlingen nicht: Zu viele Fehlalarme nerven und auch von der Gemeinde hatte man mehr erwartet.

Dötlingen – Zu viele Fehlalarme, mangelnde Wertschätzung in der Vergangenheit, eingeschränkte Ausbildungsmöglichkeiten, aber auch der Blick nach vorne und die Beförderung sowie die Ehrung verdienter Mitglieder: Die Ortsfeuerwehr Dötlingen hat sich während ihrer vor Kurzem angesetzten Jahreshauptversammlung mit vielen Themen befasst.

Ein großes Problem sieht Ortsbrandmeister Torsten Fischer weiterhin in der großen Anzahl an Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr. Für ihn steht auch die Kommune in der Pflicht, eine angemessene Kostensatzung zu verabschieden. Dadurch soll der Anreiz, für einen fehlerfreien Betrieb der Anlagen zu sorgen, zunehmen.

Zu viele Fehlalarme

Fischer stellte weiterhin fest, dass die meisten Einsätze tagsüber erforderlich sind. Zu Zeiten, an denen viele Mitglieder berufsbedingt nicht vor Ort seien. Dies stelle eine besondere Herausforderung dar. Dem müsse unter anderem mit verstärkter Mitgliederwerbung begegnet werden. Hier erhoffe er sich auch Unterstützung durch die Gemeinde.

Apropos Kommune: „Fischer fand deutliche Worte, was den Umgang der Gemeinde mit der Wertschätzung der ehrenamtlichen Tätigkeit der Feuerwehr in der Vergangenheit betraf, zum Beispiel in Bezug auf das Thema Waschhalle oder die Pflege der Außenanlagen des Feuerwehrhauses“, heißt es in der Mitteilung weiter. Gleichzeitig habe er aber das Gefühl, dass die neue Bürgermeisterin Antje Oltmanns der Feuerwehr eben jene Wertschätzung entgegenbringe.

Auch der Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich machte deutlich, dass eine Aktualisierung der Kostensatzung dringend erforderlich sei. Es könne nicht angehen, dass bei einem Fehlalarm teilweise 30 oder mehr Feuerwehrleute anrücken und dafür eine Rechnung in Höhe von 50 Euro gestellt werde.

Oltmanns: Kritik ist angekommen

In ihrem Grußwort betonte Bürgermeisterin Oltmanns, dass die Feuerwehr für sie eine besondere Bedeutung habe und sie den bisherigen Austausch als besonders ehrlich und erfrischend wahrgenommen habe. Auch die Begehung und Präsentation der Feuerwehrhäuser der Gemeinde im Mai sowie der Austausch zu den bestehenden Problemen hätten ihr sehr gut gefallen. Die Kritik sei angekommen – auch im Rat.

Im Juni solle die Vergabe des Feuerwehrbedarfsplans beschlossen werden. Im weiteren Verlauf würden dann auch die Feuerwehren in die Details der Planung einbezogen werden. Für die Anpassung der Kostensatzung machte Oltmanns Hoffnung, dass dies vielleicht schon vor Abschluss des Feuerwehrbedarfsplans angegangen werden könnte. Sie bedankte sich im Namen der Gemeinde ausdrücklich für den Einsatz und die Bereitschaft der Feuerwehrmitglieder.

Übungsbetrieb wieder ohne Einschränkungen

Das Engagement der Ehrenamtlichen lässt sich in Zahlen ausdrücken: Im Jahr 2020 waren sie 42 Mal beziehungsweise 842,5 Stunden im Einsatz – elf Brände, ein Verkehrsunfall, 21 Hilfeleistungen und neun Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. Für Übungs- sowie Wartungsdienste und Lehrgänge wurden 1 742 Stunden geleistet – insgesamt also 2 975 Stunden.

Im Jahr 2021 gab es 34 Einsätze mit 583,5 Stunden, davon neun Brände, ein Verkehrsunfall, elf Hilfeleistungen und 13 Fehlalarme. Mit Lehrgängen sowie Übungs- und Wartungsdiensten summiert sich die Stundenzahl auf 2 976.

Im Durchschnitt eines Jahres vor der Pandemie seien rund 7 000 Stunden angefallen, so Fischer. Diese Differenz mache sich stark bemerkbar: Es gebe einen großen Stau bei der Ausbildung. Allerdings verkündete Gemeindebrandmeister Ulrich, dass die Anweisung zum reduzierten Betrieb ab der kommenden Woche aufgehoben werde und Dienste somit uneingeschränkt möglich seien.

Die Anzahl der Mitglieder der aktiven Feuerwehr hat sich nicht geändert. In der Kinderfeuerwehr hingegen hat sich viel getan. Ein neues und größeres Team an Betreuern hat sich zusammengefunden und kann nun über die bisherige Obergrenze von 20 Kindern hinaus Mädchen und Jungen aufnehmen. Aktuell gibt es 26 Mitglieder in der Kinderfeuerwehr.

Geehrt: Stefan Alterbaum (von links), Ingo Ulrich, Alfred Lehmkühler, Ewald Wachtendorf und Sascha Henning.
Geehrt: Stefan Alterbaum (von links), Ingo Ulrich, Alfred Lehmkühler, Ewald Wachtendorf und Sascha Henning. © Feuerwehr Dötlingen

Zu den Ehrungen: Für langjährige Treue erhielten Sascha Henning und Stefan Alterbaum (25 Jahre), Ingo Ulrich (40 Jahre), Alfred Lehmkühler (50 Jahre) und Ewald Wachtendorf (60 Jahre) Auszeichnungen.

Maik Cording wurde zum Löschmeister, Sabrina Grensemann zu Oberfeuerwehrfrau und Henning Müntinga zum Hauptfeuerwehrmann befördert sowie Valentin Schwarz zum Feuerwehrmann ernannt.

Befördert: Sabrina Grensemann (von links), Maik Cording, Valentin Schwarz und Henning Müntinga.
Befördert: Sabrina Grensemann (von links), Maik Cording, Valentin Schwarz und Henning Müntinga. © Feuerwehr Dötlingen

Die Wahlen hatte die Feuerwehr schon im Februar durchgeführt. Dabei wurden Ortsbrandmeister Fischer, Schriftführer Eike Bötefür, Gerätewart Arne Metzing und der Sicherheitsbeauftragte Dirk Dirksen laut Mitteilung einstimmig bestätigt.

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