Die Feriengäste kommen zurück

Herzlich willkommen! Seit knapp zwei Wochen dürfen Ferienunterkünfte in der Gemeinde wieder vermietet werden – mit bestimmten Einschränkungen. Foto: Hühne

Der Stufenplan der niedersächsischen Landesregierung schreitet auch beim Thema Tourismus voran. Offiziell seit dem 11. Mai dürfen private Ferienunterkünfte wieder vermietet werden. Davon gibt es auch in der Gemeinde Dötlingen einige. Wie sehen die Betreiber die Lage?

Dötlingen – Die Liste der Gastgeber auf der Internetseite der Gemeinde Dötlingen umfasst 15 Ferienwohnungen und -häuser, die von Privatpersonen angeboten werden. Nicht eingerechnet sind die ebenfalls dort verzeichneten Hotels und Gasthäuser, denn sie dürfen derzeit noch keine touristischen Übernachtungsgäste aufnehmen. Eine Umfrage unter den Vermietenden zeigt ein gemischtes Bild, was die Nachfrage angeht: Während einige ihre Unterkünfte schon für Buchungen im Juni vorbereiten können, warten andere noch auf eine weitere Lockerung oder haben Bedenken, Gäste zu empfangen.

„Wir haben jetzt wieder Anfragen“, freut sich Alma Gerber, die seit gut 15 Jahren eine Ferienwohnung in Dötlingen anbietet. In zwei Wochen sollen die ersten Besucher kommen. Eine Buchung für Ende April habe sie absagen müssen. Meist seien es ältere Leute, häufig auch Stammgäste, die ihre Wohnung buchten, erzählt Gerber. Wie es weitergehe, müsse man abwarten – doch es zeichne sich bereits ab, dass es im Sommer leerer sei als im vergangenen Jahr.

Pause bei der Wiederbelegung

Auch Wolfgang Meyer vom „Landidyll Wienbarger Hof“ wird Anfang Juni wieder Gäste empfangen. „Bis Anfang August war alles vermietet und dann mussten wir fünf Leuten absagen“, berichtet er. Um sowohl für die Urlaubenden als auch für seine Familie Schutz zu gewährleisten, will er im Objekt Hinweise zum Infektionsschutz anbringen. Auf jeden Fall sollte auch draußen auf dem Hof auf den Abstand geachtet werden. Die Regeln, die ihm als Vermieter auferlegt werden, findet er sinnvoll. Das Land Niedersachsen schreibt vor, dass innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen eine Wohnung oder ein Haus nur einmal vermietet werden darf – auch wenn die Gäste kürzer bleiben. Zunächst sei ihm erläutert worden, dass zwischen Ab- und Anreise jeweils eine Woche liegen müsse, sagt Meyer. „Selbst wenn sieben Tage dazwischen liegen müssten, wäre das für mich in Ordnung gewesen.“ Inzwischen habe sich dieser Irrtum aber aufgeklärt.

Auf Distanz achtet Michael Kollhoff, der ein Ferienhaus in Ostrittrum besitzt, ebenfalls. „Persönliche Kontakte finden nur bei Schlüsselübergabe statt, dann aber mit Abstand und Mundschutz“, erklärt er seine Vorsichtsmaßnahmen. Nach zahlreichen Absagen hätten sich nun sowohl für Juni als auch für Juli Gäste angekündigt. Eine separate Wohnung steht auch den Gästen von Edith und Herwig Witte in Dötlingen zur Verfügung. Ein Paar, das regelmäßig zum Gildefest komme, habe aufgrund der aktuellen Lage abgesagt, erzählt die Hausherrin. Viele, die bislang bei ihnen gebucht hätten, seien Ende 60 und zählten damit – wie sie selbst – zur Risikogruppe. „Ich denke mal, es wird ganz langsam anlaufen“, sagt Witte.

Bei Familie Riesmeier, die ein Apartmenthaus am Wildpark in Ostrittrum betreibt, sieht es gut aus: „Es gehen täglich Buchungen ein“, sagt Tanja Riesmeier. Sie findet die aktuell geltenden Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll, weist aber darauf hin, dass eine sehr gründliche Reinigung schon vorher Standard in ihrem Haus war. „Wir haben schon immer desinfiziert.“ Denn viele ihrer Gäste seien Familien mit Kleinkindern.

Gruppen dürfen nicht anreisen

Anfragen hat auch Geesche Dannemann, die ebenfalls ein Domizil in Ostrittrum anbietet, bereits bekommen. Sie würde gern ihr Haus öffnen, darf aber noch nicht. Denn in der Regel kämen bei ihr Gruppen unter – erlaubt ist aber derzeit laut den Landesvorgaben nur der Urlaub mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes. Sie warte nun von Woche zu Woche auf eine mögliche Neuregelung, sagt Dannemann. „Im Moment ist das ein Trauerspiel.“ Manche hätten Flexibilität gezeigt und aus dem geplanten Gruppen- einen Familienurlaub gemacht.

Eher ruhig ist es im Moment noch bei Lore Markus, die seit zehn Jahren eine Wohnung in Dötlingen für Reisende anbietet. Ein Monteur sei zu Gast gewesen, abgesehen davon sei der Kalender aber noch leer. Eigentlich habe sie immer viele Buchungen, doch derzeit sei ihr die ausbleibende Nachfrage ganz recht, sagt Markus. „Ein bisschen Angst hätte ich schon, wenn jetzt Gäste kämen. Ich denke mir, dass ich vor September eigentlich niemanden haben möchte.“

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