Feldhaus modernisiert seinen Altau – mit Unterstützung der Gemeinde

So kann die Sanierung mit Energiebonus laufen

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Bürgermeister Ralf Spille (l.) und Klimaschutzmanager Lars Gremlowski (Zweiter v.r.) machten sich in Grad ein Bild davon, welche Sanierungsarbeiten Dirk Feldhaus mit Unterstützung des Energieberaters Andreas Hauth (r.) in seinem Haus realisiert hat. Für die energetischen Maßnahmen hatte Feldhaus den Energiebonus für Altbauten beantragt.

Grad - Von Tanja Schneider. Sie sehen aus wie Steine von einem Kieselstrand – die zwei kleinen, dunklen Kügelchen auf der Handfläche von Dirk Feldhaus. „Das sind Dämmperlen. Sie stecken nun zuhauf in meinen Wänden“, verrät der Hausbesitzer, der in Grad gerade umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an seinem 80 Jahre alten Gebäude vornimmt. Hilfe erhält er dabei nicht nur von Energieberater Andreas Hauth, sondern auch von der Gemeinde Dötlingen, die die Arbeiten im Rahmen des Programms „Energiebonus für Altbauten“ fördert.

Seit ziemlich genau einem Jahr gibt es das Unterstützungsangebot der Kommune, die damit die Bürger zum Modernisieren ihrer vor 1995 errichteten Häuser animieren möchte. „Wir sparen in der Gemeinde viel Energie und auch Geld durch die Sanierung unserer Liegenschaften ein. Nun wollen wir die Einwohner motivieren, ebenfalls ihre Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen und so ihren Teil zum Klimaschutz beizutragen“, erläutert Bürgermeister Ralf Spille während eines Ortstermins den Hintergrund. Gleichzeitig könnten die Hausbesitzer langfristig ihr Portemonnaie schonen.

Auch Feldhaus erwartet nach seinen Maßnahmen eine deutliche Reduzierung der bislang hohen Energiekosten. Zudem dürfte sich für das derzeit leer stehende Gebäude nach der Modernisierung wesentlich einfacher ein Mieter finden lassen. „Ich musste unbedingt aktiv werden. Und der Energiebonus war ein zusätzlicher Anreiz“, berichtet er. Bei der Frage, welche Maßnahmen im Einzelnen nun sinnvoll sind und welche nicht, stand ihm Hauth beratend zur Seite. „Wir sind das Haus von oben bis unten durchgegangen. An einigen Stellen war die Dämmung gleich Null“, meint er. Neben der Hohlraumdämmung, bei der die Perlen einfach durch kleine Bohrungen in die Zwischenwände gefüllt wurden, bestand auch Bedarf bei der Obergeschoss- sowie der Kellerdecke.

Auch der alte Fußboden in Form von Holzbretter musste raus. „Wir haben Dämmmaterial und Estrich eingezogen“, so Feldhaus. Ebenso wurden Kältebrücken beseitigt. Die Heizungsnischen sind gewichen, einfachverglaste gegen zweifachverglaste Fenster ersetzt worden. „Letzteres könnte eine Ersparnis von mehr als 50 Prozent bringen“, erläutert Hauth. Eine Dreifachverglasung sei bewusst nicht gewählt worden. „Denn viel hilft nicht immer viel“, sagt der Fachmann. „Ich kann zwar bis ins Unendliche dämmen, spare dadurch aber nicht mehr Energie ein.“ Feldhaus ist dankbar für diese Tipps. „Als Laie kann man so etwas nicht wissen.“

Mittlerweile sind die im Februar begonnenen Arbeiten fast abgeschlossen. 23000 Euro hat er dann in die energetische Sanierung investiert. „Würde ich nicht so viel selbst machen und wäre auch noch ein Heizungsaustausch notwendig gewesen, käme ich mit der Summe sicherlich nicht hin“, sagt er. Dennoch: Viel Geld sei es trotzdem. „Die Arbeiten waren aber nötig, und durch den Zuschuss der Gemeinde tut es nicht ganz so weh“, erklärt Feldhaus. Rund 1750 Euro erhält er von der Kommune. „Das ist nah dran an der möglichen Höchstförderung von 2250 Euro“, informiert Dötlingens Klimaschutzmanager Lars Gremlowski. Diese ist bislang nur vier Mal ausgezahlt worden. Sie entspricht einem Investitionsvolumen von 30000 Euro.

„Die meisten nehmen wesentlich weniger Geld in die Hand“, weiß Gremlowski. „Derzeit bewegen wir uns bei einer durchschnittlichen Fördersumme von 823 Euro.“ 47 Anträge hat die Gemeinde bislang gezählt. Ausgeschüttet wurde eine Fördersumme von 34700 Euro, mit der 17 Dämmmaßnahmen, 29 Fenster- und Türenwechsel sowie 20 Heizungserneuerungen oder -optimierungen bezuschusst wurden. „Es ist aber noch Luft nach oben“, so der Klimaschutzmanager mit Blick darauf, dass bis zum Jahresende insgesamt 100000 Euro für das Programm vom Rat bewilligt wurden.

Das Förderprogramm läuft noch bis zum 31. Dezember. Es soll im Rahmen baulich-technischer Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden, die vor 1995 errichtet wurden und in der Gemeinde stehen, zu einer nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz und damit zu einer Senkung der Nebenkosten sowie zu einer CO2-Einsparung beitragen. Der Fördersatz beträgt 7,5 Prozent der anerkannten Baukosten (brutto). Die Mindestinvestitionssumme liegt bei 1000 Euro. Förderfähig sind Wärmedämmung, der Wechsel von Fenstern und Außentüren sowie die Erneuerung oder Optimierung der Heizungsanlage. Diese Maßnahmen werden bis zu einer Bausumme von 10000 Euro ohne weitere Auflagen bezuschusst. Bei einer höheren Investition ist die Erstellung eines Energiegutachtens erforderlich. Infos sowie den Förderantrag gibt es im Internet.

www.doetlingen.de

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