Exportschlager aus Brockhus’ Backstube

Seit fast 100 Jahren nach selbem Rezept gefertigt: „Dötlinger Schwarzbrot“ hat viele Fans

 Roy Brockhus mit dem Dötlinger Schwarzbrot in der Landbäckerei Brockhus.
+
Handgebacken und verpackt: Dass das Dötlinger Schwarzbrot sehr beliebt ist, weiß auch Roy Brockhus.

Ein Roggenschrotbrot von Dötlingern für Dötlinger. Das ist die Maxime des „Dötlinger Schwarzbrots“ der Landbäckerei Brockhus, die bereits 1923 von Heinrich und Gisine Brockhus gegründet wurde. Das fast hundertjährige Unternehmen ist somit in der dritten Generation in Familienhand. „Das Rezept ist seit dem ersten Tag gleich geblieben, das macht es so besonders“, erzählt der 22-jährige Roy Brockhus, Sohn der jetzigen Betreiber Ulf und Tanja Brockhus. Von Generation zu Generation sei es weitergegeben worden. Sein Urgroßvater Heinrich habe es erfunden.

  • Die Landbäckerei Brockhus in Dötlingen hat einen Verkaufsschlager.
  • Das „Dötlinger Schwarzbrot“ wird sogar bis nach England geschickt
  • Das Rezept ist fast 100 Jahre alt.

Dötlingen – „Es ist nicht nur irgendein Brot. In den einzelnen Arbeitsschritten, so, wie wir es machen, kann es keiner nachmachen“, fügt der 22-Jährige hinzu. Viel Liebe und Handwerk stecke in der Zubereitung. Nachdem die Zutaten vermengt und durchgeknetet wurden, werden die Brote per Hand geformt und einige Zeit zum Ruhen gelegt. „Dann werden die Brote mit einem Mehl-Wasser-Gemisch bestrichen, damit es nicht verbrennt“, so Roy Brockhus. Seitlich der Laibe werden ebenfalls Behälter mit Wasser gefüllt, die mit in den Ofen kommen. Diese seien für die Luftfeuchtigkeit zuständig. Zum Schluss werden die Brote perforiert. „Durch diese Löcher kann die Feuchtigkeit aus dem Teig entweichen, aber das Brot kann auch Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen.“ Sechs Stunden wird es gebacken. Nachdem es aus dem Ofen kommt, ist es zwischen acht bis zehn Tage haltbar. „Je nach Jahreszeit“, fügt die 52-jährige Tanja Brockhus hinzu. Verpackt werde das Brot per Hand.

In langen Holzkästen ruhen die Brote vor dem Backen.

Post-Versand bis nach England

Das Dötlinger Schwarzbrot habe viele Fans, erzählt sie. Neben der Kundschaft aus dem Landkreis werde es auch an mindestens 75 auswärtige Kunden verschickt. „Nach Bonn oder Lüneburg zum Beispiel. Eigentlich wollte ich darüber mal ein Tagebuch schreiben. Über die Geschichten unseres Brotes und unserer Kunden. Da käme so einiges zusammen.“ Auch nach England habe sie schon so manches Mal das Backwerk versendet. „Das ist ein gebürtiger Dötlinger, der dort arbeitet“, erzählt sie. Mittlerweile schicke sie ihm das Brot jedoch nach Hannover, da er dort regelmäßig mit dem Flieger ankomme.

Bewerben müsse sie das Brot nicht mehr. „Dass es schmeckt, spricht sich so herum. Etwa 80 Prozent geht über Mundpropaganda. Probieren muss dann jeder selber.“ Vor etwa 20 Jahren seien die ersten Kostproben des Dötlinger Schwarzbrotes über die Vertriebsgesellschaft Bünting-Gruppe gelangt, die vor allem die Famila- und Combi-Märkte mit Waren beliefert. „Nun liefern wir einmal die Woche das Dötlinger Schwarzbrot und das Schinkenbrot in Märkte im ganzen Landkreis bis nach Oldenburg.“ Und mittlerweile kämen auch diese auch gezielt auf die Landbäckerei zu und würden nachfragen, ob sie ihr Brot nicht ins Sortiment aufnehmen könnten.

Das Perforieren der Brote ist ein wichtiger Arbeitsschritt.

Die nächste Generation wartet schon

Dass die Traditionsbäckerei an die nächste Generation weitergegeben wird, ist nicht selbstverständlich. „Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, dass mein Mann und ich die Letzten sind, die hier arbeiten“, gesteht Tanja Brockhus. Nun sei ihr Sohn jedoch interessiert. „Roy hat zuerst angefangen, eine Ausbildung im Fitnessbereich in Berlin zu machen.“ Nachdem sein Vater allerdings erkrankt war und am Herzen operiert werden musste, half er vermehrt in der Bäckerei aus. „Zuerst hat er gesagt: ,Nein, das mache ich nicht, das ist mir zu stressig,’“ Dann habe es ihm aber so sehr gut gefallen, dass er eine Lehre als Bäcker angefangen habe, die es dieses Jahr beenden werde. Im Anschluss möchte der 22-Jährige eine Ausbildung zum Konditor beginnen. Tanja Brockhus freut dies sehr. „Manchmal muss wohl erst etwas Schlimmes passieren, damit etwas Gutes dabei herauskommt.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Meistgelesene Artikel

Wohnraum in der Kreisstadt für viele unerschwinglich

Wohnraum in der Kreisstadt für viele unerschwinglich

Wohnraum in der Kreisstadt für viele unerschwinglich
Nie mehr ausrufen: „Tür zu, es zieht“

Nie mehr ausrufen: „Tür zu, es zieht“

Nie mehr ausrufen: „Tür zu, es zieht“
Vier Gemeinden im Landkreis mit Inzidenzwert 0

Vier Gemeinden im Landkreis mit Inzidenzwert 0

Vier Gemeinden im Landkreis mit Inzidenzwert 0
Inzidenzwert im Landkreis Oldenburg bei  4,6

Inzidenzwert im Landkreis Oldenburg bei 4,6

Inzidenzwert im Landkreis Oldenburg bei 4,6

Kommentare