Etwa 3 100 Tonnen Stahl abtransportiert

Kaum wieder zu erkennen: Von den obertägigen Anlagen ist nach Abriss und Räumung nur noch wenig zu sehen.
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Kaum wieder zu erkennen: Von den obertägigen Anlagen ist nach Abriss und Räumung nur noch wenig zu sehen.

Seit einem knappen Jahr läuft der Rückbau des Erdgasporenspeichers in Dötlingen. Den ersten Abschnitt konnte die Exxon Mobil Production bereits abschließen – vier Monate eher als geplant. Wann geht es weiter? Und ist die Frage der Nachnutzung schon geklärt? Die WZ fragte nach.

Dötlingen – Nein, Verzögerungen aufgrund der Corona-Pandemie habe es beim Rückbau des Erdgasporenspeichers keine gegeben. Im Gegenteil: Der erste von insgesamt drei Abschnitten sei deutlich früher beendet worden als gedacht. „Die obertägigen Anlagenteile sind schon komplett demontiert, geräumt und abtransportiert“, teilt Unternehmenssprecher Klaus Torp mit. Die Arbeiten hätten rund zehn Monate gedauert und damit etwa vier Monate weniger als ursprünglich vorgesehen. „Das ist eine tolle Leistung des gesamten Rückbauteams, das die Geschwindigkeit aufgrund von Lerneffekten kontinuierlich verbessern konnte“, erklärt Sascha Andräs, Projektleiter für den Rückbau bei ExxonMobil, den Fortschritt. „Wir haben den anspruchsvollen Abriss unfallfrei in rund 15 000 Arbeitsstunden gemeistert.“

Zu den Arbeiten gehörte auch der Abriss der fünf 43 Meter hohen Verdichtertürme, die das Landschaftsbild über Jahrzehnte geprägt hatten. Im Frühjahr fiel der letzte der Stahlkolosse, deren Zerlegung jeweils ein paar Tage dauerte. Neben den Schornsteinen hat das Demontage-Team drei Verdichtergebäude sowie sechs Absorber zurückgebaut. Dabei fielen nach Angaben von Torp etwa 3 100 Tonnen Stahl an, die in 500 Touren per Lastwagen abtransportiert wurden. „Das ist rund ein Drittel des Eiffelturms“, vergleicht der Unternehmenssprecher und verweist darauf, dass der Stahl komplett in die Wiederverwertung gehe. Daneben kamen etwa 1 900 Tonnen Bauschutt – vor allem Beton und Ziegelsteine – zusammen. Auch die Kosten summieren sich: Rund drei Millionen Euro habe ExxonMobil in dieses Kapitel des Rückbaus investiert.

Der ursprünglich für 2021 geplante Start des zweiten Abschnittes der Arbeiten werde laut Torp corona-bedingt geprüft. Er beinhaltet die Räumung und Rekultivierung der Verdichterflächen. Erhalten bleibt der Verwaltungstrakt. Denn auch, wenn der Erdgasporenspeicher bereits 2012 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit eingestellt wurde, ist die ExxonMobil Production immer noch in Dötlingen tätig. 2018 hatte das Unternehmen die Anzahl der Mitarbeiter am Standort sogar von 45 auf 70 aufgestockt. Sie betreuen den Betrieb der Erdgas- und Erdölbohrungen im Bereich Südoldenburg. Und daran habe sich in den vergangenen zwei Jahren auch nichts geändert. Die Rückbauaktivitäten hätten keine Auswirkungen gehabt, so Torp.

Über die Nachnutzung des 15 Hektar großen Geländes gibt es immer wieder Spekulationen. Laut Torp ist die Frage offen. „Wald oder landwirtschaftliche Flächen sind Optionen, andere Nutzungen derzeit nicht absehbar“, teilt er mit. Findet sich keine Folgenutzung, muss Exxon das Gelände wiederherstellen – sprich Wege, Fundamente und Ähnliches zurückbauen.

Die Kommune, die seit den 1980er-Jahren von den Gewerbesteuereinnahmen profitiert – wenn seit der Speicherstilllegung auch nicht mehr in dem Maße wie früher – hofft natürlich, dass Exxon noch lange auf dem Areal aktiv bleibt und sich im Falle eines Rückzuges eine Nachnutzung findet. „Das wäre natürlich nicht schlecht“, hatte Bürgermeister Ralf Spille während der Ratssitzung vor der politischen Sommerpause gesagt. Anstoß war die Nachfrage eines Einwohners gewesen, inwiefern es Bestrebungen gibt, die Lagerstätte für die Speicherung von Wasserstoff zu nutzen. Spille hatte geantwortet, dass es vor längerer Zeit Gespräche mit Exxon und der EWE gegeben habe, aber kein Ergebnis. Torp ging – trotz konkreter Nachfrage – nicht auf das Thema Wasserstoffspeicherung ein.

Von Tanja Schneider

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