Serie „Galerie.4“

Rote Wände für Gertje und Arno Kollmann

Ein Mann und eine Frau stehen in einem Raum in einer Galerie vor ihren Bildern
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Rote Wandfarbe setzt die Arbeiten von Gertje und Arno Kollmann in der „Galerie.4“ in Szene.

Sie kennen sich seit knapp 50 Jahren, haben in einem alten Molkereigebäude ihr gemeinsames Atelier und lieben beide die Arbeit mit der Fotokamera: Gertje und Arno Kollmann. Das Künstlerpaar aus Kirchhatten ist außerdem Teil der neuen Dötlinger Produzentengalerie.

Dötlingen – Der Raum, den Gertje und Arno Kollmann in der neuen „Galerie.4“ im Heuerhaus in Dötlingen gemeinsam besetzen, ist inzwischen rot gestrichen. Das passt interessanterweise zu den Arbeiten beider, auch wenn sie ziemlich unterschiedlich sind.

Auf der rechten Seite präsentiert Arno Kollmann Fotografien in schwarz-weiß, die verschiedene Objekte und Personen zeigen. Auf der linken Seite hat Gertje Kollmann ihre Arbeiten angeordnet: Rund um ein Werk der Dötlinger Künstlerin Emy Rogge, das die Heidelandschaft mit einer Schafherde zeigt, hat sie zahlreiche Fotografien aufgehängt. Diese zeigen – verfremdet und in Bewegungsunschärfe aufgenommen – Ausschnitte aus dem Gemälde. „Alles, was ich hier in den Fotos zeige, steckt in diesem Bild“, erklärt die 66-Jährige.

Kollmanns leben in Kirchhatten, wo sie ihr gemeinsames Atelier „KunsTraum“ haben. Beide können eine längere Liste mit Ausstellungen vorweisen. Gertje Kollmann hat Grafikdesign an der Hochschule für Gestaltung in Bremen studiert und arbeitet als selbstständige Grafikerin und Künstlerin. Zudem ist sie seit 2008 Mitglied im Bund Bildender Künstler Oldenburg. Ihr Mann Arno, ausgebildeter Elektriker, war zuletzt als Projektmanager im Bereich Automatisierungstechnik. Nebenbei gibt der 65-Jährige seit mehr als 20 Jahren bei der Regio-VHS und der VHS Wardenburg Fotografie-Kurse und organisiert fotografische Auslandsreisen.

Fotos mit bewusst erzeugter Unschärfe

Gertje Kollmann nutzt die Kamera, aber auch Stift und Farbe für ihr künstlerisches Schaffen. Begonnen habe sie mit Akt- und Porträtzeichnungen. „Ich habe damit angefangen und es hat mich nie losgelassen“, sagt sie. Während bei den Zeichnungen der Mensch und der Körper für sie im Vordergrund stehen, gibt es bei ihren Fotos keinen speziellen Schwerpunkt.

Sie zeichnen sich durch das Stilmittel der Bewegungsunschärfe aus, das sie bewusst erzeugt. Die Nachbearbeitung am Computer spiele für sie keine große Rolle, erläutert Kollmann, nur die Verfremdung mit Farbe sei eine technische Option, die sie gern nutze. Auch eine einfache Kamera sei für ihre Arbeit ausreichend.

Arno Kollmann hingegen mag es, mit hochwertiger Ausrüstung loszuziehen. Er bevorzugt es, in schwarz-weiß zu fotografieren – das stelle eine besondere Herausforderung bei der Motivwahl dar, erzeuge aber auch besondere Ergebnisse, findet er: „Die Bilder haben von vornherein eine sehr hohe Abstraktion.“ Er müsse viel mehr auf die Beleuchtung und Kontraste achten, um ein gutes Foto zu erzeugen. Die Entwicklung erfolge inzwischen jedoch digital: „Die Dunkelkammerzeiten sind vorbei.“

Es hat uns jetzt ermutigt, wieder präsent zu sein.

Gertje Kollmann

Obwohl sie dasselbe Medium nutzen, seien ihre Ansichten über die Fotografie verschieden, erklärt der 65-Jährige. Doch es sei definitiv so, dass es einen konstruktiven Austausch über Projekte und fertige Werke gebe, kommentiert seine Frau. Dabei seien auch schon gemeinsame Arbeiten entstanden.

Für beide ist die Möglichkeit, in der „Galerie.4“ mitzumachen, etwas Positives. „Dies ist so das Beständige nebenher“, sagt Gertje Kollmann. „Und es hat uns jetzt ermutigt, wieder präsent zu sein“ – trotz Corona. Die 66-Jährige ist auch in Oldenburg in einer Produzentengalerie vertreten. Dass darüber auch Werke verkauft werden können, sei schön, aber nicht die Hauptmotivation.

Dass Gertje Kollmann ein Bild von Emy Rogge zu einem Teil ihrer ersten Ausstellung in der „Galerie.4“ gemacht und hat sich davon inspirieren lassen, ist kein Zufall. „Mir ist es auch ein Anliegen, Frauen in den Mittelpunkt zu stellen“, erklärt sie. Das ist ihr unzweifelhaft gelungen.

Serie „Galerie.4“

Zehn Kunstschaffende haben sich zusammengetan, um die „Galerie.4“ im Dötlinger Heuerhaus zu betreiben. Sie wollen dort ihre Arbeiten ausstellen und verkaufen. Alle acht Wochen soll es einen Wechsel der gezeigten Werke geben. In einer Serie stellt die Wildeshauser Zeitung die beteiligten Künstler vor.

Teil 1: Niederländisches Künstlerpaar macht bei Dötlinger Galerie mit

Teil 2: Ebke Bühring präsentiert Schmuck zwischen Kunst und Handwerk

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