Bauausschuss spricht sich für mehr Verkehrssicherheit vorm Wild- und Freizeitpark aus

„Es darf keine Denkverbote geben“

Das Schild „Freiwillig 30“ und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h reichen offenbar nicht aus: Die Situation vorm Wild- und Freizeitpark gilt weiter als heikel.
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Das Schild „Freiwillig 30“ und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h reichen offenbar nicht aus: Die Situation vorm Wild- und Freizeitpark gilt weiter als heikel.

Ostrittrum – Gefahrenquellen, Schlaglöcher und ein hohes Fahrzeugaufkommen – die Verkehrssituation in Ostrittrum ist derzeit alles andere als zufriedenstellend. „Es muss was passieren“, waren sich deshalb am Donnerstagabend auch alle Mitglieder des Bau-, Straßen- und Verkehrsausschusses während ihrer Sitzung im Neerstedter Rathaus einig. Gleich in drei Tagesordnungspunkten diskutierten sie die aktuelle Lage. Zum einen ging es um die Sicherheit im Bereich des Wild- und Freizeitparkes, zum anderen um den Ausbau der Rittrumer Straße sowie ein Bauvorhaben eines Landwirtes, das den Gemeindeweg noch zusätzlich belasten könnte.

Um Lösungen für die Situation beim Freizeitpark zu finden, sollen sich laut einstimmiger Empfehlung des Ausschusses nicht nur die Mitarbeiter der Dötlinger Verwaltung, sondern auch Vertreter der Verkehrsbehörde mit dem Thema befassen. Angedacht ist zunächst ein Ortstermin. „Am besten am Wochenende, wenn es im Park richtig voll ist“, meinte Claus Plate von den Liberalen, die einen entsprechenden Antrag zur Überprüfung der Lage gestellt hatten.

Wie die anderen Parteien und auch die Parkbetreiber stuft die FDP den Bereich am Rittrumer Kirchweg als gefährlich ein. Schließlich müssen Zehntausende Besucher im Jahr die Straße queren, um vom Parkplatz zum Eingang zu gelangen. „Bis jetzt hat es noch keine Unfälle gegeben. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht“, heißt es im Antrag der FDP-Fraktion.

Gelder für Ausbau der Rittrumer Straße

Bauamtsleiter Uwe Kläner berichtete, dass die Straße damals mit Blick auf das seit 2013 laufende Dorferneuerungsprogramm betrachtet wurde. „Schließlich ist sie auch in die Jahre gekommen und müsste mal saniert werden“, so Kläner. Aus Ideen wie Verkehrsberuhigung und Querungshilfen sei aber nichts geworden. Plate appellierte an die Behörden, dass es bei der erneuten Überprüfung keine Denkverbote geben dürfe.

Deutlich mehr Diskussionsbedarf herrschte rund um das Thema Rittrumer Straße. Neben einem Antrag der FDP auf Ausbau auch ohne Fördermittel lag ein Antrag von Bündnis /Die Grünen vor. Mit Blick auf die Pläne eines Landwirtes, der den Bau einer Lagerhalle beantragt hat, fordern die Grünen eine ganzheitliche Betrachtung des Bereiches. Denn mit dem Vorhaben wird auf der ohnehin schon überlasteten Rittrumer Straße noch zusätzlicher Verkehr befürchtet. „Das hat zu viel Unruhe im Dorf geführt. Die Anlieger waren auch schon aktiv“, berichtete Gabriele Roggenthien (Grüne) angesichts einer Unterschriftenliste. In beiderseitigem Interesse – Landwirt und Anwohner – müsse eine Lösung gefunden werden, gerne mit externer Hilfe, so Roggenthien. Gleichzeitig forderte sie, dass die Betroffenen von Beginn an in die Diskussion und Planungen einbezogen werden, „um den Frieden zu wahren“.

Nach Angaben von Bauamtsleiter Kläner hat sich die Verwaltung gemäß dem Beschluss des nichtöffentlichen Verwaltungsausschusses vom Juli auf die Suche nach Verkehrsplanern gemacht. Ziel sei zunächst eine Honorarabfrage. Doch das sei schwieriger als gedacht. Denn viele Verkehrsplaner seien derzeit ausgelastet. „Wir geben aber nicht auf“, versprach Kläner. Die Gemeinde erhofft sich, dass ein Fachmann konkrete Infos zu den Verkehrsströmen liefert – sowohl zu den derzeitigen als auch den zu erwartenden. „Da werde es sicherlich Zählungen geben müssen“, so Kläner. Beate Wilke (CDU) bezeichnete es als sinnvoll, in einem ersten Schritt Planer „ranzulassen“ und dann eine Schnittmenge zu den Wünschen der Betroffenen zu ermitteln. „Ich fürchte, wenn wir direkt die Anlieger beteiligen, redet man sich tot“, meinte sie. Andere, beispielsweise Rudi Zingler (SPD), wollen erst einmal wissen, was ein Planer überhaupt kostet.

Dass ein Ausbau der Straße erforderlich ist, war hingegen unstreitig. Ursprünglich hatten Verwaltung und Rat ja auch darauf gesetzt, dass sie im Rahmen der Dorferneuerung saniert und verbreitert wird. Die Pläne inklusive Kreuzungsumgestaltung und Multifunktionsstreifen, an denen Ostrittrumer mitgearbeitet haben, liegen seit Jahren vor. Doch die erhofften Fördermittel bleiben aus. „Und wir haben vom Amt für regionale Landesentwicklung das Signal erhalten, dass für solche Straßenbaumaßnahmen keine Gelder mehr fließen werden“, bedauerte Kläner. Die FDP-Fraktion hatte deshalb den Ausbau auch ohne Zuschüsse beantragt. Den Grünen ging das zu schnell. Mit Blick auf die Gesamtsituation wollten sie den Antrag zurückstellen. Dies lehnte das Gremium mehrheitlich ab. Stattdessen empfahl es, die für die Realisierung notwendige Summe, etwa 195 000 Euro, in den Haushaltsplan 2021 einzustellen – als Signal, dass sich an der Straße wirklich etwas ändern muss.

Von Tanja Schneider

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