Errichtung des Windparkes Haidhäuser– vom Wegebau bis zum Netzanschluss/Infos zur Beteiligung im zweiten Quartal

Erste Anlagen sollen sich im Juni drehen

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Informierten über die nächsten Schritte beim Bau des Bürgerwindparkes in Haidhäuser: Christoph Gravel, Söhnke Schierloh, Stefan Henschel und Hermann Raschen (v.l.).

Haidhäuser - Von Tanja Schneider. Wo momentan noch vorbereitende Maßnahmen wie die Anlegung von Wegen laufen, sollen sich bereits in fünf Monaten die ersten Windräder drehen. Bis September soll der Windpark Haidhäuser nach den derzeitigen Plänen komplett ans Netz gehen. Das teilten die Verantwortlichen während eines Pressegespräches mit.

Gemeinsam mit einem Vertreter der Firma Vestas, die den Auftrag für die Lieferung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung der zwölf Anlagen erhalten hat (wir berichteten), informierten Hermann Raschen von der VR Energieprojekte Dötlingen, Christoph Gravel, Projektentwicklungs-Partner aus der genossenschaftlichen Gruppe, sowie Stefan Henschel vom Oldenburger Büro „PLANkon“ und Söhnke Schierloh von Schierloh Engineering aus Süstedt bei Bruchhausen-Vilsen über die laufenden Arbeiten sowie die nächsten Schritte.

Die Realisierung eines zwölf Anlagen umfassenden Vorhabens sei an sich nicht ungewöhnlich. Dass ein Bürgerwindpark in dieser Dimension und vor allem „in einem Rutsch“ gebaut wird, hingegen nicht alltäglich. Bekanntlich wird es zwei Betreibergesellschaften geben. Während für den Eigentümerwindpark bereits alles geregelt ist, arbeitet die VR Energieprojekte derzeit noch an dem Prospekt, der detailliert die Modalitäten des Bürgerwindparks beschreibt. „Er soll bis Monatsende fertiggestellt sein“, berichtete Raschen. Dann geht er an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Erst wenn diese den Prospekt genehmigt hat, dürfen die Bürger über eine finanzielle Beteiligung am Windpark informiert werden. Raschen rechnet damit, dass es im zweiten Quartal so weit ist.

Die ersten Anlagen werden zu diesem Zeitpunkt bereits erwartet. Damit die Baufahrzeuge und Schwertransporte zu den einzelnen Standorten gelangen können, laufen schon seit Ende November die Erschließungsarbeiten. Wie der zuständige Bauleiter Henschel erläuterte, gibt es insgesamt drei Phasen. „Die erste umfasst den Bau der Wege, die auf eine Achslast von zwölf Tonnen ausgelegt sind. Sie wird Ende März abgeschlossen sein, dann kann Vestas auf das Areal.“ Im zweiten Abschnitt entstehen die Flächen, auf denen später die großen Kräne Halt finden. Nach der Errichtung des Windparkes geht es an die Sanierung der gemeindeeigenen Straßen und den Rückbau. Nur die benötigte Zuwegung zu den Anlagen bleibe.

Mit den Erdarbeiten für die Fundamente wird bereits kommenden Monat begonnen. Um die Tragfähigkeit des Bodens zu verbessern, ist der Einbau von Rüttelstopfsäulen vorgesehen. Dies sei nichts Ungewöhnliches, hieß es. Anschließend rücken die Betonmischer an – und davon jede Menge. Pro Fundament werden 80 bis 100 Fahrzeuge benötigt – je nach Fassungsvermögen.

Die ersten Turmsektionen erwartet Vestas im Mai auf der Baustelle. Da der Radius der unteren beiden Elemente zu groß ist, um sie in einem Stück zu transportieren, erfolgt der Zusammenbau vor Ort. Nach und nach werden dann die Windräder errichtet, die über eine Nabenhöhe von 137 Metern verfügen – bis auf das eine Windrad, das nicht auf dem Haidhäuser Areal, sondern in Uhlhorn gebaut wird. Es hat eine Nabenhöhe von 141 Metern. Die Anlagen kommen auf eine Gesamthöhe von knapp 200 Metern. Die Anlieferung der einzelnen Elemente wird akribisch geplant. Schließlich bedarf es einer Vielzahl an Schwertransporten, die nachts fahren und um 6 Uhr die öffentlichen Straßen verlassen haben müssen. „Aufgrund der günstigen Lage zur A1 und zur Bundesstraße sollte dies ohne Probleme laufen“, ist Henschel zuversichtlich.

Für Mitte Juni ist die Inbetriebnahme des ersten Windrades geplant. Bis dahin muss auch das 110-kV-Umspannwerk in Klein Henstedt betriebsbereit sein. Zudem gilt es, Leitungen zu verlegen. „Wir haben eine interne Verkabelung in den Anlagen sowie eine externe“, erläuterte Schierloh. Von zwei „Mastermühlen“ aus erfolge die Anbindung ans Umspannwerk und von dort die Einspeisung ins Avacon-Netz.

Bis September möchte Vestas die Arbeiten abschließen. Mitspielen muss das Wetter. Dabei seien frostige Temperaturen wenig problematisch. Für die Arbeiten in luftiger Höhe wie die Montage der Flügel sollte es allerdings nicht allzu windig sein.

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