Endlich wieder gemeinsam singen

Freuen sich auf das erste Volksliedersingen nach der Coronapause: Marita Tzschoppe vom Lopshof-Verein, Liedermacherin Sybille Gimon sowie Katja Radvan und Lana Kaul (v.l.) vom Lopshof-Restaurant in Dötlingen.
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Freuen sich auf das erste Volksliedersingen nach der Coronapause: Marita Tzschoppe vom Lopshof-Verein, Liedermacherin Sybille Gimon sowie Katja Radvan und Lana Kaul (v.l.) vom Lopshof-Restaurant in Dötlingen.

Senioren gehören zur Corona-Risikogruppe. Schutzmaßnahmen sind für sie besonders wichtig. Doch die Isolation sorgt auch für Einsamkeit. „Vielen älteren Menschen fehlen die Kontakte“, weiß Sybille Gimon. Deshalb startet sie nun wieder mit ihrem Volksliedersingen.

Dötlingen – „Musik baut Brücken, singen verbindet“, ist Sybille Gimon überzeugt. Und die Sandhatter Liedermacherin hat recht. Nicht ohne Grund ist das von ihr geleitete Volksliedersingen im Dötlinger Lopshof seit gut fünf Jahren eine feste Größe. Durchschnittlich 40 Interessierte kommen Monat für Monat, um gemeinsam bekannte sowie von Gimon getextete Werke anzustimmen. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist es allerdings still. Das Kontaktverbot und die Angst vor der Ansteckung machten ein gemeinsames Singen unmöglich.

Wie sehr es besonders älteren Menschen fehlt, hören Gimon und Marita Tzschoppe vom Lopshof-Verein immer wieder. „Die Leute vermissen es total“, sagt Tzschoppe, die regelmäßig entsprechende Telefonate führe. „Es gibt Gesprächsbedarf.“ Das hat auch Gimon festgestellt. Die Gesundheit sei zwar ein großes Gut, vielen Alten gehe es aber auch um Lebenszeit und -qualität. „Wer nicht mehr so lange hat, möchte sich nicht einschränken und auf seine Kontakte verzichten“, sagt die Sandhatterin. Die Isolation mache doch auf Dauer auch depressiv.

Gimon und der Lopshof-Verein haben sich deshalb – trotz des Risikogruppen-Arguments – für die Wiederaufnahme des Volksliedersingens entschieden. Und da eine solche Veranstaltung nur draußen möglich ist, geht sie am Donnerstag, 23. Juli, von 15 bis 17 Uhr im Garten des Lopshof-Restaurants über die Bühne. Dessen Team rund um Katja Radvan sorgt nicht nur für die Verpflegung, sondern auch für den notwendigen Abstand. „Wir wollen drei Meter pro Person – wenn sie nicht aus demselben Haushalt stammen“, sagt Tzschoppe. Unbedingt erforderlich sind auch Anmeldungen. Sie nimmt der Lopshof-Verein unter Telefon 04433/968250 entgegen.

Sollte das Wetter überhaupt nicht mitspielen, können die Besucher auf feste Plätze in den Restaurant-Räumen ausweichen. Dort ist dann aber nur ein Kaffeetrinken und kein Singen möglich. Denn durch dieses können sich Aerosole, kleine schwebende Partikel, bilden und in der Luft ansammeln. Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, das größtenteils per Tröpfchen übertragen wird, steigt. „Singen im Inneren ist deshalb nicht drin“, sagt Gimon, die mit ihrem Gesangsangebot quasi durch die Region tourt. Bereits an diesem Freitag beendet sie die Coronapause auf dem Hof von Uwe und Iris Abel in Grad. Dort möchte sie von 15 bis 17 Uhr im Garten des Hofcafés „Lütje Deel“ mit Interessierten diverse Lieder anstimmen.

Gimon ist sich sicher, dass sie dort einige Teilnehmer trifft, die am 23. Juli auch zum Lopshof kommen werden. Der sei übrigens nach wie vor der Lieblingsort der Sänger. „Es gibt eine Stammmannschaft von bis 35 Personen“, erzählt die Liedermacherin. Diese stammten aus dem gesamten Landkreis Oldenburg, aber auch aus Bremen waren schon Interessierte dabei. Daneben kämen immer um die fünf Neugierige, die mal schauen und schnuppern möchten. Durch den festen Stamm sei mittlerweile ein hohes Niveau erreicht. Dies ermögliche Auftritte wie beispielsweise im Park der Gärten. „Beim Volksliedersingen darf auch jeder mal ans Mikro und etwas vortragen“, berichtet Gimon. „Das ist eine ganz bunte Mischung.“ Damit es trotzdem nicht zu chaotisch wird, gibt sie gemeinsam gesungene Lieder vor. Einige von ihnen hat die Sandhatterin selbst komponiert und getextet, zum Beispiel „Gib niemals auf“. „Darin geht es um die Gebrechen im Alter und dass man nicht den Mut verlieren sollte“, erzählt Gimon. Tzschoppe weiß schon jetzt: „Das müssen wir am 23. Juli bestimmt fünfmal singen. Denn das ist hier unser Lied.“

Weitere Angebote: Neben dem Volksliedersingen hat der Lopshof-Verein noch weitere Angebote für Menschen mit und ohne Handicap im Angebot, die nun zum Teil wieder anlaufen. Zum ersten Mal seit Beginn der Coronakrise stand am Mittwoch das Feierabendcafé auf dem Programm. „Wir starten mit einer kleinen Gruppe“, informierte Marita Tzschoppe. „Unser schönes Gemeinschaftsgefühl, das wir im gemeinsamen Tun, beim Basteln oder Spielen entwickeln, wird vermutlich noch nicht aufkommen, doch wir können uns mal wieder sehen und miteinander persönlich reden“, freute sie sich im Vorfeld. Das Feierabendcafé ist nun wieder für jeden ersten Mittwoch im Monat von 18 bis 20 Uhr geplant. Eine Anmeldung unter Telefon 04433/968250 ist erforderlich. Andere Gruppen sind laut Tzschoppe zurückhaltender. Der Seniorentreff peile den August als Starttermin an, der Frauentreff wolle erst im Oktober wieder loslegen.

Von Tanja Schneider

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