Eltern des Neerstedter Kindergartens begeistern mit Faschings-Theaterstück

Wenn der Heinzelmann nicht richtig funktioniert...

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Was es auf einem Flohmarkt nicht alles gibt – zum Beispiel einen Heinzelmann zum Schnäppchenpreis.

Neerstedt - Von Tanja Schneider. So ein Heinzelmann ist schon etwas Feines. Er bügelt die Wäsche, kann Unkraut jäten, Fenster putzen und vieles mehr. Kein Wunder, dass Familie Zirbling beschließt: „Ein Heinzelmann muss her.“ Mit dem gleichnamigen Theaterstück begeisterten am Freitag die Mütter des Neerstedter Kindergartens „Unterm Regenbogen“. Gleich zweimal standen sie in der Aula auf der Bühne – erst für die Neerstedter Schüler, dann für den eigenen Nachwuchs.

Im Mittelpunkt des Stücks steht der „Roboter für alle Fälle“ namens Heinzelmann. Für diese Rolle war Esther Ahrens in unterschiedlich große Blechdosen geschlüpft. Mit einer silbernen Lametta-Perücke auf dem Kopf wartete sie auf dem Flohmarkt auf neue Besitzer – und die waren schnell gefunden. Zum Schnäppchenpreis von 100 Euro schlugen die Zirblings zu. Kaum war der Roboter angeschaltet und gab die ersten Töne von sich, spendierten die Kinder sowie auch die im Publikum befindlichen Eltern und Großeltern ordentlich Beifall.

Auch die ersten Lacher ließen nicht lange auf sich warten. Denn Heinzelmann war mit den vielen Aufgaben, die er erledigen sollte, schnell überfordert. „Kaffee putzen, Fenster kochen, Wäsche backen, Kuchen waschen – zu viele Befehle“, stotterte er, füllte die Kaffeemaschine mit Spülmittel und schmierte die Fenster mit einen Wasser-Kaffeepulver-Gemisch ein. Familie Zirbling war entsetzt, die Zuschauer begeistert.

„Du blöder Blechkopf“, hallte es mehr als einmal durch die Aula. Denn der Roboter sorgte auch für ein eingelaufenes Kleid und Steine im Marmorkuchen. Ein Schlag auf den Hinterkopf half nur wenig. „Systemfehler“, verkündete der Heinzelmann. Das Lernen der Vokabeln mit Tochter Anna funktionierte da auch nur noch fehlerhaft. Die Folge war ein Rüffel in der Schule. Annas Lehrerin Frau Schnepfenberg war ohnehin wenig angetan von dem Roboter. Sie verwies ihn aus dem Klassenzimmer. „Helf‘ dem Hausmeister lieber beim Rasensprengen“, befahl sie. Eine Spezialität des Heinzelmannes, der die Aufgabe allzu wörtlich nahm – und prompt klaffte ein riesiges Loch auf dem Fußballplatz.

Für Familie Zirbling stand fest: Der Heinzelmann muss weg. Und die Moral von der Geschichte: „Nur wer selber lernt, wird schlau“, verkündeten die Darstellerinnen. Beteiligt waren in diesem Jahr insgesamt 14 Mütter, die bereits vor Weihnachten mit den Vorbereitungen begonnen hatten. Als Dankeschön gab es für alle eine Blume von den Kita-Kindern. Diese hatten vor der Aufführung schon Fasching unter dem Motto „Winterwunderland“ gefeiert. „Es gab auch eine Disco“, erzählten die Jungen und Mädchen. Letzteren kam das Thema sehr gelegen. Denn bei ihnen steht die „Eiskönigin“ hoch im Kurs. Und so trugen viele von ihnen das eisblaue Kleid von Königin „Elsa“.

Mit „Ein Heinzelmann muss her“ stehen die Mütter am Freitag kommender Woche noch einmal auf der Bühne – dann für alle anderen Kita-Kinder in der Gemeinde sowie für die Dötlinger Grundschüler.

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